Größte und schwerste goldene Gedenkmünze der USA

Bei der größten und schwersten goldenen Gedenkmünze der USA handelt es sich um ein 50-Dollar-Goldstück, das 1915 anlässlich der Panama-Pacific International Exposition in San Francisco geprägt wurde.

 

 $ 50, 900er Gold, 83,590 g, Ø 44,00 mm, Auflage: 645 Ex., Münzstätte San Francisco. Bildquelle: MA-Shops, Park Avenue Numismatics USA (Juni 2019).

 

Interessant und bemerkenswert ist, dass man von dieser Goldmünze gleich zwei Varianten anfertigte – eine runde (483 Exemplare) und eine achteckige (645 Exemplare). Diese waren von den Bildmotiven, den Umschriften und den technischen Parametern her zwar gleich, unterschieden sich aber dennoch minimal voneinander. Bei der achteckigen Variante finden sich nämlich sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite zusätzlich acht Delphine in den Ecken, die hintereinander im Uhrzeigersinn schwimmen. Darüber hinaus sind die Bildmotive bei dieser Variante alle etwas kleiner als bei der runden, da die Durchmesser beider Münzen gleich sind, das Bildmotiv der achteckigen Münze aber wegen den Delphin- und Eckgestaltungen ein klein bisschen umfangreicher ausfällt. Vorderseitig ist die antike römische Göttin Minerva (das Äquivalent zur griechischen Athena) mit Ägis, Rundschild und korinthischem Helm mit Busch dargestellt. Den amerikanischen Münzkatalogen zufolge stand diese Göttin für Weisheit, Geschicklichkeit, Besinnlichkeit, Spinnen und Weben sowie für Landwirtschaft und Gartenbau. Rückseitig findet sich ein amerikanischer Uhu als Vertreter der Familie der Eulenvögel auf einem Kiefernzweig, zumal die Eule das heilige Tier der Minerva war. Das Emissionsjahr wiederum erscheint am oberen Rand des Rundschilds auf der Münzvorderseite in römischen Jahreszahlen (MCMXV). 

 

  „Panama-Pacific International Exposition“-Poster von 1915. Bildquelle: Wikimedia Commons.

 

Die Panama-Pacific International Exposition war eine internationale Ausstellung, die vom 20. Februar 1915 bis zum 4. Dezember 1915 im Golden Gate Park in San Francisco stattfand und sich auf einer Fläche von 257,38 ha (636 acres) erstreckte. An ihr beteiligten sich 44 US-Staaten, etliche US-Territorien sowie 36 ausländische Nationen. Die Ausstellung kostete etwa 50 Millionen US-Dollar und zog während der 10-monatigen Öffnungszeit geschätzte 19 Millionen Besucher an. Mit ihr feierte man den am 15. August 1914 eröffneten Panamakanal und den pazifischen Ozeanhandel ebenso wie den Wiederaufbau San Franciscos nach dem verheerenden Erdbeben von 1906 und den anschließenden Bränden in der Stadt. Wie ein amerikanischer Münzkatalog es formuliert, war das Ziel dieser Ausstellung Aufmerksamkeit zu erreichen, Besucher anzuziehen, Geld zu machen und den Ruhm des neuen und dynamischen San Francisco zu vergrößern. „The object was to attract attention, draw visitors, make money, and enhance the glory of the new and dynamic San Francisco.“ (Q. David Bowers, The Official Red Book. A Guide Book of United States Commemorative Coins, Atlanta, GA, 2008, S. 53).

Schöpfer dieser imposanten 50-Dollar-Goldstücke war der New Yorker Künstler Robert I. Aitken. Zwar waren von der runden Variante 1510 und von der achteckigen 1509 Stück geprägt worden, doch schmolz man von der runden 1027 und von der achteckigen 864 Münzen später wieder ein. Der Verkaufspreis je Münze betrug 1915 $100. Inzwischen erzielen diese Stücke schwindelerregende Höhen. In der 72. Auflage des Official Red Book, A Guide Book of United States Coins (2019), wurden diese Münzen in Stempelglanz (MS-66) wie folgt bewertet: Die runde Variante $240.000 und die achteckige Variante $245.000.

 

 

 

 

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