Weltmünzenatlas – Dänemark

 

 

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Das Königreich Dänemark grenzt im Nordosten an das Kattegatt, im Osten an die Ostsee, im Süden an Deutschland, im Westen an die Nordsee und im Nordwesten an das Skagerrak. Zu Dänemark gehören außer der Halbinsel Jütland und etwa 480 Inseln noch die Färöer-Inseln und Grönland. Die letzten beiden regieren sich jedoch in Selbstverwaltung. Von den 480 Inseln sind rund 100 bewohnt. Zwischen Jütland, den großen Inseln und Südschweden befinden sich drei Meeresstraßen, die in die Ostsee führen – der Kleine und der Große Belt und der Sund (Öresund). Geologisch betrachtet, ist Dänemark zum großen Teil eine Fortsetzung des Norddeutschen. Im Westen befinden sich die sogenannten jütländischen Heidegebiete und im Osten die reliefartig stärker ausgeprägten Grundmoränenlandschaften, die von fruchtbarem Lehmhügelland bedeckt sind. Der höchste Punkt Dänemarks liegt mit 173 m über dem Meeresspiegel im östlichen Mitteljütland. Das Land hat zahlreiche Seen, aber keine größeren Flüsse. Der längste Fluß ist der Gudena (158 km). In Dänemark herrscht Seeklima, das sich durch kühle Sommer (durchschnittlich 16–18 °C) und milde Winter (durchschnittlich um 0 °C) charakterisiert. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 800 mm im westlichen Jütland und 450 mm pro Jahr auf Bornholm. Etwa 5% der Landesfläche sind von Heideland, Dünen, Hochmooren und Seen bedeckt, 12% sind bewaldet und auf 61% erstrecken sich Felder und Gärten. Die Bevölkerung Dänemarks besteht fast ausschließlich aus Dänen. In Südjütland gibt es zudem eine etwa 35 000 Personen umfassende deutschsprachige Minderheit. 87% der Dänen leben in Städten und mehr als ein Drittel davon in Kopenhagen und Umgebung. Etwa 83% der Bevölkerung sind Christen, hiervon rund 81% evangelisch-lutherisch. Darüber hinaus gibt es noch rund 220 000 Muslime und rund 3000 Juden.  

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Dänemarks

Im 6. Jahrhundert drangen die aus Südschweden kommenden Dänen erstmals auf das Gebiet des heutigen Dänemarks vor, das damals von Germanen besiedelt war und errichteten diverse Teilkönigtümer. Da Gorm der Alte (gestorben um 950) die meisten dieser Teilkönigtümer unter seiner Herrschaft vereinte, gilt er auch als der eigentliche Staatsgründer Dänemarks. Sein Sohn Harald Blauzahn trat um 960 zum Christentum über. Unter Knut dem Großen (1018–1035) eroberten die Dänen England und Norwegen und erwarben auch das schleswigsche Gebiet zwischen Eider und Schlei. Nach Knuts Tod zerfiel dieses Nordseereich und Norwegen und England wurden wieder frei. Im 12. und 13. Jahrhundert konnte Dänemark seine Macht erneut ausdehnen und die mecklenburgisch-pommersche Ostseeküste mit den heidnischen Wenden sowie Holstein und Estland unterwerfen. 1227 gingen die wendisch-deutschen Eroberungen aber wieder verloren und Estland wurde 1346 an den Deutschen Orden verkauft. Stattdessen dehnten sich die Dänen in Skandinavien aus – so wurde Margrethe (1387–1412) Königin von Dänemark und Norwegen und gewann 1389 auch Schweden dazu. Die 1397 gegründete Kalmarer Union der drei Reiche Skandinaviens dauerte dann, von ein paar Unterbrechungen abgesehen, bis 1523. 1523 gewann Schweden seine Unabhängigkeit zurück, dafür wurde Norwegen noch enger mit Dänemark verbunden. 1536 führte König Christian III. die lutherische Reformation ein. Unter Friedrich III. wurde Dänemark eine Erbmonarchie. Im 18. Jahrhundert erwarb das Königreich den Gottorper Anteil an Schleswig und Holstein. Nachdem die Briten Kopenhagen 1801 und 1807 von See her angegriffen hatten und die Dänen anschließend ihre Flotte ausliefern mußten, schloß sich Dänemark Napoleon an. Nach dessen Niederlage 1814 kam das dänische Helgoland an Großbritannien und Norwegen an Schweden. Island und die Färöer blieben aber dänisch. Als im 19. Jahrhundert die nationalen Gegensätze zwischen Dänen und deutschen Schleswig-Holsteinern immer unüberbrückbarer wurden, kam es 1848–1850 zum Deutsch-Dänischen Krieg, den die deutschen Schleswig-Holsteiner verloren. Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, den die Dänen verloren, kamen die Herzogtümer Schleswig und Holstein an Preußen und Lauenburg an Österreich. 1915 verabschiedete Dänemark eine demokratische Verfassung. 1917 verkaufte es seine Kolonie Dänisch-Westindien an die USA. 1918 wurde Island ein selbständiges Königreich in Personalunion mit Dänemark. Infolge des Versailler Vertrags kam Nordschleswig 1920 an Dänemark. Im Zweiten Weltkrieg wurde Dänemark trotz eines Nichtangriffspakts mit Deutschland 1940 von deutschen Truppen besetzt und blieb dies bis 1945. Am 24. Mai 1944 hatte Island die Union mit Dänemark gelöst und am 17. Juni 1944 die Republik ausgerufen. 1945 begründete das dänische Königreich die UNO mit und schloß sich 1949 dem Europarat und der NATO an. 1973 wurde es Mitglied der EG. 1993 stimmte es in einer 2. Abstimmung für die Maastricher Verträge. Zwar billigte die dänische Bevölkerung in einem Referendum den Amsterdamer EU-Vertrag von 1998, stimmte aber 2000 gegen Dänemarks Beitritt zur Euro-Zone. Über den Wechselkursmechanismus ist die Dänische Krone seit 1999 aber an den Euro als Leitwährung gebunden. Staatsoberhaupt ist seit 1972 Königin Margrethe II. 

 

Die Münzen Dänemarks

Seit dem 1. Januar 1975 gelten im Königreich Dänemark 100 Øre = 1 Dänische Krone (Danske Krone). Zu den Kursmünzen, die man ab 1873, 1874 und 1875 bis zum Ende des Ersrten Weltkriegs bzw. bis 1916 oder 1917 emittierte, gehörten die Nominale: 1, 2 und 5 Øre (Bronze), 10 Øre (400er Silber), 25 Øre (600er Silber), 1 Krone und 2 Kronen (800er Silber) und 10 und 20 Kronen (900er Gold). Zwischen 1924 und 1941 prägte man dann keine Silbermünzen mehr, sondern ersetzte diese durch Kupfernickel- oder Aluminium-Bronze-Gepräge. Die 20-Kronen-Goldmünzen hingegen prägte man noch in geringeren Mengen zwischen 1926 und 1931, danach wurde auch ihre Emission komplett eingestellt. Die 1, 2 und 5 Øre, die man bis 1941 aus Bronze hergestellt hatte, prägte man 1941 aus Aluminium und danach bis 1964 bzw. 1972 aus Zink. Bronzeausgaben dieser Kleinmünzen, mit verändertem Bildmotiv gab es aber auch zwischen 1960 und 1966 bzw. 1972. Ab 1960 prägte man zudem alle Nominale von 10 Øre aufwärts nur noch in Kupfernickel. Auch verzichtete man auf die Emission von 2-Kronen-Münzen und ersetzte diese durch 5-Kronen-Stücke aus Kupfernickel. Im Prinzip änderte sich an dieser Emissionspraxis auch unter Königin Margrethe II. bis 1989/90 nichts – außer, daß man 1 und 2 Øre seit 1972 nicht mehr ausbrachte, die 5 Øre nur noch aus Kupfer plattiertem Eisen herstellte und 1979 noch eine 10-Kronen-Münze aus Kupfernickel einführte. Von 1989/90 an brachte man keine 10-Øre-Münzen mehr aus, prägte die 25- und 50-Øre-Stücke in Bronze, führte eine zusätzliche 20-Kronen-Münze ein und stellte die 10- und 20-Kronen-Stücke aus einer neuen Aluminium-Nickel-Bronzelegierung her. Die 1-, 2- und 5-Kronen wurden weiterhin in Kupfernickel ausgebracht, erhielten aber völlig neue Bildmotive. Parallel zu diesen Kursmünzenemissionen emittierte Dänemark aber von Anfang an stets auch Gedenkmünzen. Münzen, mit denen es Thronjubiläen seiner Monarchen und Geburts-, Hochzeits- und Todestagen der Königsfamilie gedenkt; Münzen, die es darüber hinaus bedeutenden Persönlichkeiten, z. B. Hans Christian Andersen, oder diversen dänischen Naturwissenschaftlern widmet und Münzen, mit denen es an besondere dänische Architekturmonumente (Türme) oder bedeutende dänische Schiffe aber auch an Ereignisse wie das internationale Polarjahr oder die 1000-jährige Münzprägung in Dänemark erinnert. Bestehen tun diese Gedenkmünzen zu einem großen Teil aus Silber (anfangs eher 800er, seit 1992 vorwiegend 999er), aber auch aus Kupfernickel und Aluminium-Nickel-Bronze. Goldene Gedenkmünzen (in 900er Gold) gibt es ebenfalls, allerdings sind ihre Ausgaben nicht so zahlreich wie die der Silbermünzen oder die der Münzen in unedlen Metallen. Geprägt wurden und werden die dänischen Münzen ausschließlich von der Königlichen Münze in Kopenhagen, abgesehen von ein paar Kursmünzen in Bronze und Kupfernickel des Jahrgangs 1941, die von der [British] Royal Mint für den Umlauf auf den Färöer-Inseln hergestellt wurden.

 

 

Quellen: Quellen: Abb. 1 und 2: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Abb. 3 und 4: Münzen am Zoo, Pollandt, Berlin; Abb. 5 und 6: Königliche Münze Kopenhagen. Den erwähnten Münzhandlungen und der Münzstätte sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen
Auf Linkdin teilen
Auf Pinterest teilen
Auf Google+ teilen
Gefällt mir!
Please reload