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50 Jahre eurocheque: Die Geschichte eines großen Europäers


Vom Scheck in Papierformat über die Debitkarte bis hin zum kontaktlosen Bezahlen: Das eurocheque-System, das am 1. Mai 2019 offiziell seinen 50. Geburtstag feiert, hat eine rasante Karriere hingelegt. Was damals keiner ahnte: Es wurde der Grundstein für die heutigen modernen Zahlverfahren gelegt. Giesecke+Devrient (G+D) wirft einen Blick zurück auf die bewegte Geschichte eines großen Europäers, die das Münchner Unternehmen maßgeblich geprägt hat.

Der eurocheque feiert am 1. Mai 2019 offiziell seinen 50. Geburtstag. Mit ihm wurde der Grundstein für die heutigen modernen Zahlverfahren gelegt.

Quelle G+D, April 2019

Im Mai 1968 trafen sich unter Vorsitz von Dr. Eckart van Hooven Vertreter von Bankenverbänden aus 15 europäischen Ländern in Frankfurt am Main mit dem Ziel, ein einheitliches und länderübergreifendes Schecksystem zu schaffen.

Quelle G+D, April 2019

Erfunden wurde das 15 mal 8,5 Zentimeter große Papier Ende der 1960er Jahre als bargeldloses und grenzüberschreitendes Zahlungsmittel. 2019 feiert der Euroscheck oder eurocheque, wie er offiziell heißt, nun seinen 50. Geburtstag: Am 1. Mai 1969 war der offizielle Startschuss. Reisende mussten künftig nicht mehr Schilling, Franc, Lira oder Peseta einpacken, sondern konnten die Schecks in vielen europäischen Ländern einlösen. Zu seinen Bestzeiten 1988 wurden neben den 50 Millionen grenzüberschreitenden Zahlungsanweisungen in Papierformat geschätzt, weitere 950 Millionen eurocheques in den jeweiligen europäischen Staaten ausgestellt. Die Gesamtsumme aller Schecks in diesem Jahr belief sich auf über 75 Milliarden Euro.

Von der Digitalisierung eingeholt

Die Echtheit sollte dabei in den Anfangsjahren laminiertes Sicherheitspapier und später ein Stück Plastik gewährleisten: die ec-Karte. Sie diente zunächst als reine Zahlungsgarantie – gelegt wurde mit ihr aber der Grundstein für das elektronische Bezahlen. Als Ende der 1970er immer mehr Geldautomaten verfügbar waren, wurde die Karte um eine Debitfunktion ergänzt. Von nun an konnte mittels des schwarzen Magnetstreifens Geld abgehoben werden. Ab 1991 konnte dann flächendeckend per Karte und Geheimzahl in Supermärkten, Tankstellen und anderen Geschäften bezahlt werden – das Debitkartensystem electronic cash war geboren. 1995 folgte die Prepaid-Funktion „Geldkarte“. Mit der elektronischen Geldbörse können kleine Beträge ohne PIN oder Unterschrift beglichen werden. In den letzten Jahren setzen sich zunehmend mobile Bezahlverfahren durch, mittlerweile kann man in vielen Läden mit dem Smartphone oder sogar der Smartwatch bezahlen.

Für den Scheck selber war electronic cash indes der Anfang vom Ende. Zum 1. Januar 2002 verlor der ec-Scheck seine internationale Garantiefunktion, seitdem sind die auf einem eurocheque-Vordruck ausgestellten Zahlungsanweisungen lediglich normale Schecks aufgrund der jeweiligen nationalen Gesetze. Der Name ec-Karte aber blieb vorerst noch – genauso wie das Logo mit dem blauen „e“ und roten „c“, das seit den späten 1960er-Jahren Schecks und Karten zierte.

Von der ersten Stunde an mit dabei

Bei der Entwicklung und dem Aufbau des ersten europäischen grenzübergreifenden Zahlungssystems war Giesecke+Devrient von Anfang an mit dabei. Siegfried Otto, langjähriger Chef von Giesecke+Devrient, und Dr. Eckart van Hooven, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank und damals Aufsichtsratsvorsitzender von Giesecke+Devrient, hatten die Idee, eine Scheckgarantiekarte einzuführen und so die Akzeptanz des Schecks bei Handel und Gewerbe zu steigern sowie beim Verbraucher populärer zu machen. Das Münchner Unternehmen war nicht nur in den maßgeblichen deutschen und europäischen Gremien vertreten, viele der technischen Grundlagen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs wie auch zahlreiche andere Innovationen rund um Sicherheit und Mobilität gehen auf Giesecke+Devrient zurück. Bereits seit Ende der 1960er Jahre beschäftigte sich das Traditionshaus mit der Entwicklung von Geldausgabeautomaten, multifunktionalen Bankkarten und Chipkarten. Heute ist Giesecke+Devrient führend bei physischen (Banknoten), elektronischen (Kartenlösungen) und mobilen (Apps) Bezahlverfahren.

„Mit dem Aufbau des eurocheque-Systems begann für Giesecke+Devrient eine der verantwortungsreichsten und gleichzeitig interessantesten Aufgaben in seiner langen Unternehmensgeschichte“, erklärt Astrid Wolff, Leiterin Corporate Heritage bei Giesecke+Devrient. „Wir haben gemeinsam mit Vertretern von Banken und Sparkassen die Idee für ein einheitliches und grenzüberschreitendes Zahlungssystem entwickelt. Mit dem Auftrag zum Aufbau und der Produktion des eurocheque-Systems ist der Startschuss für die zahlreichen Innovationen der nächsten Jahrzehnte gefallen. Heute sind bargeldloses Zahlen, grenzenloses Kommunizieren und die sichere Identifikation Alltag geworden. Wir liefern die passenden Lösungen und werden weiter neue Technologien für die mobile Welt entwickeln, um den Alltag von Menschen angenehmer und sicherer zu machen.“

Reisende konnten die Schecks in vielen europäischen Ländern einlösen und mussten somit nicht mehr Schilling, Franc, Lira oder Peseta mitnehmen.

Quelle G+D, April 2019

Über Giesecke+Devrient

Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiger Konzern für Sicherheitstechnologie mit Hauptsitz in München. Innovationen von G+D machen das Leben von Milliarden von Menschen in der digitalen und physischen Welt sicherer. In den Bereichen Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Sicherheit gehört G+D mit seinen Produkten und Lösungen zu den Markt- und Technologieführern.

Das 1852 gegründete Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018 mit 11.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2,25 Milliarden Euro. G+D ist in 32 Ländern präsent. Zu den Kunden zählen unter anderem Zentral- und Geschäftsbanken, Mobilfunkanbieter, Automobilhersteller, Krankenkassen sowie Regierungen und Behörden. Weitere Informationen: www.gi-de.com.