Weltmünzenatlas Frankreich

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Frankreich, amtlich République Française, ist ein Staat in Westeuropa, der im Nordosten an Belgien und Luxemburg, im Osten an Deutschland, die Schweiz und Italien, im Süden an das Mittelmeer, Andorra und Spanien, im Westen an den Atlantik und im Nordwesten an den Ärmelkanal grenzt. Zu Frankreich und seinem Hoheitsgebiet gehören außerdem die Insel Korsika sowie diverse überseeische Départements, Überseegebiete und Überseeterritorien. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Franzosen sind, so ist der Ausländeranteil doch recht hoch (etwa 3,6 Mio. – v. a. Portugiesen, Algerier, Marokkaner, Italiener und Spanier). Zu den größten sprachlichen Minderheiten gehören die Bretonen, die Flamen, die Katalanen und die Basken. Der christlichen Religion gehören rund 67% der Bevölkerung an (64% Katholiken, etwa 2% Protestanten, etwa 1% Orthodoxe). Rund 2,7 Mio. Einwohner sind muslimischen und rund 370 000 Menschen jüdischen Glaubens.

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Frankreichs

Die zunehmende Schwäche des Römischen Reiches in der Spätantike ausnutzend, fielen germanische Stämme erobernd in Gallien ein – Franken aus dem Norden, Alemannen aus dem Osten, Burgunder aus dem Südosten und Westgoten aus dem Süden – und drängten die Rö-mer mehr und mehr aus der Macht. 486 schlug der Frankenkönig Clodwig (Clovis) aus dem Geschlecht der Merowinger die Römer bei Soissons vernichtend und übernahm die Herrschaft. Die germanische Sitte der fortwährenden Erbteilung wurde den Merowingern in den folgenden Jahrhunderten allerdings zum Verhängnis, da sie sich dadurch selbst soweit schwächten, daß die in ihren Diensten stehenden Hausmeier die Regierungsgewalt schließlich übernehmen konnten. Aus den Hausmeiern erwuchs die Dynastie der Karolinger, die dann unter Karl dem Großen – dieser wurde im Jahre 800 zum Kaiser gekrönt – ein Großreich schuf, das sich über weite Teile Europas erstreckte. Nach Karls Tod (814) erbte sein Sohn Ludwig der Fromme das Reich, doch 843 teilten es seine Enkel im Vertrag von Verdun untereinander auf. Das Westfränkische Reich, das im Grunde genommen das Kerngebiet des heutigen Frankreichs darstellt, fiel an Karl den Kahlen, während das Ostfränkische Reich – aus ihm entwickelte sich im Laufe der Zeit das Deutsche Reich – an Ludwig den Deutschen ging und das schmale Mittelreich an Lothar I. kam. 144 Jahre später (987 also), drängte der westfränkischen Hochadel die Karolinger aus der Macht, wählte Hugo Capet zum neuen König des Westfrankenreichs (Frankreich) und begründete damit die Dynastie der Kapetinger. Im 11. Jh. brachte das Haus Anjou-Plantagenet durch Erbschaft und Heirat mehr als die Hälfte Frankreichs an England, verlor den größten Teil ab 1202 aber wieder. 1328, als die männliche Linie der Kapetinger ausgestorben war, fiel die Krone an Philipp VI. aus dem Hause Valois. Da aber auch der englische König Eduard III. Plantagenet Thronansprüche erhob, begann 1337/39 der Hundertjährige Krieg (Ende 1453), den die Franzosen schließlich, durch die Erfolge Jeanne d’Arcs beflügelt, für sich entscheiden konnten. Während der nächsten drei Jahrhunderte konnte Frankreich sein Territorium erweitern, seine Infrastruktur, seine Verwaltung und sein Militär reformieren und modernisieren, so daß es mehr und mehr in der Lage war, im Konzert der europäischen Großmächte mitzuspielen. Auch konnten die Könige ihre Macht zunehmend in Richtung Absolutismus vergrößern. Seine Glanzzeit erreichte der französische Absolutismus unter dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. (1643–1715), der von sich behauptete, er sei der Staat und mit seiner luxuriösen und aufwendigen Hofhaltung in Versailles so gut wie alle europäischen Königs- und Fürstenhöfe zur Nachahmung animierte. Doch aufwendige Hofhaltung einerseits und kostspielige Kriege andererseits zerütteten die Staatsfinanzen unter Ludwig XV. noch weiter, so daß die Kritik an den Mißständen der absoluten Monarchie immer lauter wurde. Da die geforderten Reformen allerdings auch unter Ludwig XVI. ausblieben bzw. ihre Versuche kläglich scheiterten, kam es 1789 zur französischen Revolution, der Beseitigung der Monarchie und zur Errichtung der 1. Republik. Die inneren und äußeren Wirren der Zeit geschickt nutzend, schwang sich der Korse Napoleon Bonaparte an die Spitze des Staates, errichtete das französische Kaiserreich und stürzte ganz Europa ins Kriegselend. Nach Napoleons Niederlage 1815 wurde die Monarchie wieder hergestellt, doch 1848 erneut beseitigt. Die 2. Republik dauerte allerdings nur vier Jahre und wurde dann durch das zweite Kaiserreich unter Napoleon III. abgelöst. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71, den Frankreich verlor, führte zum Sturz Napoleons III. und beendete sein Kaiserreich. Die 3. Republik, die sich daran anschloß, „überlebte“ zwar den Ersten Weltkrieg – Frankreich hatte diesen zusammen mit den Alliierten gewonnen –, wurde aber 1940 durch die Besetzung Frankreichs seitens der deutschen Wehrmacht und der Schaffung der Vichy-Regierung (1940–1944) wieder aufgelöst. Zur Bildung der 4. Republik kam es erst nachdem General de Gaulle, als Chef der provisorischen Regierung – diese dauerte von 1944–1946 – zurücktrat und die neue Verfassung im Dezember 1946 angenommen wurde. Während der Dauer der 4. Republik (1947–1958) wurde Frankreich Gründungsmitglied der OEEC (1948), der NATO und des Europarats (1949), der Montanunion (1951), der WEU (1955), der EWG und der Eu-ratom (1958). 1956 war zudem die Saar-Frage gelöst worden, die das Verhältnis zu Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg belastet hatte. Die französischen Kriege in Indochina, der französische Mißerfolg im Suezkanal-Konflikt, der Versuch, Algerien als Teil Frankreichs zu erhalten sowie die Finanzkrise belasteten das politische Verhältnis im Inneren dermaßen, daß de Gaulle beaufragt wurde, eine neue Regierung zu bilden. Weil eine neue Regierung nach de Gaulles Vorstellung aber eine stärkere Exekutivgewalt und einen stärkeren Präsidenten haben mußte, war eine Verfassungsänderung erforderlich. Die Folge war eine neue Verfassung (seit 4. Oktober 1958) und eine neue Republik – die 5. Republik –, die bis heute währt.

 

Die Münzen Frankreichs

In Frankreich galten seit 15. August 1795: 100 Centimes = 1 Französischer Franc (Franc Français). Die Goldparität lag bei 1 Franc = 0,29032 g Feingold. Zu den Münznominalen, die zwischen 1898 und 1920 geprägt wurden, gehörten 1, 2, 5 und 10 Centimes in Bronze, 25 Centimes in Nickel, 50 Centimes, 1 und 2 Francs in 835er Silber, 5 Francs in 900er Silber und 10, 20, 50 und 100 Francs in 900er Gold. Die Prägung der 50-Francs-Goldstücke stellte man jedoch 1904 ein und die der übrigen Goldmünzen nach 1914. Von 1920 bis zum Ende der 3. Republik 1940 brachte man alle Münzen unter 10 Francs Nennwert nur noch aus Kupfernickel, Kupfernickel-Zink, Nickel oder Alumi­nium-Bronze aus. Einzig und allein die 10 und 20 Francs fertigte man aus 680er Silber und die 100 Francs aus 900er Gold. Allerdings waren letztere mit 6,55 g Rauhgewicht nur 0,1 g schwerer als die 20 Francs bis 1914. Zur Zeit der Vichy-Regierung (1940–1944) waren die 10 Centimes das niedrigste und die 5 Francs das höchste Münznominal. Zudem bestanden alle Münzen nur aus Zink oder Alumi­nium. Während der 4. Republik (1947–1958) prägte man dann erneut auch höhre Nominale – 10, 20 und 50 Francs aus Aluminium-Bronze und 100 Francs aus Kupfernickel. Am 1. Januar 1960 – dies war bereits zur Zeit der 5. Republik – kam es dann zu einer Währungsreform, derzufolge 100 (alte) Francs [FRG] = 1 Neuer Franc [FRF] galten. 100 Centimes entsprachen nun 1 (Neuer) Franc, ab 1. Januar 1963 nur noch Franc genannt. Bedingt durch die erwähnte Währungsreform wurden alle Münznominale von 1 Centime bis zu 5 Francs neu gestaltet, bestanden aber mit Ausnahme der 5 Francs allesamt aus unedlen Metallen. Die 5 Francs fertigte man bis 1969 aus 835er Silber. Von 1965 bis 1973 brachte man darüber hinaus noch 10 Francs und von 1974 bis 1980 noch 50 Francs in 900er Silber aus. Bis 2001, d. h. bis zum Ende der Franc-Währung in Frankreich wurden dann nur noch unedle Franc-Kursmünzen geprägt. Die Praxis, von den umlaufenden Kursmünzen Edelmetallabschläge (Silber, Gold, Platin) als Piedforts für Sammler herzustellen, die blieb von 1960 bis 2001 jedoch unverändert erhalten. Parallel dazu emittierte Frankreich seit 1982 eine Vielzahl von Gedenkmünzen in edlen und unedlen Metallen. Am 1. Januar 1999 ging die Republik auf der Grundlange von 6,55957 Französische Francs = 1 Euro zur Euro-Währung über. Im Zahlungsverkehr traten die Euro-Münzen aber erst ab 1. Januar 2002 auf, wenngleich jedes Nominal von 1 Cent bis 2 Euro auch schon ab 1999 geprägt wurde. Seit 2002 emittiert Frankreich jedes Jahr zusätzlich eine Unmenge an Gedenk- und Sondermünzen in Silber und Gold. Münzen, die allen möglichen nationalen oder internationalen Ereignissen, Personen, Institutionen, Feierlichkeiten usw. gewidmet sind und die im übrigen die Prägungen der anderen Euro-Länder um ein Vielfaches übersteigen. Von 2002 bis einschließlich 2016 verausgabte das Land über 1000 Gedenk- und Sondermünzen.

 

 

 

Quellen: Abb. 1: MA-Shops, Pater, Münzen & Medaillen, Ense; Abb. 2 und 3: MA-Shops, Comptoir des Monnaies (F); Abb. 4, 5 und 6: Monnaie de Paris (F). Den erwähnten Münzhandlungen und der Münzstätte „Monnaie de Paris“ sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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