• Sylvia Karges

Virtuelle Ausstellungen anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges

Aktualisiert: Mai 6


Das Reichstagsgebäude nach der Einnahme durch die Rote Armee. Bildquelle: Wikimedia, No. 5 Army Film & Photographic Unit. Hewitt (Sgt).

Zum 75. Jubiläum des Endes des Zweiten Weltkrieges waren viele Veranstaltungen in ganz Deutschland geplant. Bedingt durch die Einschränkungen als Folge der Coronapandemie wurde die Mehrheit dieser abgesagt bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben.


Doch es gibt natürlich auch einige Projekte, die für das Internet entworfen wurden. Das Deutsche Historische Museum nutzt hierfür sein Lebendiges Museum Online (LeMO) und den Museumsblog und da es ab dem 4. Mai in Berlin nun auch bestimmten Museen erlaubt ist unter ebenso bestimmten Bedingungen zu öffnen, eröffnet das DHM nun die lang erwartete „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“-Ausstellung. Es können online-Tickets für bestimmte Zeitfenster erworben werden. Die Dauerausstellung bleibt nach wie vor geschlossen.


Andererseits ist die von der Stadt Berlin in Auftrag gegebene virtuelle Ausstellung zum Kriegssende an dieser Stelle zu nennen. Aus dem Programm:


„Die virtuelle Ausstellung „Nach Berlin“ bildet das Herzstück des Projekts. Multimediale Elemente führen in dieser Rundum-Erfahrung in das zerstörte Berlin, direkt vor den Reichstag, an das Brandenburger Tor, auf den Alexanderplatz und zum ehemaligen KZ Sachsenhausen. Themenschwerpunkte wie der Weg von der Demokratie in die Diktatur, die europäische Dimension des Krieges, Alltag zwischen Krieg und Frieden oder die Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten werden an den vier Orten mit Bildern, Animationen, Audios und Zeitzeug*innenberichten erfahr- und erlebbar.“


Besonders interessant ist das Feature „Augmented Berlin“. Durch diese App wird der Betrachterin, dem Betrachter ermöglicht, historische Orte in Berlin im Jahr 1945 mit heute zu vergleichen. Unter der auf deutsch „erweiterten Realität“ ist eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung zu verstehen. Mehrheitlich erfolgt dies durch visuelle Darstellungen auf smartphones: durch das zeigen auf bestimmte Landschaften bzw. Architektur usw. mit dem smartphone werden auf seinem Bildschirm gleichzeitig etwa ergänzende Bilder oder Texte angezeigt. Kulturprojekte Berlin, das dieses Programm aus der Taufe hob, hatte sich bereits zu den Festlichkeiten anlässlich des 30jährigen Jubiläums des Berliner Mauerfalls diese Technologie zu eigen gemacht, um die mehrheitlich nicht mehr existente Mauer durch Berlin greif- und fühlbar zu machen.


Übrigens ist der 8. Mai in diesem Jahr anlässlich des 75. Jubiläums offizieller Feiertag in Berlin, und nur dort. In Frankreich, Tschechien und der Slowakei ist der 8. Mai bis heute Feiertag. In den Niederlanden wird der "Bevrijdingsdag" schon am 5. Mai gefeiert.


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