• Helmut Kahnt

Blamüser


Adolf, 1606-1625, Blamüser (6 Stüber), o.J. (1618), Freudenberg. Ex Samml  ung Horn. [Bildquelle: Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Sommerauktionen 293-294, Los 227, Foto: Lübke & Wiedemann KG, Leonberg].
Adolf, 1606-1625, Blamüser (6 Stüber), o.J. (1618), Freudenberg. Ex Samml ung Horn. [Bildquelle: Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Sommerauktionen 293-294, Los 227, Foto: Lübke & Wiedemann KG, Leonberg].

Auch Blaumüser. Volkstümlicher Spottname für einen seit 1524 in Nimwegen (Nijmegen) geprägten Halbstuiber (→ Stüber). Da im Niederländischen das Adjektiv „blau“ etwas Minderwertiges bezeichnet, erhielten die schlechten Halbstüber den Namen „Blaue Mäuse“, später „Blamüser“ bzw. „Blaumüser“.


In Deutschland ging dieser Name auf den → Arendschelling über, der unter Karl V. (1519 – 1556) 1536 als 4-Stüber-Stück eingeführt wurde und der sich, 1586 auf 6 Stüber gesetzt, zum Schilling (Adlerschilling [Arendschelling]) wandelte.


Dieser Blamüser wurde in den westlichen Gebieten Deutschlands seit Beginn des 17. Jh. als → Achteltaler in großen Mengen geprägt, z. B. 1665 bis 1668 in Koblenz für Kurtrier, 1670 bis 1676 in Minden unter Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640 – 1688), 1678 in Münster. In Münster galt die folgende Relation:


1 B. = 3 1⁄2 Schilling = 4 1⁄2 Mariengroschen; 8 B. = 1 Reichstaler.

Der um die Etymologie von Münznamen des deutschen Sprachraums sehr verdiente E. Schröder hat allerdings für den Namen Blamüser schon 1910 eine andere Erklärung gegeben. Demnach soll er eine Verballhornung des Reichsadlers auf den Münzen sein, da Müser niederdeutsch Mäusebussard bedeutet.



aus „Das große Münzlexikon