Silberbarren der "Vereenigde Oostindische Compagnie": Wie ein 1740 versunkener Schatz in Sammlerhand landete

30.08.2017

 

 

​​Mit Mann und Maus versank bei heftigem Sturm am 9. Januar 1740 der niederländische Ostindienfahrer „Roos­wijk“ im Ärmelkanal. Dem erst 1737 für die VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie, 1602–1799), Kammer Amsterdam, gebauten Schiff wurden die Goodwin Sands zum Verhängnis, eine größere Reihe von Sandbänken an der Mündung der Straße von Dover. Diese ca. 19 km langen und bis zu 8 km breiten Sandbänke, die unter dem Einfluss der Wasserströmung ihre Form immer wieder verändern, haben sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem wahren Schiffsfriedhof entwickelt und gingen damit auch in die Weltliteratur ein. So schreibt William Shakespeare in seinem Schauspiel „Der Kaufmann von Venedig“ (III 1) „Ja noch wird es nicht ­widersprochen, dass dem Antonio ein Schiff von reicher Ladung in der Meerenge gestrandet ist. Die Goodwins, denke ich, nennen sie die Stelle: eine sehr gefährliche Sandbank, wo die Gerippe von manchem stattlichen Schiff begraben liegen.“ 

Die 850 Tonnen schwere „Rooswijk“ soll 250 Mann an Bord gehabt haben.

 

Das 1737 gebaute Schiff war unter dem Kommando von Daniel Ronzieres erst auf seiner zweiten Reise von Texel in den Niederlanden nach Batavia, der heutigen indonesischen Hauptstadt Jakarta, wo die VOC ihren wichtigsten Stützpunkt hatte. Die Kontrolle der Handelsrouten für Gewürze und Textilien war es, was die VOC im 17. und 18. Jahrhundert zu einem mächtigen Unternehmen machte, das seine Interessen auch militärisch vertrat. Dazu war die VOC ganz offiziell berechtigt, hatte der niederländische Staat ihr doch nicht nur Handelsmonopole, sondern auch das Recht zur Kriegsführung, zum Festungsbau und zum Landerwerb übertragen. 

 

Eine beachtliche Ladung Silberbarren und gemünztes Geld sollte die „Rooswijk“ nach Batavia schaffen zum Einkauf von Handelsgütern für Europa. 30 Kisten umfasste dieser Silberschatz, der in großen Teilen nach der Entdeckung des Wracks im Jahr 2004 geborgen werden konnte: über 900 Silberbarren und ca. 20000 Silbermünzen (mehrere Hundert mexikanische „silver cobs“ der 1720er und frühen 1730er Jahre, Klippen von 1733/34, viele Hundert „Säulendollars“ und andere Münzen). 2005 wurde der Schatz dem niederländischen Staat übergeben, einen Teil durfte das Bergungsteam behalten, davon werden nun Objekte auch an Sammler verkauft.

 

 

aus MünzenRevue Ausgabe 10/2016

 

 

 

 

 

 

 

 

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