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Gold-Beimischung empfohlen

Aktualisiert: 30. Dez 2019


Im Mai 2018 hat die Zeitschrift FINANZTEST auf fünf Seiten über die Chancen und Risiken von Gold- und Silberanlagen informiert. Nicht nur Inder und Chinesen seien dem Gold zugetan, auch die Deutschen. Laut World Gold Council investierten sie anno 2016 ca. 6,8 Milliarden Euro in das Edelmetall. Damit seien sie pro Kopf „Weltmeister“ vor der Türkei, China und den USA.

Unter Anlage-Gesichtspunkten wurden Goldbarren und Standardmünzen im Gewicht einer Feinunze empfohlen, etwa der legendäre „Krügerrand“ oder der österreichische „Philharmoniker“. Von modernen Gedenkmünzen oder Medaillen wird dagegen abgeraten: „Hier locken die Anbieter oft mit den limitierten Auflagen und der Attraktivität für Sammler. Solche Münzen aus Liebhaberei zu kaufen, ist die eine Sache. Wer sie um der Rendite Willen erwirbt, kann unangenehme Überraschungen erleben. Nur, wenn sich eine Münze bei Sammlern reger Nachfrage erfreut, sind steigende Preise die Folge.“ Als Beispiel wird eine aktuelle Goldmedaille mit dem Motiv des blauen Planeten Erde mit einem Feingewicht von 0,5 Gramm genannt, die knapp 50 Euro kostet: „Das entspricht einem Preis pro Feinunze Gold von mehr als 3.000 Euro.“

Empfohlen wird, der Vermögensanlage maximal zehn Prozent in Edelmetallen beizumischen. Dies müsse nicht in physischem Edelmetall erfolgen. Auch Exchange Traded Commodities (ETC) seien dafür geeignet. Unter dem Aspekt der Sicherheit des Vermögens sei eine solche Beimischung durchaus empfehlenswert. In Krisenzeiten stürzten Aktien häufig regelrecht ab. Die Wertschwankung von Gold hielten sich dagegen in Grenzen: „Auf Sicht von 20 Jahren lag der maximale Verlust des MSCI World bei 54,1 Prozent, bei Gold ,nur‘ bei 36,5 Prozent.“ Silber, Platin und Palladium bergen größere Risiken: „In den vergangenen Jahren hatten diese Edelmetalle deutlich heftigere Wertschwankungen und höhere Verluste als Gold.“ Aufgrund der schwachen Entwicklung der vergangenen fünf Jahre sei Silber aber zurzeit relativ preiswert.

Wer sich nach der Lektüre des Beitrages in FINANZTEST über die aktuellen Aussichten einer Anlage in Edelmetallen informieren will, wird enttäuscht sein. Die Prognosen widersprechen sich. Die Commerzbank traut Gold bis Ende 2019 einen Wertzuwachs von 27 Prozent zu. Das mit einem Preisverhältnis von 78:1 unterbewertete Silber dürfte danach ebenfalls gute Aussichten besitzen. Palladium habe dagegen aktuell kein Potenzial mehr. Andere Prognosen behaupten das Gegenteil. Die Verbraucherzentrale wies im April 2018 darauf hin, dass Rohstoff-Anlagen sich in den letzten 50 Jahren ähnlich riskant wie Aktien entwickelt hätten. Die Entwicklung sei aber häufig gegenläufig zu der von Aktien. Zu beachten seien die fehlenden Zinserträge, anfallenden Lagerkosten und das Risiko eines schwankenden Euro-Wechselkurses zum Dollar.


Bildquelle: Wikimedia, Istara