• WJM / SK

Leitfaden Münzensammeln: Sammlerinnen und Sammler im Verein


Auf der Grundlage des von Wolfgang J. Mehlhausen verfassten Buches „Handbuch Münzensammeln“ möchten wir in mehreren Teilen einen Leitfaden für das Münzensammeln veröffentlichen – für bereits Aktive und die, die es werden wollen, denn Nachwuchs ist wie überall, wichtig!


Mehrfach wurde die Freude am Sammeln in den Mittelpunkt bei der Betrachtung verschiedener Themen gestellt. Ein Sammler hat Freude daran, sich seine Schätze im stillen Kämmerlein anzusehen, ein anderer wiederum möchte auch den Ehepartner und andere Familienmitglieder oder Freunde und Bekannte mit seinem Hobby bekanntmachen und sie begeistern.

Besonders interessant ist es, sich mit anderen Sammlerinnen und Sammlern zu treffen, Rat zu suchen und zu geben. Münzvereine und Sammlerverbände gibt es schon seit langer Zeit. In vielen Ländern findet man neben den „normalen Münzclubs“ auch elitäre Numismatische Gesellschaften, so in Belgien, wo sogar der König Mitglied ist.

Sammler sind Individualisten, doch das Zusammentreffen mit anderen Münzliebhabern muss ja nicht gleich das werden, was allgemein als „Vereinsmeierei“ abgelehnt wird. In den ver- schiedensten Münzsammlergruppen werden regelmäßig Tausch- und Vortragsabende veranstaltet. Es gibt Frühlingsfeste und Weihnachtsfeiern, aber auch Münzausstellungen, die von den Numismatikern in ihrer Freizeit aufgebaut werden. Einige Vereine organisieren sogar numismatische Reisen in andere Städte und Länder.

Nun gehören solchen Sammlergruppen Menschen aller Berufsgruppen und Schichten an, Anfänger wie Spezialisten. Doch nicht wenige Privatsammlerinnen und Privatsammler, die alles andere als Berufsnu- mismatiker sind, haben nicht nur Aufsätze für Zeitschriften, sondern ganze Kataloge erarbeitet.

Gerade was auf dem Gebiet der Numismatik von Laien an Forschungsarbeit geleistet wird, übertrifft alle Erwartungen. Es gibt wohl kaum ein Gebiet, wo sich Autodidakten mit einer Materie so intensiv und erfolgreich beschäftigt haben wie in der Münzkunde. Dies wird unterdessen auch von den „Profis“ in Münzkabinetten und Museen, nicht immer ganz neidlos, anerkannt.

Die Deutsche Numismatische Gesellschaft (DNG) versteht sich als Dachverband der deutschen Münzsammlerverbände und begann ihre Tätigkeit schon 1951. Im Jahr 1990 stieg die Zahl der Vereine durch die neuen Bundesländer deutlich an. Heute sind dort 80 Vereine aus Deutschland organisiert, hinzu kommt die Gesellschaft der Vorarlberger Münzfreunde aus Österreich. Die Verbindungen der DNG zum Münzhandel und der wissenschaftlichen Berufsnumismatik sind sehr eng.

Die DNG beispielsweise gibt eine eigene Fachzeitschrift mit lesenswerten Beiträgen zu verschiedenen Bereichen der Numismatik heraus. Auch hier finden wir Termine für Auktionen, Ausstellungen, Münzbörsen und Tagungen. Sie ist auch die einzige deutsche Münzzeitschrift nach dem Zweiten Weltkrieg, die seit 1952 bis heute erscheint.

An dieser Stelle soll auch die Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte (GIG), Gemeinnützige Forschungsgesellschaft e. V., in Frankfurt am Main genannt werden, die ebenfalls eine Fachzeitschrift – allerdings nur für Mitglieder – herausgibt.

Dieser Gesellschaft gehört eine große Zahl von Laien und Berufsnumismatikerinnen und Berufsnumismatikern an. In den GN, wie die Zeitschrift abgekürzt wird, gibt es neben vielen bemerkenswerten Beiträgen zu allen münzkundlichen Bereichen einen beachtlichen Neuheitenteil, Buchbesprechungen, Tauschannoncen und einen Auktions-, Börsen- und Vereinskalender.

Selbstverständlich gibt es auch ganz unabhängige, mehr oder minder große Vereine überall im Land, die regelmäßig Treffen durchführen und wo Gäste jederzeit herzlich willkommen sind. Wie schon im Vorwort erwähnt, gehört der Verfasser dieser Zeilen einem solchen Verein seit 1965 an und kann nur jeder Sammlerin und jedem Sammler ans Herz legen, eine Mitgliedschaft in Erwägung zu ziehen. Der Erfahrungsaustausch ist bekanntlich eine billige Investition. Weitere Erkenntnisse und neue Erfahrungen kann auch ein alter Sammler ganz gewiss noch brauchen. Der Spruch „man lernt nie aus“ trifft auch auf das Münzensammeln zu.