Weltmünzenatlas – Bermuda

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Bermuda, genauer gesagt die Bermuda-Inseln (englisch Bermuda Islands), ist ein im Atlantik gelegenes britisches Überseegebiet, das sich 920 km südöstlich des US-amerikanischen Kap Hatteras befindet. Die Inselgruppe setzt sich aus etwa 300 Korallenkalkinseln zusammen und liegt auf einem Sockel aus unterseeischem Vulkangestein. Sie erhebt sich bei Town Hill auf bis zu 79 m über dem Meeresspiegel. Von den zahlreichen Inseln sind aber nur 20 bewohnt. Die Hauptinsel Great Bermuda ist mit 39 km² die größte und bevölkerungsreichste Insel der Gruppe. Sie wird im Nordwesten von der Somerset Insel und im Nordosten von der Saint George’s Insel begrenzt. Die Bermuda-Inseln sind stark zergliedert und besitzen viele Karsthöhlen. Das Klima ist subtropisch. Jedes Jahr im September besteht Hurrikan-Gefahr. Weil es auf den Inseln keine Flüsse gibt, wird das lebensnotwendige Naß in Regenwasserzisternen aufgefangen. Gummibäume, Salbeisträucher und der Bermuda-Wacholder sind die häufigsten Pflanzen auf den Inseln. An einigen Küsten wachsen aber auch Mangrovenbäume. Zu den bedeutendsten Vögeln zählt sicherlich der vom Aussterben bedrohte Bermuda-Sturmvogel. Knapp zwei Drittel der Einwohner sind Schwarze und Mulatten. Sie sind die Nachkommen afrikanischer Sklaven. Das restliche Drittel Weiße sind die Nachfahren der Briten. Rund 84% der Bevölkerung sind Protestanten (meist Anglikaner), 15% Katholiken und 0,8% Zeugen Jehovas.

 

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Bermudas

Die Bermuda-Inseln wurden um 1505 vom Spanier Juan de Bermúdez entdeckt, der allerdings wegen der gefährlichen Riffe, die die Inseln umgeben, dort nicht landete. Auf einer Karte von Anghiera von 1511 sind die Bermuda-Inseln aber schon als „La Bermuda“ eingetragen. Obwohl spanische und auch portugiesische Schiffe die Inseln später immer wieder anliefen, um sich mit Nahrungsmitteln zu versorgen, blieben diese noch lange Zeit unbesiedelt. Erst 1609, also mehr als 100 Jahre nach ihrer Entdeckung, landete Sir George Somers mit seinem Flaggschiff „Sea Venture“ auf den Inseln, nahm sie für England in Besitz und leitete ihre Besiedlung ein. Genaugenommen, war Bermuda aber nicht das ursprüngliche Ziel von Somers gewesen, sondern Jamestown in Virginia. Doch hatte ein heftiger Sturm die „Sea Venture“ vom Kurs abgebracht und auf ein Riff vor den Bermuda-Inseln auflaufen lassen. In der Folge mußten Sir George Somers und 150 Schiffbrüchige auf den Inseln ausharren und aus den Trümmern ihres Flaggschiffs und dem Holz der Bermuda-Wacholder neue Schif-fe bauen, ehe sie weiter nach Jamestown in Virginia segeln konnten. Zehn Monate später waren zwei kleine neue Schiffe zur Abfahrt nach Virginia bereit, doch blieben drei Matrosen freiwillig auf den Bermudas zurück und bildeten mit 60 neuen Siedlern, die wenig später von der Virginia Company nach Bermuda geschickt worden waren, die Basis einer ersten briti-schen Besiedlung. Diese ersten Siedler gründeten 1612 die Siedlung Saint George’s. Die Town of Saint George, die bis 1815 auch die erste Hauptstadt der Bermuda-Inseln war, entstand aber erst 1797. 1684 wurden die Inseln dann offiziell britische Kronkolonie. 1793 gründete man die City of Hamilton und 1815 verlegte man die Hauptstadt von Saint George nach Hamilton. 1888 erhielten die Bermuda-Inseln Selbstverwaltung. Während des Zweiten Welt-kriegs erkannten die USA die strategische Bedeutung dieser Inselgruppe und unterzeichneten 1941 ein Abkommen mit Großbritannien, demzufolge die Vereinigten Staaten auf Bermuda zwei Stützpunkte errichteten und die britischen Streitkräfte dafür Zerstörer der US-Marine erhielten – 1995 wurden diese Militärstützpunkte ebenso wie die kanadischen und britischen allerdings wieder geschlossen. Seit 1968 hat Bermuda auch eine eigene Verfassung. Da die Inselgruppe weitgehende Autonomie genießt und London nur noch in außen- und verteidigungspolitischen Fragen die Entscheidungshoheit besitzt, wurde die vollständige Unabhängigkeit 1995 durch Volksabstimmung abgelehnt. Staatsoberhaupt des Überseegebiets Bermuda ist Königin Elisabeth II., die in ihrer Abwesenheit durch einen von ihr ernannten Gouverneur vertreten wird – dies ist im Moment George Fergusson. Das nach britischem Vorbild organisierte Parlament von Bermuda – dies besteht bereits seit 1620 und ist somit eines der ältesten Parlamente im Commonwealth of Nations – setzt sich aus Abgeordnetenhaus und Senat zusammen und regiert weitgehend unabhängig. Amtierender Premierminister ist Craig Cannonier. Hatte sich die Wirtschaft der Bermuda-Inseln ursprünglich auf den Salzhandel und den Schiffsbau konzentriert – die Schiffe wurden aus dem Holz des Bermuda-Wacholders gebaut –, so entwickelte sich der ganzjährige Tourismus nach dem Zweiten  Weltkrieg immer mehr zur Grundlage der Wirtschaft. Kamen die Touristen zunächst fast ausschließlich aus den USA (etwa 90%), so sind es inzwischen auch immer mehr Europäer, die Urlaub auf Bermuda machen. Und da das Land zudem eine Steueroase ist, verlegten zahlreiche Versicherungsge-sellschaften und Offshore-Banken ihren Sitz nach Bermuda. Weil die Einwohner Bermudas weder Einkommens- noch Vermögenssteuer bezahlen, stammt das Gros der öffentlichen Ein-nahmen auch nicht aus Steuermitteln, sondern aus Zöllen und Pachtgeldern.

 

 

 

Die Münzen Bermudas

1842 wurden alle bis dahin auf Bermuda umlaufenden Münzen demonetisiert (außer Kurs gesetzt) und der britische Währungsstandard eingeführt. Bis 1970 galten dann 12 Pence = 1 Shilling, 5 Shillings = 1 Crown, 20 Shillings = 1 Pound Sterling. Am 6. Februar 1970 wurde der Bermuda-Dollar (Bermudian Dollar) auf der Grundlage 100 Cents = 1 Bermuda-Dollar die neue Währungseinheit. Die alte Pfund-Währung konnte man auf der Basis 1 Pfund Sterling = 2,40 Bermuda-Dollars in die neue Dollar-Währung umtauschen. Die einzigen Münzen, die man im 20. Jahrhundert unter Elisabeth II. im britischen Währungsstandard prägte, waren zwei Crown-Münzen aus 500er Silber. Mit der einen gedachte man  dem 350. Jahrestag der Besiedlung von Bermuda – diese zeigt die Landkarte Bermudas zwischen Schaluppe und Regatta Dinghy und nennt die Jubiläumsjahreszahlen 1609 / 1959 – und mit der anderen huldigte man dem Staatswappen. Trägt sie doch auf ihrer Rückseite den englischen Löwen mit dem Wrack der „Sea Venture“ auf einem Wappenschild und nennt die Devise der Bermuda-Inseln: QUO FATA FERUNT (Wohin das Schicksal uns führt). Mit der Einführung der Dollar-Währung 1970 gab das Land Kursmünzen zu 1, 5, 10, 25 und 50 Cents, 1 Dollar und 20 Dollars aus. Dabei bestand die 1-Cent-Münze aus Bronze, die übrigen Cent-Münzen aus Kupfer-Nickel, die 1-Dollar-Münze aus 800er Silber und die 20-Dollars-Stücke aus 22-karätigem Gold. Allerdings waren die 1-Dollar- und die 20-Dollars-Münzen keine echten Kursmünzen, zumal sie nur in PP und nur in kleinen Auflagen (11 000 bei Silber und 1000 bei Gold) herge-stellt wurden. Echte Umlaufmünzen zu 1 Dollar und 5 Dollars emittierte man erst ab 1983. Diese bestehen aus einer Nickel-Messing-Legierung. Übrigens, zwischen 1999 und 2005 prägte man die 1-Cent-Stücke aus mit Kupfer galvanisiertem Zink und 2008 und 2009 fertigte man sie aus mit Kupfer galvanisiertem Eisen. Geschätzt und beliebt sind die Bermuda-Inseln bei Münzsammlern nun aber nicht wegen ihren doch relativ spärlichen Kursmünzenausgaben, wenngleich es hiervon ab und an auch limitierte Abschläge der Dollar-Nominale in Edelmetall gibt, sondern wegen ihren ansprechenden multithematischen Gedenk- und Sondermünzen, die seit 1972 beinahe jährlich ausgegeben werden. Mit diesen erinnert das Land sowohl an alle denkwürdigen Ereignisse und Jubiläen im britischen Königshaus und die königlichen Besuche auf Bermuda als auch an die Entdeckung und Besiedlung der Bermuda-Inseln, an die Gründung diverser Städte und bedeutender historischer und nationaler Institutionen auf Bermuda, an internationale Sportereignisse, an diverse Tiere und Pflanzen, an den Naturschutz, an das kulturelle Erbe Bermudas, aber auch an den Tourismus, an zahlreiche historische Se-gelschiffe und Schiffswracks, an das Bermuda-Dreieck, an die Ozeanforschung, an die christliche Jahrtausendwende und etliches mehr. Erwähnenswert ist, daß die zahlreichen Bermuda-Dreieck-Münzen alle dreieckig und nicht rund gestaltet wurden. Geprägt werden die meisten Gedenk- und Sondermünzen aus Silber und Gold, wenngleich es auch solche aus Kupfer-Nickel und Messing gibt. In einigen wenigen Fällen wurde auch Palladium als Münzmetall benutzt. Hergestellt wurden und werden die meisten dieser Gedenkmünzen bei der British Royal Mint in Llantrisant (Wales). Doch auch die Royal Canadian Mint in Ottawa, die Franklin Mint in den USA und die Valcambi SA in der Schweiz beteiligten sich gelegentlich an der Münzprägung für Bermuda.

 

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