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Weltmünzatlas – Bergkarabach

Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Die Republik Bergkarabach (russisch Nagorny Karabach, armenisch, Artsakh), die völkerrechtlich weder von Aserbaidschan noch von den Vereinten Nationen anerkannt wird, grenzt im Norden und Osten an Aserbaidschan, im Süden an den Iran und im Westen an Armenien. Das im östlichen Transkaukasien zwischen den Mittelläufen der Flüsse Kura und Arax gelegene Bergkarabach umschließt die Ostabdachung des kleinen Kaukasus und fällt von Westen nach Osten hin ab. Die beiden höchsten Gipfel des Landes sind der Mraw (3340 m) und der Kirs (2725 m) und die beiden bedeutendsten Flüsse der Tartar und der Chatschen. Wegen dem West-Ostabfall fließen nahezu alle Flüsse des Landes nach Osten in Richtung Kaspisches Meer. Aufgrund der geografischen Höhenunterschiede existiert in Bergkarabach sowohl alpines als auch Steppenklima. Über 80% der Bevölkerung sind Armenier, der Rest Kurden, Russen und einige wenige Aserbaidschaner. Infolgedessen sind die christlichen Religionen (die armenische und die russisch-orthodoxe) die vorherrschenden Glaubensrichtungen im Land.


Kurzer Streifzug durch die Geschichte von Bergkarabach

1921 wurde Bergkarabach verwaltungstechnisch der Sowjetrepublik Aserbaidschan unterstellt. Ein Jahr später schufen die Sowjets dann durch den Zusammenschluß von Armenien, Aserbaidschan und Georgien die Transkaukasische Sozialistische Sowjetrepublik. 1936 wurden die Mitgliedsstaaten jedoch wieder separate Unionsrepubliken der UdSSR. Bergkarabach wiederum war bereits 1923 ein autonomes Gebiet innerhalb Aserbaidschans geworden. Da die christlich armenische Bevölkerungsmehrheit Bergkarabachs in den 1980ern einen Anschluß an die Sowjetrepublik Armenien suchte und Aserbaidschan dies kategorisch ablehnte, kam es 1988 zum Streit um Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbaidschan und infolgedessen wiederholt zu blutigen ethnischen Auseinandersetzungen, die 1990 zu einer militärischen Intervention der Sowjets in Baku und 1991 zur Aufhebung des Autonomiestatus’ Bergkarabachs durch Aserbaidschan (November 1991) und zur Unabhängigkeitserklärung Bergkarabachs (10. Dezember 1991) führten. Weil Aserbaidschan diese einseitig ausgerufene unabhängige Republik jedoch nicht anerkannte, kam es 1992 zum Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan und zur Besetzung Bergkarabachs durch armenische Streitkräfte. Eine Folge dieses Krieges waren gewaltige Flüchtlingsströme – aus Bergkarabach flohen die Aserbaidschaner nach Aserbaidschan und aus Aserbaidschan die Armenier nach Bergkarabach. Zudem hatten Karabach-Armenier einen Landkorridor nach Armenien erobert und so etwa 20% Aserbaidschans besetzt. 1994 schließlich vermittelte Rußland einen Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan. Da die Standpunkte in der Bergkarabach-Frage aber auch in den Jahren danach unvereinbar blieben, fruchteten auch alle späteren Verhandlungen zu einer dauerhaften Friedensreglung nicht, auch nicht als diese unter der Schirmherrschaft der OSZE geführt wurden. Am 10. Dezember 2006 stimmten die Einwohner Bergkarabachs erneut für die Unabhängigkeit „ihres Landes“ und verabschiedeten nun erstmalig auch eine Verfassung für die „Republik Bergkarabach“. Auf internationaler Ebene änderte sich dadurch aber dennoch nichts. Die Republik Bergkarabach wurde und wird bis heute von keinem Staat der Welt politisch anerkannt. Staats- und völkerrechtlich betrachtet, ist Bergkarabach nach wie vor ein Teil Aserbaidschans.


Die Münzen von Bergkarabach

Bergkarabach hat mit Armenien eine Wirtschafts- und Währungsunion, so daß der Armenische Dram auch in Bergkarabach gesetzliches Zahlungsmittel ist. Seit 2004 gibt es auch den Bergkarabach-Dram, dieser gilt: 100 Luma = 1 Dram und steht mit dem armenischen Dram pari, d. h. 1 Armenischer Dram = 1 Bergkarabach-Dram. Zu den Kursmünzen die bisher geprägt wurden gehören 50-Luma, 1-Dram- und 5-Dram-Münzen. Dabei wurden die 50-Luma- und die 1-Dram-Stücke in Aluminium und die 5-Dram-Münzen in Messing ausgebracht. Die Münzmotive, die man 2004 und 2013 prägte, zeigen sowohl diverse Tiere (Pferd, Antilope, Fasan, Wildkatze, Braunbär etc.) als auch Heilige (Hl. Gregor von Narek, 951–1003), Kathedralen (Heilandsskathedrale von Shusha) oder Skulpturen (Steinskulptur „Wir und unsere Berge“). Auf der Vorderseite tragen alle Münzen das Staatswappen und nennen die Legende NAGORNO-KARABAKH REPUBLIC (Republik Bergkarabach). Geprägt wurden diese Münzen in Kremnitz (Slowakei) bei der Minkovña Kremnica. Reine Gedenkmünzen aus Gold- oder Silber gibt es bisher allerdings nicht.

Prägungen, die zwischen 1998 und 2004 ausgegeben wurden und außer dem Staatswappen Bergkarabachs nur eine symbolische Wertzahl ohne Wertbezeichnung tragen, sind genau genommen keine Münzen, sondern private Medaillen.


Quelle: Münzen & Banknoten, Bernd Steidl, Dresden. Der erwähnten Münzhandlung sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.