Leitfaden Münzensammeln: Spezialisierung tut Not! Motivsammlungen, Stadtansichten und Bauwerke (Teil 4)

20.11.2019

 

 

Auf der Grundlage des von Wolfgang J. Mehlhausens verfassten Buches „Handbuch Münzensammeln“ möchten wir in mehreren Teilen einen Leitfaden für das Münzensammeln veröffentlichen – für bereits Aktive und die, die es werden wollen, denn Nachwuchs ist wie überall, wichtig!

 

 

 

 

 

 

 

 

Motivsammlungen

 

Taler von Anhalt-Bernburg 1846 (Ausbeute- oder Bergbautaler) mit dem Wappenbären auf der Mauer

 

Die immer wieder von Sammlern beklagte Fülle von Neuausgaben vieler Länder, deren Zahl in den letzten Jahren noch weiter zugenommen hat, bietet zugleich eine große Chance für Freunde bestimmter Motive. Hier kann man in aller Ruhe aus den Angeboten der Münzneuheiten auswählen.

 

Auch bei Motiven gilt: Sammeln kann man alles. Es gibt hier schon „klassische“ Gebiete, wie Sport und Olympische Spiele, Schiffe und Tiere auf Münzen. Selbst Münzen und Geldscheine auf Münzen gibt es. Diese Gebiete erfreuen sich der größten Beliebtheit bei den Numismatikern in aller Welt, entsprechend oft gibt es gerade zu diesen Neuerscheinungen. Und der Bogen wird oft weit gespannt. Die Slowakei, ein Land mit vielen schönen Gebirgen, hat auch eine Schiffsmünze im Jahr 1955 herausgegeben, was man nicht vermutet. Auch Ungarn, das wegen seiner geografischen Lage nicht zu den maritimen Staaten gehört, gibt mit Fug und Recht Schffsmünzen heraus. Es erschien hier bereits eine ganze Serie mit Donau- und Plattenseeschiffen. Die Alpenrepublik Österreich begann 2004 gar mit einem Münzprogramm „Österreich auf hoher See“, das bis 2006 lief und sechs Münzen zu 20 Euro umfasst. Im Jahr 2007 begann ein Programm „Österreichische Eisenbahnen“ in Silber und „Große Mediziner“ in Gold. Beim Tier- und Pflanzenreich bietet sich der oder dem Interessierten eine Fülle von Münzen, denn auch schon vor 1990 gab es hier ansprechende Prägungen – und auch auf antiken Prägungen finden sich zahlreiche reizvolle Motive!

Doch irgendwann wird man feststelle, dass auch hier eine Spezialisierung notwendig wird. Bleiben wir bei den Tieren. Hier könnte man beispielsweise moderne Prägungen, die im Rahmen der weltweiten Programme „Geschützte Tierwelt“ herausgegeben werden, zusammentragen. Doch auch beliebte Haustiere, wie Hunde und Katzen, sind auf Münzen zu finden. Etwas schwieriger findet man „Nutzvieh“, wie Schweine oder Kühe, auf Geldstücken; hier würde sich das Sammeln entsprechender Medaillen anbieten. So hat ein bekannter Sammler etwa eine stattliche Sammlung zum Thema „Schwein“ zusammengetragen, auf die er ganz besonders stolz ist und sein kann. Ein anderer Sammler sucht wiederum alles, was „jagbares Wild“ ist.

 

Unzählige Tierdarstellungen finden wir in den Wappen, die seit Jahrhunderten auf Münzen zu finden sind, häufig sogar solche, die es eigentlich gar nicht gibt: sogenannte Fabelwesen wie Drachen, Greife oder ähnliches. Auch auch ganz normale Tiere wie Bären wind häufig zu finden. Bei Münzen in Anhanlt finden wir einen bekrönten Bären auf einer Stadtmauer schreiten. Bären gibt es auf vielen Münzen. Die Fülle des Angebots mahnt auch hier zur Einschränkung. Sollen wirklich alle Münzen mit jeglichem gegenständlichen oder abstrakten Bärenmotiv erworben werden? Vielleicht ist es sinnvoller die Sammlung auf die wichtigsten Vertreter dieser Gattung oder Art zu begrenzen? Es sit eine Überlegung wert. Zu entscheiden ist in diesem Zusammenhang auch, ob man sich auf Münzen beschränkt, oder auch Medaillen, Jetons, Marken und Geldscheine in die jeweilige Sammlung aufnehmen will.

 

Reizvolle Stadtansichten und Bauwerke

„20 Euro (Österreich auf Hoher See) Polarexpedition „Admiral Tegetthoff“

 

Stadt- und Hafenansichten finden wir ebenfalls beretis auf antiken Stücken. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es viele „Schaumünzen“ in Talergröße und größer mit Stadtansichten, die schon damals gern gesammelt wurden so erhalten blieben. Besonders schöne Prägungen gibt es von Hamburg, Frankfurt am Main, Nürnberg, Regensburg oder Danzig, um wenige Beispiele zu nennen.

 

Stempelschneider des Barocks schufen meisterhafte Werke, die von der Pracht der Städte zeugen sollten. Bis heute werden Gebäude und Stadtansichten auf Münzen dargestellt, z. B. auf der lettischen Münzserie „800 Jahre Riga“. Auf „1000 Jahre Potsdam“ gibt es ein bundesdeutsches 10-Mark-Stück, dazu die beiden 5-Mark-Stücke der DDR mit „Sanssouci“ und dem „Neuen Palais“ in Potsdam. Von 1930 gibt es ein schönes 3-Reichsmark-Stück auf den 300. Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs mit einer Ansicht der Stadt.

 

Schließlich kann man auch einzelne Bauwerke auf Münzen und Medaillen sammeln, hier gibt es nicht wenige Numismatiker, die speziell das Brandenburger Tor in Berlin zu ihrem Gebiet gemacht haben. Es ist schon erstaunlich, wie umfangreich so ein Gebiet werden kann, wenn man auch Geldscheine und vielleicht sogar noch Objekte, wie Auto-Plaketten und Abzeichen, mit in die Kollektion aufnimmt.

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