Leserpost: Hohe Preise für Gold, Silber und Raritäten - „Muss ich mir ein anderes Sammelgebiet suchen?“
- Dietmar Kreutzer

- 26. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Werte Redaktion,
vor zehn Jahren habe ich angefangen, eine Sammlung der Umlaufmünzen aus der Lateinischen Münzunion zusammenzustellen. Mein erstes Stück war ein Napoléon, also eine Goldmünze aus Frankreich. Es folgten 20 Francs aus Belgien, 20 Franken aus der Schweiz, 20 Lire aus Italien, 20 Drachmen aus Griechenland. Unter Zuhilfenahme des Kataloges Goldmünzen Europas von Hans Schlumberger habe ich die Sammlung auch mit einigen höherwertigen Stücken wie dem zu 50 Lire (50 Jahre Königreich Italien, 1911) und 100 Francs (Stehender Genius, 1886) ergänzt. Als der Goldpreis vor einigen Jahren über 2.000 Euro/Feinunze stieg, bin ich auf die großformatigen Silbermünzen zu 5 Francs ausgewichen, die lange Zeit zu den kursfähigen Zahlungsmitteln innerhalb der Union zählten. Die unterschiedlichen Ausgaben der Teilnehmer an der Union habe nun vollständig, einschließlich der Ausgaben jener Länder, die nicht zur Union gehörten, aber wie Spanien nach ihren Vorgaben prägten. Die hohen Zuschläge halten mich davon ab, bei seltenen Goldausgaben wie dem 100-Franken-Stück (Schweiz, 1925) mitzubieten. Muss ich mir ein anderes Sammelgebiet suchen?
Christoph W. (Zürich)

Gold- und Silbermünzen der Lateinischen Münzunion
Bildquelle: SINCONA
Lieber Herr W.,
Das Sammeln historischer Goldmünzen ist durch den seit 2024 massiv gestiegenen Goldpreis erschwert worden. Die Zuschläge für seltene Sammlerstücke haben ebenfalls ein Niveau erreicht, das ein beachtliches Finanzpolster erfordert, um sich auf einem Sammelgebiet wie dem Ihren zu bewegen. Es ist schon ein finanzieller Kraftakt, für 4.000 Euro aufwärts ein 100-Lire-Stück (Sardinien-Piemont, 1832-1845) zu erwerben, das als ein italienischer Vorläufer der Union gilt. Und diese Münze hat aufgrund ihrer relativ hohen Prägezahlen nur einen geringen Aufpreis auf den Goldwert! Ähnliches gilt für die 100-Francs-Stücke aus Monaco, wo ab 1878 nach den Normen der Union geprägt wurde. Sie kosten zurzeit 4.500 Euro aufwärts. Doch es gibt viel mehr: Wer kann schon von sich sagen, dass er ein rumänisches 100-Lei-Stück in seiner Sammlung hat, oder ein bulgarisches 100-Lewa-Stück? Eine vollständige Sammlung von Goldmunzen der Lateinischen Münzunion zusammenzutragen, wäre ein teures Hobby! Solange Sie nicht willens oder in der Lage sind, auf Auktionen um die umkämpften Seltenheiten mitzubieten, rate ich Ihnen beim Silber zu bleiben. Das ist zwar auch in den Fokus von Investoren geraten. Der Andrang ist jedoch begrenzt, insbesondere bei internationalen historischen Münzen des 19. Jahrhunderts. Viele Länder in Lateinamerika haben zu dieser Zeit das französische Währungssystem übernommen und prägten daher ebenfalls nach den Vorgaben der Lateinischen Münzunion. Haben Sie schon einen Sucre aus Ecuador (1884-1897), einen Peso aus Uruguay (1917) oder 50 Centésimos (1904) aus Panama? Alle drei Münzen sind aus 900er Silber und wiegen 25 Gramm und haben einen Durchmesser von 37 Millimeter. Sie kosten nicht einmal viel. Einen Sucre (Erhaltung: sehr schön, 1897) aus Ecuador habe ich im Online-Handel gerade für 115 Euro gesehen, ein etwas besser erhaltenes Stück für 163 Euro. 50 Centésimos (Erhaltung: vorzüglich), 1904) aus Panama gibt es aktuell für 126 Euro. Nach dem Peso aus Uruguay, der nur im Jahr 1917 herauskam, müssen Sie wahrscheinlich etwas länger suchen.
Dietmar Kreutzer




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