Weltmünzenatlas – Ecuador

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Ecuador (span. República del Ecuador) befindet sich im Nordwesten Südamerikas beiderseits des Äquators. Es grenzt im Osten und Süden an Peru, im Westen an den pazifischen Ozean und im Norden an Kolumbien. Zu Ecuador gehören auch die Galápagos-Inseln. Landschaftlich betrachtet, ist Ecuador dreigeteilt. Entlang der pazifischen Küste im Westen erstreckt sich ein Tiefland – Costa genannt –, das von einem bis zu 700 m hohen Küstengebirge durchzogen ist. In der Mitte des Landes finden wir die Anden-Region, durch die sich von Norden nach Süden zwei parallele Gebirgsketten (die Kordilleren) ziehen, die 3000 bis 6000 m hoch aufragen und von Vulkanen, wie dem erloschenen Chimborazo (6267 m) und dem aktiven Cotopaxi (5897 m) besetzt sind. Zwischen den Kordilleren liegt ein Hochland (etwa 2600), das durch quer gestellte Bergzüge in mehrere Becken geteilt wird, in denen sich die meisten Siedlungsräume der Einwohner befinden. Im Osten, also jenseits der östlichen Kordillerenkette, fällt das Land steil ab bis zum östlichen Tiefland im Amazonas-Gebiet. Hier ist dann tropischer Regenwald vorherrschend. Wie die Landschaft so ist auch das Klima dreigeteilt – im Westen feuchtheiß bis trocken, in der Mitte gemäßigt und im Osten in den Gebieten des Regenwalds tropisch. Rund 45% der Bevölkerung sind Mestizen, 35% Indianer, etwa 7% Schwarze und Mulatten und etwa 7% Weiße. Während die Schwarzen und die Mulaten größtenteils im Küstentiefland leben, finden sich die Weißen, die die Oberschicht bilden, überwiegend in Städten. In den Städten wohnen aber auch 66% der Gesamtbevölkerung. Die Bevölkerungsdichte des Landes liegt bei etwa 54 Einwohner pro km² und ist damit die höchste in ganz Südamerika. Rund 90% aller Ecuadorianer sind Christen und gut 85% davon Katholiken.

Die Münzen Ecuadors

Zwischen 1830 und 1884 galten 8 Reales = 1 Peso und 2 Pesos = 1 Escudo. Während die Reales-Münzen (¼, ½, 1, 2, 4 und 8 Reales) in Silber ausgebracht wurden, prägte man die Escudo-Stücke (1, 2, 4 und 8 Escudos) in Gold. Am 1. April 1884 führte man dann die Dezimalwährung auf der Grundlage 100 Centavos = 10 Décimos = 1 Sucre (Peso), 25 Sucres = 1 Cóndor ein. Der ½ und 1 Centavo und der ½ Décimo bestanden aus Kupfernickel, die 1 und 2 Décimos sowie der ½ Sucre und 1 Sucre aus 900er Silber und die 10 Sucres aus 900er Gold. Alle ½, 1, 2, 2½, 5 und 10 Centavos, die zwischen 1909 und 1934 geprägt wurden waren aus Kupfernickel und die 50 Centavos und die 1 und 2 Sucres aus 720er Silber. Der Gold- Cóndor zu 25 Sucres, der überigens nur 0,22 g schwerer war als die 10-Sucres-Goldmünze von 1899/1900, wurde nur 1928 geprägt. Zwischen 1937 und 1946 brachte man dann alle Nominale von 5 Centavos bis 1 Sucre in Kupfernickel aus und prägte bloß die 2 und 5 Sucres von 1943/44 noch in 720er Silber. Danach, d. h. 1959 bzw. 1973/74, nahm man die Kursmünzenprägung in Kupfernickel wieder auf und verzichtete völlig auf die Ausbringung in Silber. Seit 1985 werden alle Umlaufmünzen allerdings nur noch aus mit Nickel galvanisiertem Eisen hergestellt. Auch erweiterte man das Repertoire dieser Kursmünzen 1988 um die Nominale zu 10, 20 und 50 Sucres. Am 10. September 2000 führte Ekuador dann den US-Dollar als Leitwährung auf der Grundlage 25 000 Sucres = 1 US-Dollar ein. Doch wenngleich die neue Währung seither auch auf 100 Centavos = 1 US-Dollar lautet, so wurden im Jahr 2000 neben regulären Centavo-Münzen auch noch unedle 1-Sucre-Kursmünzen geprägt – jedoch nur als Bestandteil der Kursmünzensätze. Seit 1986 emittiert Ekuador auch regelmäßig Gedenkmünzen. Seit 1991 beteiligt sich das Land am Iberoamerika-Programm Spaniens u. a. lateinamerikanischer Staaten. Hergestellt werden die Gedenkmünzen vor allem aus 925er Silber, doch kommen auch 900er und 999er Gold sowie Kupfernickel/Aluminium-Bronze oder mit Nickel plattiertes Eisen zum Einsatz. Geprägt wurden die Münzen in verschiedensten Münzstätten. 

 

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Ecuadors

1533/34 eroberten die Spanier Ecuador, das bis dahin Teil des Inka-Reichs war. Ab 1563 gehörte Ecuador zum Vizekönigreich Peru und ab 1739 zum Vizekönigreich Neugranada – hierzu zählten die heutigen Staaten Venezuela, Kolumbien, Ecuador und Panama. Nachdem der General Simon de Bolivar Venezuela 1816 von den Spaniern befreit und die Spanier 1819 bei Boyacá besiegt und Neugranada mit Venezuela unter seiner Präsidentschaft zu Groß-Kolumbien vereinigt hatte und sein General de Sucre die Spanier 1822 am Vulkan Pichincha, in Ecuador, ebenfalls schlagen konnte, wurde auch Ekuador von Spanien unabhängig und ein Teil der Republik Groß-Kolumbien. Völlige Eigenständigkeit erreichte Ecuador aber erst 1830, als Groß-Kolumbien nach dem Tod der Befreiungsgenerale Bolivar und Sucre in die unabhängigen Republiken Venezuela, Kolumbien und Ecuador zerfiel. Doch in Ekuador kehrte während der folgenden drei Jahrzehnte keine politische Ruhe oder Stabilität ein, da Liberale und Konservative die ganze Zeit über um die Macht rangen. Am Ende siegten die Konservativen unter Garcia Morenos, der das Land zwischen 1861 und 1875 als Diktator regierte. Nach seiner Ermordung 1875 flammten die Unruhen zwischen den alten politischen Gegnern jedoch erneut auf. Zwanzig Jahre später hatten sich die Liberalen unter Präsident E. Alfaro (1895–1901, 1906–1911) durchgesetzt. Obwohl Alfaro die Macht der katholischen Kirche zurückdrängte, den Staat modernisierte und die Wirschaft während seiner Regierung vom Kakaoanbau und -export bestimmt wurde, fiel er 1912 einem Attentat zum Opfer. Infolge der Weltwirtschaftskrise und dem damit im Zusammenhang stehenden Rückgang des Kakaoexports brachen die politischen Unruhen im Land wieder aus. Der Politiker, der aus diesen als Sieger hervorging, war Velasco Ibarra, der Ecuador in den 1930ern, 1940ern, 1950ern und 1960ern als Präsident regierte, wenngleich er während dieser Jahrzehnte auch fünfmal durch Putsch gestürzt wurde. Nach dem letzten Putsch 1972 mußte er endgültig abtreten und eine Gruppe reformorientierter Offiziere übernahm die Macht. 1978 wurde aufgrund eines Referendums eine neue Verfassung angenommen und 1979 die Macht wieder an eine gewählte Regierung übergegeben. Doch ganz gleich ob nun nationalistisch-populistische, christlich-soziale, sozialdemokratische oder neoliberale Regierungen in der Folge regierten und versuchten sozialpolitische Reformen durchzuführen, die Strukturprobleme im Land konnten sie nicht lösen. Eine schwere Wirtschaftskrise, ein harter Sparkurs, Streiks und soziale Unruhen waren Ende der 1990er Jahre die Folge. 2000 wurde der amtierende Präsident J. Mahuad durch Oberst Gutiérrez und das Militär abgesetzt und der parteilose Vizepräsident Noboa vom Parlament zum neuen Präsidenten gewählt. Im selben Jahr nahm das Land durch Parlamentsbeschluß den US-Dollar als Leitwährung an, um die Wirschaftskrise zu beheben. Der neoliberale Kurs, der damit verbunden war, führte Anfang 2001 jedoch erneut zu sozialen Unruhen. Die Präsidentschaftswahlen von 2002 gewann der linksnationalistische Politiker und ehemalige Oberst Gutiérrez, der sich mit der etablierten politischen Elite arrangierte, sich den Forderungen des IWF unterordnete und je nach Interessenlage mal mit der einen dann mit der anderen Partei regierte. 2005 wurde er allerdings infolge gewalttätiger Ausschreitungen seines Amtes enthoben. Ihm folgte nach den Präsidentschaftswahlen von 2006 Rafael Correa von der Gruppierung PAS im Amt. 2008 stimmte das Volk in einem Referendum für die Annahme einer neuen Verfassung. Laut dieser ist das Land eine präsidiale Republik und das Staatsoberhaupt (der Präsident) auch gleichzeitig Regierungschef. Der Präsident wird für vier Jahre direkt gewählt und kann einmal wiedergewählt werden. Die Nationalversammlung bestehend aus 124 Abgeordneten bildet die Legislative. Die aktuell einflußreichsten Parteien sind: Bündnis stolzes und souveränes Vaterland (PAS), Partei Patriotische Gesellschaft 21. Januar (PSP) und die Neue unabhängige Partei der Nationalen Aktion (PRIAN). Die Präsidentschaftswahlen von 2009, die ersten nach Einführung der neuen Verfassung, gewann der amtierende Präsident Rafael Correa. Außenpolitisch betrachtet, hatte Ekuador bereits 1931 seinen langjährigen Grenzstreit mit Kolumbien beigelegt. Den mehr als 165 Jahre schwelenden Grenzkonflikt mit Peru beendete es dagegen erst 1998 mit der Unterzeichnung der „Acta Presidencial de Brasilia“, die die Grenze zwischen beiden Ländern endgültig festlegte.

 

 

Quellen: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; pro aurum Numismatik, München; Münzen und Banknoten, Dr. Bernd Steidl, Dresden.

Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

 

Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen
Auf Linkdin teilen
Auf Pinterest teilen
Auf Google+ teilen
Gefällt mir!
Please reload