Weltmünzenatlas – Dschibuti

 

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Dschibuti (arabisch „Djumhurijja Djibuti“, französisch „République de Djibouti“) befindet sich in Nordostafrika am Bab el-Mandeb und wird im Osten vom Roten Meer und dem Golf von Aden umspült. Im Südosten grenzt es an Somalia, im Westen und Südwesten an Äthiopien und im Norden an Eritrea. Das Land liegt in der sogenannten Afar-Senke, einer größtenteils flachen Halbwüste, in der es Salztonebenen und Salzseen gibt. Mit 173 m unter NN befindet sich hier auch die tiefste Stelle des gesamten afrikanischen Kontinents. Die Vulkane der Danakil-Berge im Norden des Landes erreichen dagegen mit dem Moussa Ali Höhen von bis zu 2028 m über NN. Da von der Arabischen Halbinsel her ein trocken-heißer Wind nach Dschibuti weht, können die Temperaturen dort zwischen Mai und Oktober auf bis zu 55 °C klettern. Die jährliche Niederschlagsmenge fällt mit durchschnittlich 130 mm sehr gering aus. Die Bevölkerung besteht im Prinzip aus zwei ethnischen Gruppen, den im Norden und Westen lebenden Afar (40%) und den im Süden wohnenden Issa u. a. Somal-Stämmen (50%). Darüber hinaus beherbergt Dschibuti noch Europäer und Araber. Etwa 99% aller Einwohner sind muslimischen Glaubens.

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Dschibutis

Das Territorium des heutigen Dschibuti befand sich vom 7. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts unter arabischer Herrschaft. Vom 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts beherrschten die Osmanen das Land. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte Dschibuti unter französischen Einfluß. Aus dem französichen Gebiet Obok (1862) und Dschibuti (1892) schufen die Franzosen 1896 die Kolonie Französisch-Somaliland. Am 19. März 1967 wurde daraus das französische Gebiet der Afar (Danakil) und Issa (Somali), das eine begrenzte Autonomie genoß. Am 27. Juni 1977 erhielt das Land dann aufgrund einer Volksabstimmung die Unabhängigkeit und nannte sich fortan Dschibuti. Der starke politische und wirtschaftlich Einfluß Frankreichs blieb aber weiterhin bestehen. 1981 hatte Präsident Hassan Gouled Aptidon (1977–1999) Dschibuti in einen Einparteienstaat umfunktioniert, in dem nur die von ihm geführte „Rassemblement populaire pour le Progrès“ (RPP) zugelassen war und regierte. Dagegen regte sich Widerstand und 1991 kam es zum Aufstand der Afar gegen die Regierung. Dabei stützte sich die Afar auf die Widerstandsbewegung FRUD und die Regierung vorwiegend auf den Bevölkerungsteil der Issa. Da der Aufstand erfolgreich war, kam es am 15. September 1992 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zur Beendigung des Einparteiensystems. Der neuen Verfassung zufolge, ist Dschibuti eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Der Präsident der Republik wird auf sechs Jahre direkt gewählt und ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee mit weitreichenden Machtbefugnissen. Die Nationalversammlung besteht aus 65 Abgeordneten, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Regierung wird von einem Ministerpräsidenten geführt. Die bedeutendsten Parteien im Land sind die: Rassemblement populaire pour le Progrès (RPP), Front pour la Restauration de l’Unité et de la Démocratie (FRUD), Parti Populaire Social Démocrate (PPSD) und Parti national Démocratique (PND). PPSD und PND sind zudem in der Union pour la Majorité Présidentielle (UMP) zusammengeschlossen. FRUD und Regierung unterzeichneten 1994 ein Friedensabkommen, doch wurde die FRUD erst zwei Jahre später als legale Partei zugelassen. Nach den Wahlen von 1999 wurde Ismael Omar Guelleh von der RPP neuer Staatspräsident. Die Parlamentswahlen von 2003 und 2008 gewann dann die UMP. Nach Streitigkeiten mit Eritrea kam es 2008 an der Grenze der beiden Länder zu Kampfhandlungen, die 2010 jedoch wieder friedlich beigelegt werden konnten.

 

Die Münzen Dschibutis

Vor Dezember 1945 galten in der Kolonie Französisch-Somaliland 100 Centimes = 1 Französischer Franc (Franc Français). Am 26. Dezember 1945 führte man den Franc der Französischen Kolonien in Afrika (Franc des Colonies Françaises d’Afrique) auf der Grundlage 100 Centimes = 1 CFA Franc ein. 1 CFA Franc galt zudem 1,70 Französische Francs und ab 17. Dezember 1948 sogar 2 Französische Francs. Am 20. März 1949 wurde der Dschibuti-Franc (Franc Djibouti) in Französisch-Somaliland eingeführt. Auch er wurde in 100 Centimes unterteilt. Zwischen Französischem Franc und Dschibuti Franc herrschte Währungsparität. Interessant und bemerkenswert ist, daß man die Dschibuti-Franc-Kursmünzen, die man ab 1948/49 prägte, nur in den Nominalen 1-, 2-, 5- und 20-Francs ausbrachte und überhaupt keine Centime-Münzen prägte. 1959 emittierte man noch ein 10-Francs-Stück. Die Münzmetalle, die man für diese Dschibuti-Francs verwendete, waren Aluminium für die Nominale 1 bis 5 Francs und Aluminium-Bronze oder Aluminium-Nickel-Bronze für die Nominale 10 und 20 Francs. Die Vorderseiten dieser Münzen waren alle motivgleich und zeigten den Kopf der Marianne mit Flügelhaube vor Handelsflotte und nannten die Umschrift REPUBLIQUE FRANÇAISE UNION FRANÇAISE (ab 1959 ohne Union Française). Auf den Rückseiten der Nominale 1, 2 und 5 Francs sah man eine Hunters Leierantilope vor Fächerpalme und auf den Rückseiten der Nominale 10 und 20 Francs eine arabische Dhau vor Passagierschiff und las die Legende COTE FRANÇAISE DES SOMALIS. Als 1967 das Französische Gebiet der Afar und Issa ins Leben gerufen wurde, behielt man die Münznominale und die Münzmetalle im Prinzip bei, änderte aber die Rückseitenlegende in TERRITOIRE FRANÇAISE DES AFARS ET DES ISSAS. Ab 1970 verausgabte man zudem noch eine 50- und eine 100-Francs-Münze in Kupfernickel, bei dem der Kopf der Marianne etwas moderner gestaltet worden war und auf der Rückseite zwei Dromedare zu sehen waren. Nachdem man 1977 die Republik Dschibuti ausgerufen hatte, veränderte man die Vorderseitenbilder der Kursmünzen – diese zeigten nun allesamt das Staatswappen vom 27. Juni 1977 – und versah die Münzen mit neuen Legenden. So lauteten die Umschriften auf den Vorderseiten RÉPUBLIQUE DE DJIBOUTI und auf den Rückseiten erschien das Motto UNITÉ ÉGALITÉ PAIX. Die früheren Rückseitenbilder behielt man indes alle bei. Ab 1989 ergänzte man das Kursmünzenrepertoire dann noch durch eine 500-Francs-Münze in Aluminium-Nickel-Bronze, die auf ihrer Rückseite den Nominalwert zwischen Palmzweigen abbildete. Ab 1994 emittierte Dschibuti erstmals auch Gedenkmünzen. Mit diesen erinnerte es beispielsweise an die bedrohte Tierwelt, die afrikanische Tierwelt, an die Geschichte der Seefahrt, diverse Fußballweltmeisterschaften und Olympische Spiele, die nationale Währung, die nationale Unabhängigkeit und einiges mehr. Das Gros der Gedenkmünzen besteht aus 925er Silber, doch finden sich auch Ausgaben aus 900er Silber, 583,33er- und 999er Gold, aus Aluminium-Nickel-Bronze und aus mit Nickel galvanisiertem Messing. Geprägt wurden und werden die Münzen Dschibutis vor allem bei der Monnaie de Paris in Paris/Pessac. 1991 ließ man ausnahmsweise auch bei der Letcher Mint in Lancaster prägen und zwischen 1994 und 1999 wurden vor allem silberne und goldene Gedenkmünzen bei der Valcambi SA, Balerna geprägt.

 

 

 

 

Quellen: Abb. 1: Numismatique Philipp Saive (F); Abb. 2: Münzen am Zoo, Pollandt, Berlin; Abb. 3: Münzen & Banknoten Dr. Bernd Steidl, Dresden. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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