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Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege


Bei unseren „Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege“ setzen wir unsere Beschäftigung mit Münzmetallen fort. Wir orientieren uns wieder am „Handbuch zur Münzpflege“ (4. Auflage Regenstauf 2015, 13,50 Euro) von Wolfgang J. Mehlhausen.

9.14 Magnesium (Mg)

Magnesium ist ein Leichtmetall, das nur in wenigen Fällen in hoher Legierung vermünzt wurde. Bis heute wird es jedoch gern als Legierungsbestandteil für Aluminium verwendet. Sein chemisches Symbol ist Mg. Es ist noch leichter als Aluminium mit einem Gewicht von nur 2,4 g/cm³.

Bekannteste Beispiele für Magnesiumstücke sind die des Gettos Litzmannstadt. Da Magnesium schon von heißem Wasser angegriffen wird, ist hier besondere Vorsicht geboten.

9.15 Eisen (Fe)

Eisen gehört zu den wichtigsten Gebrauchsmetallen der Menschheit. Sein chemisches Symbol ist Fe (lat. „Ferrum“). Sein spezifisches Gewicht beträgt 7,7 g/cm³. Reines Eisen ist recht weich, sogenanntes Gusseisen ist sogar brüchig. Mit anderen Metallen und vor allem Kohlenstoff kombiniert wird es Stahl genannt, der bekanntlich sehr hart ist. Über Eisen wurden viele Bücher geschrieben, sie würden eine ganze Bibliothek füllen. Eine negative Eigenschaft des Eisens ist, dass es oberflächlich schnell korrodiert und den sogenannten Rost bildet.

Eisen ist bekanntlich magnetisch; mittels eines Magneten kann man beispielsweise leicht Eisen- von Zinkmünzen trennen, denken wir nur an die 10-Pfennig-Stücke von 1916 bis 1922, die sich recht ähnlich sehen. Es gibt aber auch unmagnetisches Eisen. Beispielsweise hat Albanien diverse Stücke geprägt, die der Schön-Katalog (Nummern 29–32) als „ferritisch“ und „austenitisch“ aufführt. Unter ferritisch ist normales Eisen zu verstehen. Austenitisch nennt man solche Stücke, die aus besonderem Eisen bestehen und nicht vom Magneten angezogen werden. Dieses Eisen wird auch γ-Eisen genannt, das eigentlich erst über 911° C beständig ist, aber mit Nickel legiert auch bei Raumtemperatur seine Eigenschaften nicht verliert, unmagnetisch zu reagieren.

Eisen ist als Münzmetall bis heute weitaus verbreiteter als man annehmen möchte. Viele bundesdeutsche Stücke zu 1, 2, 5 und 10 Pfennig bestehen nämlich, bis auf Ausnahmen, aus Eisen, sie wurden nur mit Kupfer oder Messing überzogen: plattiert. Ihren „eisernen Kern“ entdecken Sie am Rande frisch geprägter Stücke sehr gut.

Münzen und auch Medaillen aus Eisen trifft man häufig in gutem Zustand an, wenn sie entsprechend oberflächenbehandelt wurden. Hierfür gibt es schon seit langer Zeit ganz gute Rezepte, indem die Gegenstände mit Säuren gebeizt wurden. Am bekanntesten ist das Phosphatieren, hier werden die Münzen oder auch Bleche mit Phosphorsäure behandelt. Es bildet sich eine dunkle Eisenphosphatschicht, die ein weiteres Einwirken von Umwelteinflüssen wie das Rosten verhindert. Mit anderen Chemikalien wird Eisen brüniert oder chromatisiert. Bei der Behandlung dieser Münzen ist Vorsicht angeraten. Unter Brünieren versteht man das Behandeln von Eisen und Stahl in heißem Öl oder flüssigen Salzbädern.

Ein weiteres Verfahren, das bei der Münzproduktion Verwendung findet, ist das sogenannte „Sherardisieren“. Hier wurden die Münzschrötlinge mit Zinkstaub erhitzt, so z.B. bei den Ausgaben von 1917/1918 für das geplante Königreich Polen.

Eisen und Stahlmünzen wurden aus Kostengründen besonders in Not- und Kriegszeiten zum Herstellen von Münzen verwendet. Viele Notmünzen bestehen aus Eisen und machen beim Reinigen einige Probleme.

9.16 Chrom (Cr)

Chrom ist ein sehr hartes und glänzendes Metall, Symbol Cr (griech. „Chroma“ = Farbe), das nicht in reiner Form, sondern meist nur als Überzug für Münzen oder als wichtiger Legierungsbestandteil verwendet wird. Es ist mit 7,1 g/cm auch recht schwer. Mit einer dünnen Chromschicht, die kaum angegriffen wird, kann man beispielsweise Eisen- oder Stahlmünzen überziehen und sie sehr haltbar machen. Das reine Chrom ist so hart, dass man damit sogar Glas ritzen kann. Chrom als Legierungsbestandteil von Stahl macht diesen zu „Chromstahl“, der teuer, aber sehr hart und widerstandsfähig ist. In Italien wurde ein Chromstahl mit 18,25% Chrom verwendet, dessen Name „Acromonital“ lautet. Daraus geprägte Münzen sind, von wenigen Kratzern abgesehen, meist bis heute „wie neu“, also fast prägefrisch, und man hat Mühe, ein Stück in schlechterer Erhaltung zu finden. Diese Münzen benötigen gewöhnlich keinerlei Behandlung.

Die Reihe wird fortgesetzt mit „9.17 Titan“