Nachbericht zur 27. Auktion der AMS Stuttgart vom 27. und 28. November 2017

12.12.2017

Die 2330 Lose umfassende Winterauktion der AMS war wieder ein voller Erfolg mit zunehmend internationaler Beteiligung. So erzielte das Titelstück des Auktionskataloges, ein 5 Dukaten-Stück von 1698 bei einer Taxe von 25.000,– € einen für solch eine Münze noch nie dagewesenen Zuschlag von 66.000,– €. Der Käufer, ein japanischer Händler, war extra aus Tokio für den Erwerb dieses Prachtstückes nach Stuttgart geflogen. (Abb. 918 Vs + Rs) Auch die antiken und ausländischen Münzen erzielten am Anfang der Versteigerung hervorragende Ergebnisse. Bei den Münzen und Medaillen des Römisch-Deutschen-Reiches war die Aufmerksamkeit vor allem auf das große vergoldete Bronze-Medaillon von 1716 gerichtet, das auf einen Zuschlagspreis von 26.000,– € kletterte. (Abb. 460 Vs + Rs) Zu heftigen Bietergefechten führten die teils mit sehr seltenen Gegenstempeln versehenen Groschen des Münzfundes von Aufhofen. Den Prager Groschen mit der Kontermarke von Schaffhausen konnte sich das Museum von Schaffhausen bei einer Schätzung von 500,– € erst bei 2.400,– € sichern. Auch viele Münzsammler aus dem Oberschwäbischen Raum konnten dabei seltene Stücke für sich erwerben. (Abb. 543 Vs + Rs)

 

 

 

Das Angebot an altdeutschen Münzen und Medaillen war wie üblich bei der AMS, Stuttgart sehr breit gefächert und enthielt viele schon lange nicht mehr angebotene Exemplare. Schon die erste Position dieser Abteilung, eine kleine silberne Prämienmedaille von 1588 der Universität Altdorf kletterte bei einem Preisansatz von 500,– € auf 2.100,– € und wurde erst nach hartem Bieten zwischen einem amerikanischen Sammler, der live über das Internet geboten hatte und einem im Saal anwesenden Nürnberg-Sammler für diesen entschieden. (Abb. 564 Vs + Rs) Der überaus seltene 1/9 Taler 1640 von Bayern stieg von seiner Schätzung von 4.000,– € auf 7.250,– €.  (Abb. 629 Vs + Rs) Die silberne Renaissancemedaille von 1529, die von dem Nürnberger Medailleur Matthes Gebel für den Patrizier Georg Hermann gefertigt worden war, hatte gleich mehrere Interessenten angelockt. Nach einem langen Bietergefecht stieg sie von 1.000,– € auf 6.300,– €. (Abb. 862 Vs + Rs)

 

 

Von den Erben eines verstorbenen Sammlers war in dieser Auktion unter anderem die wohl umfangreichste Sammlung Nürnberger Marken und Zeichen eingeliefert worden. Die über 200 Stücke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert erreichten durchweg das doppelte bis dreifache ihrer Schätzung. Einen Rekordpreis erzielte auch der Dukat 1705 von Schwäbisch Hall: bei einer Schätzung von 3.000,– € erfolgte der Zuschlag erst bei 9.500,– €. (Abb. 1444 Vs + Rs) Die absolute Domäne des Auktionshauses in Stuttgart ist sicher das konkurrenzlos vielfältige Angebot an württembergischen Münzen und Medaillen. Der Goldgulden von 1520, der mit dem Porträt Kaiser Karls V. während der österreichischen Besetzung des Herzogtums geprägt worden war, wurde zurecht als „von größter Seltenheit“ beschrieben und mit 30.000,– € angesetzt. In einem erbitterten Bietergefecht erzielte dieser Goldgulden den Rekordpreis von 62.500,– € (zzgl. Aufgeld). (Abb. 1532 Vs + Rs) Der erste württembergische Dukat von 1537 stieg von 7.500,– € auf 25.000,– €. (Abb. 1536 Vs + Rs)

 

Unter den fast 300 württembergischen Münzen und Medaillen ragen noch folgende Ergebnisse hervor: Ausbeutetaler 1728 der Grube Drei-Königstern; Schätzung: 7.500,– €, Zuschlag: 18.000,– € (Abb. 1579 Vs + Rs) oder das in nur 17 Exemplaren geprägte 4 Dukaten-Stück auf den Münzbesuch des Königs 1844; Schätzung: 30.000,– €, Zuschlag: 52.500,– €. (Abb. 1686 Vs + Rs) Selbst ein württembergischer Siegestaler von 1871, wahrlich eine häufige Münze, erzielte allerdings als „Kabinettstück von feinster Erhaltung“ bei einer Schätzung von 200,– € einen Zuschlag von 1.200,– €. Dieser bislang noch nie erreichte Preis, zu dem auch noch das Aufgeld zuzurechnen ist, zeigt, wie sehr die Preisschere bezüglich der Erhaltung einer Münze auseinandergeht. Thematische Medaillen sowie Reichsmünzen in Silber und Gold rundeten das Angebot der AMS ab und auch sie erzielten durchweg sehr gute Ergebnisse.

 

 

Die nächste Auktion findet in Stuttgart im Mai 2018 statt. Einlieferungen von interessanten Einzelstücken oder ganzen Sammlungen

sind bis Ende Februar 2018 möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

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