• Hans-Ludwig Grabowski

Vorsicht bei Kaufabwicklungen über PayPal!

Welche Macht US-Internet-Giganten mittlerweile aufgebaut haben und auch rücksichtslos ausnutzen, habe ich als Sammler unlängst selbst zu spüren bekommen. Letzte Woche wollte ich den neuen Online-Shop www.weltbanknote.de von Samer Obeid durch eine kleine Bestellung von Banknoten aus verschiedenen Ländern unterstützen. Insgesamt legte ich Scheine für ziemlich genau 100 Euro in meinen Warenkorb und ging weiter zum Kauf. Als Zahlungsmöglichkeit war PayPal bereits ausgewählt, weshalb ich diese Auswahl der Einfachheit halber bestätigte. Ich hätte aber auch Banküberweisung wählen können. Es dauerte nur Sekunden, bis ich eine SMS von PayPal mit einem Zahlungscode auf meinem Handy hatte. Ich gab den Code ein und schloss den Kauf ab.

Zu meiner Überraschung landete ich sofort wieder im Warenkorb anstatt eine Kaufbestätigung zu erhalten. Noch größer war meine Überraschung als ich sah, dass im Warenkorb nun nicht mehr Scheine für 100 Euro, sondern nur noch für 67 Euro lagen. Was war passiert? Die Zahlung war mir durch PayPal bestätigt worden! Ich rief Samer Obeid an und bat ihn zu prüfen, was geschehen war. Er rief mich zurück und teilte mir mit, dass meine Zahlung innerhalb von wenigen Sekunden von PayPal storniert worden war. Außerdem hat PayPal in meinen Warenkorb eingegriffen und Scheine von Ländern entfernt, die den USA nicht 100 % genehm sind. Dazu gehören z. B. Kuba, Nordkorea und der Iran. So hatte ich also nicht mehr Weltbanknoten für 100, sondern nur noch für 67 Euro in meinem Warenkorb! Schon allein, dass ein Zahlungs-Dienstleister überprüft, welche Waren man kauft, ist ein ziemliches Ärgernis, dass der dann auch noch in den persönlichen Warenkorb in einem unabhängigen Onlineshop eingreift und Artikel löscht, ist eine Unverschämtheit! Doch es sollte noch schlimmer kommen! PayPal hat nicht nur meinen Warenkorb manipuliert, sondern boykottiert seither den Online-Shop von Samer Obeid komplett, nachdem dieser gescannt wurde. Die Drohung ist eindeutig: Wenn dieser nicht Geldscheine missliebiger Länder aus seinem Angebot entfernt, verweigert PayPal jegliche Zahlungsdienstleistung!!! Wenn bis dahin immer noch jemand an der Macht von Internetfirmen und deren Machtmissbrauch gezweifelt hat, dann sollte er jetzt eines Besseren belehrt sein. „America first“ also auch noch nach Donald Trump! Der lange Arm der USA hat nun also auch noch den Sammlermarkt erreicht und man sollte sich gut überlegen, welche Banknoten man in Zukunft noch sammelt und im Internet bestellt. PayPal teile mir dazu mit: Aus Sicherheitsgründen werden die Kontoaktivitäten in unserem System regelmäßig überprüft. PayPal ist verpflichtet, alle weltweit geltenden rechtlichen Vorschriften einzuhalten. Unter anderem müssen wir gewährleisten, dass auch unsere Kunden, Händler und Partner bei der Benutzung die in den USA geltenden Gesetze und Vorschriften beachten. Die Compliance-Abteilung von PayPal hat ihr Konto überprüft und Aktivitäten festgestellt, die möglicherweise gegen die in den USA geltenden Vorschriften verstoßen. Rechtliche Vorschriften in den USA verbieten zurzeit den Kauf und Verkauf verschiedener Waren und Dienstleistungen, die aus Kuba stammen oder dorthin versendet werden. Wir sind darauf aufmerksam geworden, dass Sie eine Zahlung für den Kauf von Artikeln angestoßen haben, die aus Kuba stammen (angefordert), das gemäß den US-Vorschriften derzeit untersagt ist. Wir bitten Sie, diese oder ähnliche Zahlungen nicht erneut über PayPal zu versenden. Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, Ihr PayPal-Konto zu schließen, wenn wir weiterhin Aktivitäten feststellen, die einen offensichtlichen Verstoß gegen unsere gesetzlichen Verpflichtungen darstellen. Viele Grüße Compliance-Abteilung von PayPal“ Frage an unsere Leser: Haben Sie eventuell ähnliche Erfahrungen mit PayPal machen müssen? Bitte teilen Sie uns Ihre Geschichte mit. Wir versuchen zu helfen, um damit andere Sammler und den Fachhandel vor Schaden zu bewahren. Vielen Dank im Voraus und sammeln Sie ruhig weiter Geldscheine aus Ländern wie Kuba, Nordkorea oder dem Iran. Jetzt erst recht! Fachhandel/Redaktionen: Da das Vorgehen von PayPal den gesamten numismatischen Fachhandel betreffen kann – denn es geht schließlich nicht nur explizit um Geldscheine, sondern es kann sich natürlich auch um Münzen und jedwede andere Artikel aus Kuba, Nordkorea und dem Iran handeln, was andere Händler Herrn Obeid bestätigten –, werden wir den Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels informieren und um die Herausgabe einer entsprechenden Warnmeldung bitten. Selbstverständlich informieren wir auch die Redaktionen von MünzenRevue, Münzen&Sammeln und dem Numismatischen Nachrichtenblatt. Mittlerweile sind an mich mehrere Stellungnahmen sowohl von PayPal als auch von einem Münzenhändler und dem Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels e. V. eingegangen, die Sie hier nachlesen können. #PayPal #Sammeln #Internet #Banknoten #Bezahldienstleister #Sperre #Kuba #Iran #Nordkorea #Warenkorb #HansLudwigGrabowski

© Copyright 2018 Battenberg Gietl Verlag