Weltmünzenatlas – Dominikanische Republik

 

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Die Dominikanische Republik (span. República Dominicana) befindet sich im Osten der Insel Hispaniola, die wiederum zu den Großen Antillen gehört. Im Westen grenzt sie an Haiti, im Norden wird sie vom Atlantischen Ozean und im Süden vom Karibischen Meer umspült. Allerdings umfaßt die Dominikanische Republik etwa 2/3 der Insel, während Haiti nur 1/3 ausmacht. Das Land wird durch mehrere parallele, meist bewaldete Gebirgszüge, die von Westen nach Osten verlaufen und durch Senken voneinander getrennt sind, durchzogen. Die höchste Erhebung stellt der Pico Duarte mit 3098 m über NN dar. Bei Santo Domingo im Süden der Insel befindet sich eine vorgelagerte Küstenebene. Da das Klima vom Passat beeinflußt wird, hat das Land eine winterliche Trocken- und eine sommerliche Regenzeit. Die Niederschlagsmenge in den Gebirgen beläuft sich auf über 2000 mm pro Jahr. Die Vegetation reicht von Trockenpflanzen und Dornsträuchern bis hin zu sommergrünen Berg- und Nebelwäldern. Während die Mulatten etwa 73% der Bevölkerung stellen, beträgt der Anteil der Weißen 16% und der der Schwarzen 11%. Außerdem leben noch ungefähr eine Million – zumeist illegale – haitianische Arbeitsmigranten im Land. Die größte Religionsgemeinschaft der Republik bilden die Christen (rund 70% Katholiken und rund 18% Protestanten).  

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte der Dominikanischen Republik

Am 6. Dezember 1492 entdeckte Christoph Kolumbus die Insel Hispaniola, die in der Folge dem spanischen Kolonialreich einverleibt wurde. Während des 16. Jh. wurde die indigene indianische Bevölkerung stark dezimiert. Im 17. Jh. geriet der westliche Teil der Insel unter französische Herrschaft. 1795 mußte Spanien dann auch den Ostteil Hispaniolas im Frieden von Basel an Frankreich abtreten. 1808 wurde dieser größere Ostteil aber wieder spanisch und erklärte sich 1821 für unabhängig. Ein Jahr später wurde er allerdings von Haiti – dieses war aus dem westlichen französischen Teil Hispaniolas hervorgegangen – besetzt. Unter J. P. Duarte wurde der östliche Teil 1844 dann aber doch noch zur selbständigen Dominikanischen Republik. Trotz Selbständigkeit blieben die Jahrzehnte danach politisch instabil. 1905 verlor das Land seine Finanzkontrolle an die USA. Darüber hinaus besetzten die Amerikaner die Dominikanische Republik zwischen 1916 und 1924 und errichteten bis 1929 ein Protektorat. 1930 putschte sich R. L. Trujillo mit Hilfe des Militärs an die Macht und beherrschte mit seinem Familien-Clan Wirtschaft und Politik im Lande bis 1961, als er einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Die ständigen Unruhen, die den Aufbau einer Demokratie danach behinderten, gipfelten vier Jahre später in einem Putsch und einem anschließenden Bürgerkrieg. Die USA unter offizieller Führung der OAS intervenierten militärisch und beendeten den Bürgerkrieg 1966. Danach übernahm der gewählte gemäßigt-konservative Präsident J. V. Balaguer die Macht und regierte die Republik von 1966 bis 1978 und von 1986 bis 1996. Die dem Land von der Weltbank und dem IMF aufgezwungene Sparpolitik führte während der 1990er wiederholt zu Protestaktionen der Bevölkerung. Als 1994 massive Vorwürfe der Wahlfälschung zugunsten von Balaguer laut wurden, kam es zu schweren Unruhen. Balaguer verlor 1996 die Präsidentschaft an seinen gewählten Nachfolger L. Fernández Reyna von der Dominikanischen Befreiungspartei. Dieser regierte von 1996 bis 2000 die Geschicke der Republik, doch setzten sich die Proteste gegen die Sozialpolitik auch unter seiner Herrschaft fort. 2000 gewann H. Mejia von der Revolutionären Dominikanischen Partei die Präsidentschaftswahlen. Da der Zusammenbruch dreier Großbanken jedoch eine schwere Wirschaftskrise auslöste, die Mejia nicht in den Griff bekam, verlor er 2004 die Wahlen an seinen Vorgänger Fernández Reyna. Reyna führte die Republik anschließend zwei Amtszeiten lang. Auf ihn folgte 2012 Danilo Medina Sánchez von der Dominikanischen Befreiungspartei. Seit 2010 hat das Land eine neue Verfassung, der zufolge die Dominikanische Republik eine präsidiale Republik ist. Ihr Präsident wird für vier Jahre direkt gewählt. Das Parlament besteht aus Senat (32 Mitglieder) und aus Abgeordnetenhaus (183 Repräsentanten). Zu den politisch einflußreichsten Parteien zählen die Dominikanische Befreiungspartei, die Revolutionäre Dominikanische Partei und die Christlich-soziale Reformpartei.

 

Die Münzen der Dominikanischen Republik

Seit 1897 gelten in der Dominikanischen Republik 100 Centavos = 1 Dominikanischer Peso (Peso Oro). Vom 1. Juli 1897 bis zum 31. Januar 1948 bestand zwischen dem Dominikanischen Peso und dem US-Dollar Währungsparität, d. h. 1 Dominikanischer Peso = 1 US-Dollar. Während dieser Zeit galten auch die Münzen der USA als gesetzliche Zahlungsmittel im Land. Zu den Kursmünzen, die die Republik von 1937 bis 1961 bzw. 1975 emittierte, gehörten 1 Centavo (Bronze), 5 Centavos (Kupfernickel), 10 Centavos, 25 Centavos, 1/2 Peso und 1 Peso (allesamt 900er Silber). Nach 1961 prägte man allerdings keine silbernen Umlaufmünzen mehr. Diese wurden ab 1967 durch Kupfernickel-Ausgaben ersetzt. Interessant und bemerkenswert ist, daß man nach 1975 kaum noch reguläre Umlaufmünzen von 1 Centavo bis zu 1 Peso verausgabte, sondern diese Kleingeldnominale bei Bedarf als Gedenkmünzen mit Umlaufcharakter in Kupfernickel oder anderen unedlen Legierungsmetallen in hohen Auflagen herausbrachte. Für Sammler emittierte man zusätzlich limitierte Abschläge dieser Kleingeldgedenkmünzen in 900er Silber und bisweilen auch in 925er Silber Piedfort. Seit 1955 prägt die Dominikanische Republik aber auch regelmäßig Gedenkmünzen in Silber und Gold, deren Nominale von 1 Peso bis zu 2000 Pesos reichen können. Damit erinnert sie an bedeutende historische Persönlichkeiten des Landes, an diverse Jahrgangsjubiläen der Zentralbank, an das internationale Jahr des Kindes, an die Vereinten Nationen, an die FAO, an herausragende Mittel- und Panamerikanische Spiele, an bedeutende Besuche, wie den des Papstes von 1979, an das 35-jährige Jubiläum der Erklärung der Menschenrechte, an den 500. Jahrestag der Entdeckung und Christianisierung Amerikas (in mehreren Ausgaben), an die Kirchen aus der Kolonialzeit, an die christliche Jahrtausendwende und einiges mehr. Von den Gedenkmünzen zu einem Peso in Kupfernickel gibt es in der Regel auch limitierte Abschläge in Silber, Silber Piedfort oder Gold. Und von den großen Silbernominalen (30 Pesos, 100 Pesos) bisweilen limitierte Abschläge in Gold oder Gold Piedfort und von den Goldnominalen manchmal Abschläge in Platin. Die Legierungen, die bei der Prägung dieser Edelmetallmünzen verwendet wurden, waren 900er, 925er und 999er Silber, 900er und 999er Gold sowie 999er und 999,5er Platin. 650er Silber und 750er Gold kamen nur ausnahmsweise zum Einsatz. Geprägt wurden die Münzen zu einem geringen Teil in Santo Domingo und zum größten Teil im Ausland: Bei der British Royal Mint, der Royal Canadian Mint, der Valcambi SA in Chiasso / Balerna und der US-Mint in Philadelphia.

Übrigens, seit dem 1. Januar 2010 heißt die Währung des Landes nicht mehr Peso Oro, sondern Peso Dominicano.

 

 

 

Quellen: Abb. 1: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Abb. 2: Münzen am Zoo, Pollandt, Berlin; Abb. 3 und 4: Auktionen & Münzhandel Dr. Ch. Stadler e.K., Bremen; Abb. 5: Hanseatische Münzhandlung Bremen GmbH. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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