Weltmünzenatlas – Guinea

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Guinea, amtlich République de Guinée, ist eine in Westafrika gelegene Republik. Sie grenzt im Norden an Senegal und Mali, im Südosten an die Republik Elfenbeinküste, im Süden an Liberia und Sierra Leone, im Westen an den Atlantik und im Nordwesten an Guinea-Bissau. Nach einer 300 km langen und nur 50 bis 90 km breiten Küstenebene, in der sich zahlreiche Mangroven- und Palmsümpfe befinden, steigt Guinea in Stufen bis zum Hochland von Fouta-Djalon (1500 m über NN) auf. Im Osten erstreckt sich das Manding-Plateau und im Südosten erheben sich die Nimba-Berge (1752 m über NN). Guinea ist Quellgebiet der Flüsse Niger, Senegal, Gambia und Konkouré. Das Klima ist wechselfeucht tropisch. Im Südosten und an der Küste dauert die Regenzeit von April bis November und im Nordosten von Mai bis Oktober. Die Vegetation umfaßt im Süden Regenwälder, im Südosten Feuchtsavannen und im Norden und Nordosten Trockensavannen. Zu den wichtigsten Bevölkerungsgruppen zählen die Fulbe (39%), die Malinke (24%), die Susu (11%), die Kissi (7%) und die Kpelle (5%). Außer diesen gibt es noch Libanesen und Europäer im Land. Etwa 34% der Bevölkerung leben in Städten – vor allem in Conakry, Kindia, Nzérékoré und Kankan. Der prozentuale Anteil der Religionsgemeinschaften an der Gesamtbevölkerung verteilt sich in etwa wie folgt: 85% sunnitische Muslime, 5% traditionelle afrikanische Religionen und rund 10% Christen (allen voran Katholiken).

 

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Guineas

1725 gründeten die muslimischen Fulbe im Hochland Fouta-Djalon einen Staat auf dem Gebiet des heutigen Guinea. Als die Franzosen während der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt in Westafrika vordrangen, wiedersetzten sich die islamischen Glaubenskämpfer unter der Führung von Almamy Samory Touré (1830–1900) u. a. zwar, doch konnten sie der militärisch weit überlegenen Kolonialmacht Frankreich letztlich nichts entgegensetzen. Und so entstand 1891 die Kolonie Französisch-Guinea. Seit 1904 gehörte diese dann zu Französisch Westafrika. Da die Bevölkerung bei der Volksabstimmung vom 28. September 1958 aber gegen den Verbleib Guineas in der Französischen Gemeinschaft gestimmt hatte, entließ Frankreich das Land in die Unabhängigkeit. Guinea proklamierte am 2. Oktober 1958 die République de Guinée. Der Architekt der Unabhängigkeit, Ahmed Sékou Touré (1958–1984) war auch der erste Staatspräsident des Landes. Gestützt auf die Einheitspartei „Demokratische Partei Guineas“ (französische Kürzel PDG) schuf er ein sozialrevolutionäres diktatorisches Regime, das zwar nach außen Blockfreiheit bekundete, sich de facto aber stark an die kommunistischen Staaten anlehnte. Nach seinem Tod 1984 ergriff das Militär unter Oberst Lansana Conté die Macht, der dann auch Staatspräsident wurde. 1991 nahm das Land eine neue Verfassung an und 1993 wurden Präsidentschaftswahlen abgehalten, aus denen der amtierende Präsident als Sieger hervorging. 1998 und 2003 wurde Präsident Conté wiedergewählt. Außenpolitisch kam es Mitte 2000 zu einem bewaffneten Konflikt mit Liberia, der erst Anfang 2001 durch internationale Vermittlung wieder beendet werden konnte. Innenpolitische Querelen und weitgehende Unzufriedenheit mit dem amtierenden Regime führten 2007 schließlich zum Generalstreik und zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Staatsgewalt und oppositionellen Demonstranten. Nach dem Tod von Conté (2008) übernahm die Armee unter Hauptmann Moussa Dadis Camara die Macht im Land. Weil die Armee die Massenproteste der Opposition jedoch im September 2009 gewalttätig niederschlug, erfolgte im Dezember desselben Jahrs ein Mordanschlag auf Camara, bei dem dieser schwer verletzt wurde. Im Januar 2010 kam es zwar zur Ernennung einer Übergangsregierung und zur Vorbereitung freier Präsidentschaftswahlen, doch erst nach erfolgreichen Vermittlungsbemühungen von Burkina Faso. Die Entscheidung in dieser Präsidentschaftswahl brachte die Stichwahl vom November 2010, die Alpha Condé mit 52,2% der Stimmen gewann. Condé ist seit dem 21. Dezember 2010 Präsident von Guinea. Der Verfassung von 1991 zufolge ist Guinea eine Präsidialrepublik, in der der Präsident nach der Änderung von 2001 für sieben Amtsjahre direkt vom Volk gewählt wird. Das Einkammer-Parlament besteht aus 114 Abgeordneten. Zu den bedeutendsten politischen Parteien des Landes zählen die: Parti de l´Unité et du Progrès (PUP), Rassemblement du Peuple Guinéen (RPG), Union pour la Nouvelle République (UNR) und Parti du Renouveau et du Progrès (PRP).

 

Die Münzen Guineas

Ab 26. Dezember 1945 galten in Guinea 100 Centimes = 1 CFA-Franc (Franc der Französischen Kolonien in Afrika / Franc des Colonies Françaises d’Afrique). Nach der Unabhängigkeitserklärung Guineas vom 2. Oktober 1958 wurde der „Kolonial“-Franc unter Beibehaltung des Kürzels CFA in Franc der Französischen Gemeinschaft Afrikas (Franc de la Communauté Française d’Afrique) umbenannt. Am 1. März 1960 führte man jedoch den Guinea-Franc (Franc Guinéen) ohne Unterteilung ein und tauschte diesen auf der Grundlage 1:1 gegen den CFA-Franc. Kursmünzen mit Nennwerten zu 5-, 10- und 25-Guinea-Francs hatte man aber bereits 1959 zum 1. Jahrestag der Unabhängigkeit geprägt. Dies waren also genaugenommen Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter aus Aluminiumbronze. 1962 emittierte man dann Kursmünzen zu 1-, 5-, 10- und 25-Guinea-Francs in Kupfernickel, die in ihrer Rückseitenlegende auf das Währungsgesetz vom 1. März 1960 Bezug nahmen, dem sie ihre Existenz verdankten. 1969 erweiterte man das Repertoire dieser Umlaufmünzen noch um eine Münze zu 50 Guinea-Francs und 1971 noch um eine 100-Guinea-Francs-Münze – beide bestanden aus Kupfernickel. Am 2. Oktober 1972 wurde allerdings auf der Grundlage 100 Cauris = 1 Syli („Elephant“) eine neue Währung eingeführt. Die Währungsreform, die gleichzeitig beschlossen wurde, bestimmte ein Tauschverhältnis von 10 Guinea-Francs = 1 Syli. Die neuen Kursmünzen trugen allesamt die Jahreszahl 1971, bestanden aus Aluminium und lauteten auf 50 Cauris sowie auf 1, 2 und 5 Sylis. Am 6. Januar 1986 kehrte man jedoch zur Guinea-Franc-Währung zurück, indem man einen (neuen) Guinea-Franc ohne Unterteilung einführte. Dieser konnte auf der Basis 1 Syli = 1 (neuer) Guinea-Franc eingetauscht werden. Die Umlaufmünzen, die man auf dieser Gesetzesgrundlage emittierte, trugen die Nominale 1, 5, 10, 25 und 50 Guinea-Francs und bestanden aus mit Messing plattiertem Eisen (1, 5 und 10 Guinea-Francs) aus Nickelmessing (25 Guinea-Francs) und aus Kupfernickel (50 Guinea-Francs).

Zum 10. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Guinea verausgabte man erstmals auch eine Vielzahl von Gedenkmünzen in Silber (100, 200, 250 und 500 Guinea-Francs) und Gold (1000, 2000, 5000 und 10 000 Guinea-Francs). Bemerkenswert hieran ist, daß die Rückseiten dieser Münzen um das damalige Nationalwappen herum tatsächlich die Umschrift „1958 – 1968 – X ANNIVERSAIRE“ trugen, die Vorderseiten aber großen Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland sowie der Mondlandung von Apollo 11, der Mondumkreisung von Apollo 13, dem sowjetischen Raumfahrtprogramm, den XX. Olympischen Sommerspielen in München und dem Tod von Gamal Abd El Nasser gewidmet waren. Von den 16 Münzausgaben auf den Tod des ägyptischen Politikers und ehemaligen Präsidenten Gamal Abd El Nasser beispielsweise tragen jedoch nur zwei sein Porträt, während die anderen 14 altägyptische Pharaonen und Pharaoninnen abbilden – wodurch sich das Repertoire der Porträtierten noch gewaltig erhöht. Darüber hinaus gedenkt Guinea mit seinen Gold- und Silbermünzen bis heute diversen nationalen und internationalen Themen und Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Geschichte, Politik, Natur und Sport. Die Legierungen der Gedenkmünzen bestehen beim Silber aus 900er, 925er und 999er und beim Gold aus 900er und 916,7er. Geprägt wurden die Münzen Guineas in einer Vielzahl von Münzstätten. So z. B. bei der Monnaie de Paris (in Pessac), der Valcambi SA (in Balerna), den Staatlichen Münzen Stuttgart und Karlsruhe, der Mincovna Kremnica (in der Slowakei), der British Royal Mint (in Llantrisant), der China Banknote Printing and Minting Corporation (in Shanghai) oder der Gori & Zucchi (in Arezzo).

 

Quellen: Abb. 1–6: MA-Shops, Comptoir des Monnaies (F). Der erwähnten Münzhandlung sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

 

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