Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege

28.10.2018

Bei unseren „Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege“ setzen wir unsere Beschäftigung mit Münzmetallen fort. Wir orientieren uns wieder am „Handbuch zur Münzpflege“ (4. Auflage Regenstauf 2015, 13,50 Euro) von Wolfgang J. Mehlhausen.

 

9.8 Kupfer (Cu)

Kupfer ist ein ebenfalls wichtiges Münzmetall, das jedoch zu allen Zeiten schon als „unedel“ galt und vor allem als Metall zur Waffen- und Werkzeugherstellung diente. Als Münzmetall war es schon ab 400 v. Chr. im Gebrauch. Bis heute dient dieses rötliche Metall zur Herstellung oder zum Überzug von Münzen. In der Regel waren in der Geschichte Gold oder Silber die Währungsmetalle, während Kupfer nur zur Ausprägung von Scheidemünzen diente. Doch beispielsweise in Schweden, Russland und in Rom zu Zeiten der Republik gab es auch Perioden mit einer Kupferwährung.

 

Das chemische Symbol von Kupfer ist Cu (lat. „Cuprum“), das Metall hat ein spezifisches Gewicht von 8,9 g/cm3. Reines Kupfer ist sehr weich, daher wird es für die Münzherstellung sehr häufig mit anderen Metallen legiert. Münzen aus reinem Kupfer wurden nur sehr selten ausgeprägt, so von Russland im 18. Jahrhundert bei 5- und 10-Kopeken-Stücken. Häufiger ist das Metall in reiner Form bei Medaillen anzutreffen, besonders bei sehr großen Exemplaren. Das reine Kupfer lässt sich wegen der geringen Härte sehr gut gestalten, sprich beprägen.

Es gibt eine Vielzahl von Kupferlegierungen, die jeweils auch ganz individuelle Behandlungen bei der Reinigung erfahren müssen.

 

9.9 Nickel (Ni)

Nickel ist ein sehr hartes und zugleich sehr widerstandsfähiges Metall, das man gelegentlich nicht zu Unrecht als „Halbedelmetall“ bezeichnet. Nickel, dessen chemisches Symbol Ni lautet, widersteht den meisten Säuren und Laugen viel besser als das edlere Silber. Das spezifische Gewicht des Metalls liegt bei 8,9 g/cm3 und entspricht etwa dem des Kupfers.

Als erstes Land der Welt setzte die Schweiz das reine Metall bei der Fertigung von Münzen 1881 ein. Die 20-Rappen-Stücke wurden erst 1939 durch Kupfernickel ersetzt. Auch Belgien und südamerikanische Staaten erkannten früh den Vorteil von Nickel als Legierungsbestandteil von Münzwerkstoffen. Aber auch viele andere Staaten führten Nickel als Münzmaterial ein, so die USA. Die 5-Cents-Stücke werden bis heute „Nickels“ genannt. Im deutschen Kaiserreich waren die 25-Pfennig-Stücke von 1909 bis 1912 aus Nickel, ebenso wie 50-Pfennig-Stücke von 1927 bis 1939. Dieses eigentlich ideale Münzmetall ist in Verruf geraten, weil es Allergien hervorruft. Doch die Gefahren gehen von Nickelverbindungen, kaum vom metallischen Nickel aus. Dennoch hat zum Beispiel Schweden die weitere Verwendung bei Münzen verboten.

Nickel in reiner Form und bei hohem Legierungsanteil ist magnetisch. Bei den sehr häufigen 5-Mark-Umlaufmünzen von 1969 „XX Jahre DDR“ gibt es übrigens eine Vielzahl von Varianten, die optisch nicht voneinander zu unterscheiden sind, aber gar nicht, wenig oder stärker vom Magneten angezogen werden, je nach Nickelgehalt, was in den meisten Katalogen nicht vermerkt ist.

Münzen aus Reinnickel oder mit einem sehr hohen Nickelanteil sind meist nur oberflächlich mit einer Schmutzschicht überzogen, die mehr oder minder leicht zu entfernen ist, zumal man auch stärkere Chemikalien relativ gefahrlos einsetzen kann. Münzen aus verschiedensten Legierungen mit weniger Nickel hingegen bereiten häufig Schwierigkeiten. Hier muss viel experimentiert werden.

 

9.10 Zink (Zn)

 

 

Zink ist ein Metall, das zu den „Weichmetallen“ gerechnet wird. Sein spezifisches Gewicht beträgt 7,0 g/cm3. Es ist auch nicht sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischen Anforderungen und chemischen Einwirkungen. Das chemische Symbol dieses Metalls ist Zn.

Zink wurde für Münzen meist nur in Notzeiten eingesetzt. Diese Münzen können sehr schnell korrodieren und unansehnlich werden, doch gibt es immer wieder Stücke, die auch nach 50 Jahren mit wirklich „hellem“ Stempelglanz den Sammlern zur Verfügung stehen. Der Verfasser hatte beispielsweise um 1965 einige 5-Groszy-Münzen mit Loch des sogenannten „Generalgouvernements“ aus Zink aus einer Rolle in stempelfrischer Erhaltung in Warschau auf einem Markt erworben. Diese Münzen wurden ab 1939 geprägt und hatten also ein stattliches Alter von mehr als 25 Jahren. Ein Exemplar liegt heute noch in der Sammlung und ist nun schon mehr als 60 Jahre alt, hat aber immer noch den klassischen hellen Stempelglanz. Andere Zinkmünzen hingegen laufen schon nach Monaten an oder überziehen sich mit einer dichten Oxidschicht. Am häufigsten wird Zink durch „Zinkrost“ zersetzt. Dies ist ein basisches Zinkkarbonat, es hinterlässt weiße Flecken auf dem Metall. Zink wird auch als Überzugsmetall z.B. für Eisen verwendet, unter anderem für Zäune, um ein Beispiel zu nennen.

 

Gerade Zinkmünzen machen den Sammlern bei der Konservierung große Probleme. Aus Zink wurden beispielsweise die 1-, 5- und 10-Pfennigstücke ab 1940 geprägt. Aus Zink bestehen, wie gesagt, häufig Kriegsmünzen, wie die Stücke von 10 Heller bis 1 Krone des „Protektorats Böhmen und Mähren“, aber auch niederländische Münzen des Zweiten Weltkriegs sind aus diesem Metall, wie auch Prägungen von Ungarn und Serbien, Belgien usw., um nur wenige Beispiele zu nennen.

 

Die Reihe wird fortgesetzt mit „9.11 Zinn“

 

 

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