Montanmedaille 2019: Schwarzenberg – Bergbau am Rothen Berg

11.12.2018

In der Umgebung von Schwarzenberg waren Eisenerzlagerstätten historisch von größter Bedeutung. Mit den Anfängen der Burg Schwarzenberg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann auch die Besiedlung der nächsten Umgegend am Lauf des Schwarzwassers. Um 1189 dürfte Crandorf gegründet worden sein. Der Beginn des Eisenbergbaus und der Verhüttung des Erzes in Crandorf und Erla wird schon um 1240 vermutet. Bereits 1380 ist die Eisenverhüttung im Erlahammer urkundlich genannt. Der Erlaer Hammer ist dort errichtet worden, wo der steil herunterstürzende Crandorfer „Eilbach“ das Schwarzwasser erreichte. Der reiche Erlenbestand im Tal regte die ersten Hammerherren und Hammerschmiede zum Namen „Erla“ an.

Um 1560 verbrauchte der Erlahammer jährlich 1000 Klafter Hart- und Weichholz, das sind etwa 2500 Festmeter. Ein Hochwasser vernichtete den Hammer, so dass dieser 1665 neu errichtet wurde. In A. L. Pecks Buch „Historische und geographische Beschreibung des Kreisamtes Schwarzenberg“ wird 1795 der „Rothe Berg“ als das „berühmteste Eisenbergwerk Sachsens“ dargestellt. Dazu gehörten zahlreiche Aufbereitungsanlagen verschiedenster Art: Bergschmieden, Wasserkünste u. a. Die Gewinnung des Eisensteines erfolgte zunächst im Tagebau, indem man den Erdboden aufhackte, Schürfgräben zog und dort, wo man abbauwürdiges Erz fand, dieses nach der Tiefe und Seite zu herausschlug. Diese kleinen Tagebaue erreichten vermutlich eine Tiefe von 10 bis 15 m, wenn es die Standfestigkeit des Nebengesteines und die Zuflüsse des Grundwassers erlaubten.

Schon 1517 wird eine „Zeche am Rothenberg“ genannt. Die Gruben am Rothenberg waren 1790 insgesamt mit 161 Mann belegt. Mit dem Erz des Rothenberges wurden 11 Hammerwerke in der näheren und weiteren Umgebung beliefert. Der Eisenbergbau wurde aus Rentabilitätsgründen 1865 eingestellt. Der letzte Befahrungsnachweis stammt von 1913 und 1944 wurde der Rothenberg-Tageschacht verwahrt. (Quelle: Festschrift „Acht Jahrhunderte Erla und Crandorf“, Erla 1989)

 

Die Medaille der Freiberger Münzfreunde

 

 

 

Avers: Zweigeteiltes Feld, oben die Eisengießerei in Erla-Crandorf und unten die Fundgrube St. Johannes um 1838. Umschrift oben: „Schwarzenberg – Bergbau am Rothen Berg”, unten: „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří”. Die obere und untere Umschrift sind links mit Schlägel und Eisen und rechts durch das Hüttenbesteck getrennt.

Revers: Darstellung eines historischen Eisenhammers, das Motiv wurde aus dem Buch der „Haupt-Stände“ von Christoff Weigel, gedruckt 1698 in Regensburg, entnommen. Die gerade Umschrift lautet oben „Eisenhammer“, unten: „Erla“, begrenzt links mit Schlägel und Eisen und einer Schmiedezange und rechts durch das Hüttenbesteck. Am linken Rand steht „del. Christoff Weigel“ und rechts „Zainhammer um 1698“. Zu den Füßen des rechten Schmieds steht „FMF 2019“ für den Emittenten.

 

Medailleninfos zu den beiden Metallvarianten:

Metall:                                      Silber 999      Kaiserzinn

Durchmesser:                          50 mm           50 mm

Gewicht:                                  ca. 63 g          ca. 44 g

Oberfläche:                             patiniert        blank mit Kupferstift

Auflage:                                   jeweils max. 500 Stück

Idee:                                        Helmut Herholz, Freiberg

Entwurf:                                   Dr. Lothar Schumacher, Freiberg

Emittent:                                  Freiberger Münzfreunde e.V.

Stempel:                                  Ralf Exner, Dresden

Prägung:                                 1. Dresdner Medaillenmünze Glaser & Sohn

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