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Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege


Bei unseren „Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege“ sind wir bei einer kleinen Chemikalienkunde angekommen. Speziell für Anfänger stellen wir die wichtigsten Substanzen mit Erklärungen in alphabetischer Reihenfolge vor, zuerst von A wie Aceton bis G wie Goldbad.

Wir orientieren uns wieder am „Handbuch zur Münzpflege“ (4. Auflage Regenstauf 2015, 13,50 Euro) von Wolfgang J. Mehlhausen.

Teil 3.19.2 Kleine Chemikalienkunde - von A bis G

Aceton (siehe Azeton)

Alkohol

ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ➞ Ethanol

Alkohole

ist die allgemeine Bezeichnung für Alkanole. Für unsere Zwecke ist am besten ➞ Ethanol oder ➞ Propanol geeignet. Auch Methanol wäre brauchbar, ist aber zu gefährlich (tödliche Dosis schon bei 10 g, nur 2 g führen zur Erblindung). Empfehlung daher nur ➞Ethanol oder ➞ Propanol verwenden, z.B. zum Trocknen für Münzen nach dem Bad.

Aqua dest.

siehe ➞ destilliertes Wasser

Äthylalkohol

ist die veraltete chemische Bezeichnung für ➞ Ethanol

Ätznatron

ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ➞ Nartiumhydroxid

Ameisensäure C – (ätzend!)

oder Methansäure ist eine farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch. Sie ist auch in den Giftdrüsen der Ameisen vorhanden und hat daher ihren Namen. Sie ist ätzend und kommt in verschiedensten Konzentrationen in den Handel. Für unsere Zwecke sind 25% ausreichend. Wir nehmen sie beispielsweise für die Behandlung von Billon-Münzen.

Ammoniak C – (ätzend!)

ist ein farbloses, stechend riechendes Gas, das die Lungen und Schleimhäute stark reizt. Dieses Gas wird in Wasser gelöst und gelangt als Ammoniaklösung oder auch Salmiakgeist in den Handel. ➞ Ammoniaklösung.

Ammoniakbad

wird bei den Rezepten ein Bad genannt, das mehr oder minder viel Ammoniak (Lösung) enthält. Ammoniakbäder werden für viele Münzmetalle empfohlen.

Ammoniaklösung

gibt es in den unterschiedlichsten Konzentrationen von 32 bis 10%. Für unsere Zwecke reicht eine 10%ige Lösung. Nimmt man eine 20 bis 25%ige Lösung, so sollte man sie bei ersten Reinigungsversuchen immer verdünnen und erst später die Konzentration erhöhen. Ammoniak greift Kupfer an und reagiert alkalisch.

Beschaffungshinweis: Drogerie oder Apotheke.

Mengenempfehlung: Stoff wird häufig gebraucht: 250 ml bis ½ Liter ist nicht zu viel!

Azeton

früher auch Aceton geschrieben, ist chemisch 2-Propanon oder Dimethylketon. Diese eigenartig riechende, klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit ist z.B. in Nagellack enthalten, A. dient als Nagellackentferner. Sie wird zum Verdünnen von Zaponlack und auch zum Entfernen desselben benutzt und ist ein ideales Lösemittel für Fette. Die Substanz ist mit Wasser und Alkohol mischbar und kann so leicht abgespült werden.

Beschaffungshinweis: Drogerie, Apotheke, Baumarkt, Farbengeschäft.

Mengenempfehlung: Stoff wird nicht häufig gebraucht: 100 ml reichen lange.

Benzin

ist ein Chlorkohlenwasserstoff, mit dem die meisten Autos („Benziner“) fahren. Doch keinesfalls Kraftstoff für die Münz- und Banknotenreinigung nehmen! Es wird – obgleich feuergefährlich! – als Fleckenmittel, für Feuerzeuge oder zum Entfetten von Metallen (Waschbenzin) genommen. Verwenden Sie nur reines Benzin ➞ Wundbenzin oder ➞ Waschbenzin.

Chlorwasserstoff(säure) C - (ätzend!)

➞ Salzsäure

Citronensäure

➞ Zitronensäure

Destilliertes Wasser

wird durch Kondensation von Wasserdampf gewonnen und ist fast salzfrei. Es gibt auch 2-fach destilliertes Wasser, sogenanntes Aqua bidestillata. Wir sollten einfaches destilliertes Wasser beim Verdünnen von Säuren oder Herstellung von Natronlauge statt Leitungswasser verwenden. Sogenanntes „gereinigtes Wasser“, das angeboten wird, sollte man nicht nehmen.

Dichlormethan

ist der chemische Name für ➞ Methylenchlorid. Dies ist verwandt mit dem Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff), ist aber aggressiver und löst noch stärker Fette. Es ist auch Bestandteil von Abbeizern und eignet sich sehr gut zum Entlacken von falsch behandelten Münzen. Vorsicht bei Banknoten: im Gegensatz zu dem mit Chlor gesättigten T. kann diese Substanz auch Farbe anlösen. Ideal löst D. beispielsweise diverse Plastestoffe auf. D. ist als karzinogen (krebserregend) eingestuft. Daher Arbeitsschutz beachten: Handschuhe, gute Belüftung.

Essig

ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ➞ verdünnte Essigsäure zu Speisezwecken.

Essigsäure

oder Ethansäure ist eine klare, stechend sauer riechende Flüssigkeit, die es als reine Substanz („Eisessig“) und in den verschiedensten Verdünnungen gibt. Zu Speisezwecken wird die Substanz auf 5, manchmal auf 10% verdünnt. In hoher Konzentration ist die Substanz stark ätzend. Für unsere Zwecke reicht eine 10%ige Lösung meist aus. Verwenden Sie Essig aus dem Haushalt, darauf achten, dass dieser „rein“ ist, also keinesfalls „Apfelessig“ oder ähnliches zum Münzenreinigen verwenden! Heute wird Essigessenz als 25%ige Säure in Lebensmittelverkaufsstellen angeboten.

Beschaffungshinweis: Drogerie, Apotheke, Lebensmittelhandel

Mengenempfehlung: Stoff wird nicht häufig gebraucht: 100 ml reichen lange.

Ethanol

oder Ethylalkohol, früher Äthylalkohol, ist das, was man auch „Trinkbranntwein“ nennt und Grundlage aller alkoholischen Getränke ist. Umgangssprachlich wird Ethanol nur einfach „Alkohol“ genannt, obwohl Alkohole eine Gruppe von chemischen Stoffen sind. Höhere Alkohole sind beispielsweise Propanol, das auch in der Apotheke zu bekommen ist. Wir verwenden es in höherer Konzentration 70%, wie in Apotheken erhältlich, und zwar zum schnelleren Trocknen von PP-Münzen.

Beschaffungshinweis: Apotheke

Mengenempfehlung: Verkaufsmenge meist 200 ml-Flaschen.

Ethylalkohol

ist ebenfalls eine alte chemische Bezeichnung für ➞ Ethanol

Eisen- und Aluminium-Tauchbad

ist ein fertig angerichtetes Bad auf Säurebasis, das gerade bei Eisen gute Erfolge bringt und im Münzhandel erhältlich ist.

Feuerzeugbenzin

ist, wie der Name sagt, Benzin, das zum Tanken für Feuerzeuge hergestellt wurde und auch Öle enthält. Es ist nicht geeignet für die Behandlung von Banknoten oder für Münzoberflächen. Nehmen Sie stattdessen ➞ Wundbenzin aus der Apotheke oder ➞ Waschbenzin.

Geschirrspülmittel

in flüssiger Form von vielen Herstellern kann gut zur Grundreinigung der Münzen verwendet werden. Man gibt wenige Tropfen in warmes Wasser. Auch hier gilt: viel hilft nicht viel. Das Bad soll leicht Schaum bilden, wenn man darin mit dem Finger oder dem Spatel rührt. In der Drogerie fragen: gut eignen sich z.B. „Fit“ oder „Pril“, möglichst die „einfachsten“ Sorten kaufen, ohne viel Zusätze an Riech- und Farbstoffen.

Goldbad oder Gold-Tauchbad

ist überflüssig, hier sind nur waschaktive Substanzen mit Parfüm enthalten, mit denen man Schmuckstücke reinigen kann.

Die Reihe wird fortgesetzt mit der alphabetischen Vorstellung der Chemikalien ab „Kaliumdichromat“.