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Dr. Rainer Grund, langjähriger Direktor des Dresdner Münzkabinetts, im Ruhestand

Nach fast 20 Jahren an der Spitze des Münzkabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist Dr. Rainer Grund im April dieses Jahres in den Ruhestand getreten. Wie die Generaldirektorin der SKD, Prof. Dr. Marion Ackermann, bei der offiziellen Verabschiedung Grunds Ende Mai 2022 mitteilte, soll die nun vakante Direktorenstelle international ausgeschrieben werden. Dabei geht es um die Leitung einer der größten numismatischen Sammlungen Deutschlands, die universal ausgerichtet ist und gegenwärtig circa 300.000 Objekte umfasst.

Rainer Grund bei der Entgegennahme einer Münzschenkung beim 21. Mitteldeutschen Münzsammlertreffen 2013 in Dresden. [Bildquelle: Mirko Schöder]

Rainer Grund trat nach seinem Studium der Kunstwissenschaft an der Universität Leipzig 1986 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Dienst des Dresdner Münzkabinetts. Dieser Institution blieb er sein gesamtes Berufsleben und damit mehr als 35 Jahre treu. 2002 übernahm er den Direktorenposten von Prof. Dr. Paul Arnold, der das Münzkabinett vor ihm 36 Jahre angeführt hatte.

Während seiner Zeit als Direktor konnte Grund zahlreiche Schwerpunkte setzen. So fällt in seine Amtszeit der Ankauf einer großen Menge von Münzen, Medaillen und weiteren numismatischen Objekten, die aus der herausragenden ehemaligen Sammlung des Meißner Weinhändlers und Kunstsammlers Ernst Otto Horn (1880-1945) stammten. Weiterhin wurde unter ihm das knapp 14 Jahre laufende sogenannte Daphne-Projekt durchgeführt, aufgrund dessen nahezu sämtliche vom Münzkabinett verwaltete Sammlungsgegenstände in eine Datenbank übertragen werden konnten. Viele der dabei erfassten und digitalisierten Objekte stehen der Öffentlichkeit über die permanent wachsende sogenannte Online Collection der SKD zur Verfügung, die aktuell rund 66.000 Datensätze des Münzkabinetts enthält. Als Höhepunkt seines beruflichen Wirkens bezeichnete Grund bei seiner Abschiedsrede Ende Mai die Wiedereinrichtung der Dauerausstellung im Georgenbau des Dresdner Residenzschlosses. Seit 2015 kann die Geschichte des Geldes, mit einem Schwerpunkt auf sächsische Numismatik, in einem schatzkammerartigen Ausstellungsbereich betrachtet werden, dem auch ein Raum für in der Regel jährlich wechselnde Sonderausstellungen angegliedert ist. Rainer Grund freut sich, nun seinen Ruhestand genießen zu können, wie er weiter mitteilte. Gleichzeitig kündigte er an, der Numismatik und der diesbezüglichen Forschung verbunden zu bleiben. Schon jetzt ist die Menge der von ihm im Laufe seines Berufslebens erarbeiteten Fachbeiträge beeindruckend. Neben einigen Monographien sind es vor allem zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze, die das breite numismatische Forschungsspektrum Grunds widerspiegeln. Auf der Internetseite der Sächsischen Numismatischen Gesellschaft ist eine Publikationsliste von ihm abrufbar.


Im Numismatischen Nachrichtenblatt (NNB) wird demnächst ein umfangreicher Beitrag zum Ausscheiden Grunds und zu den Perspektiven für das Dresdner Münzkabinett erscheinen.

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