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Die Top-Ergebnisse der Künker Berlin-Auktionen 379-381 vom 2. und 7. Februar 2023

Ein Gesamtergebnis von fast 10 Mio. Euro für 730 Lose, 15 Zuschläge im sechsstelligen Bereich, ein Top-Ergebnis von 420.000 Euro; das ist in Kürze die Zusammenfassung zu den Künker Berlin-Auktionen.


Am 2. Februar 2023 fanden die Künker Berlin-Auktionen endlich wieder zusammen mit der World Money Fair in Berlin statt. Das gesamte Team freute sich darüber, seine Kunden vor Ort begrüßen zu dürfen. Es war eine Auktion wie in guten alten Zeiten vor Corona, mit einem Saal, der mit mehr als 150 anwesenden Bietern so voll war, dass man schon suchen musste, um einen Sitzplatz zu entdecken.

Das Ergebnis war dementsprechend. Für die 730 Lose, die am 2. Februar 2023 versteigert wurden, erzielte Künker einen Gesamtzuschlag von fast 10 Millionen Euro bei einer Schätzung von 6 Mio. Euro. Besonders beeindruckend waren die vielen Ergebnisse im fünf- und sechsstelligen Bereich. Allein 15 Lose erzielten ein sechsstelliges Ergebnis!

Dieser Auktionsnachbericht präsentiert die drei teuersten Lose aus Katalog 379 mit einem weiteren Teil der Sammlung Salton, sowie die fünf teuersten Lose aus Auktion 380. Er schließt ab mit einem Blick auf die Künker eLive Premium Auction 381. Die Sammlung Dr. Eberhard Werther enthielt Münzen, deren Schätzungen und Zuschläge sich eher im dreistelligen Bereich bewegten. Dass auch hier die Preise enorm gestiegen sind und Sammler Qualität, Seltenheit und historische Bedeutung zu schätzen wissen, das illustrieren die drei teuersten Lose der Sammlung Werther.


Die teuersten Münzen aus Künker Auktion 379: Die Sammlung Salton

Exakt 100 Münzen enthielt Künker Auktion 379 mit einem weiteren Teil der Sammlung Salton. Geschätzt waren sie mit 625.000 Euro, gebracht haben sie mehr als das Doppelte mit 1,35 Mio. Euro. Hier sind die teuersten drei Münzen der Auktion:


Nr. 12: Braunschweig-Calenberg-Hannover. Johann Friedrich, 1665-1679.

Löser zu 6 Reichstalern 1679, Zellerfeld.

Geprägt und verteilt anlässlich der Beerdigung Johann Friedrichs.

Aus Sammlung Salton und Sammlung Meyerhof, Auktion Schulman 171 (1930), Nr. 156.

Äußerst selten. Fast vorzüglich.

Taxe: 40.000,- Euro. Zuschlag: 75.000,- Euro.


Platz 3

Auf Platz drei schaffte es mit einem Zuschlag von 75.000,- Euro ein äußerst seltener Braunschweiger Löser bei einer Schätzung von 40.000,- Euro. Die Münze wurde als diplomatisches Geschenk geprägt, um an einen der Trauergäste, die während des Begräbnisses von Johann Friedrich von Braunschweig-Calenberg am 21. April 1680 anwesend waren, verteilt zu werden. Wir wissen das, weil Nachfolger Ernst August ein umfangreiches und reich illustriertes Buch herausgeben ließ, das alle Details dieser Beerdigung minutiös festhielt. Darin sind unter anderem die Münzen abgebildet, die an die Trauergäste verteilt wurden. Am inhaltlichen Entwurf der Rückseitendarstellungen dürfte Gottfried Wilhelm Leibniz beteiligt gewesen sein. Er leistete auch einen entscheidenden Beitrag für die Ikonographie der für den Trauerzug erbauten Festarchitektur.


Nr. 100: Böhmen-Mähren. Wenzel IV., 1378-1419. Prager Groschen o. J., Prag.

Dickabschlag zu 15 Prager Groschen.

Aus Sammlung Salton, Sammlung Donebauer, Auktion Hess (1889), Nr. 850

und Sammlung Wunderly von Muralt, Auktion L+L Hamburger (1899), Nr. 61.

Äußerst selten. Sehr schön bis vorzüglich.

Taxe: 10.000,- Euro. Zuschlag: 80.000,- Euro.


Platz 2

Das zweitteuerste Stück der Sammlung Salton kommt aus Prag. Es handelt sich um einen Dickabschlag von den Stempeln des Prager Groschens im Gewicht von 34,10 g. Die Münze entsprach also 15 Prager Groschen. Geschätzt war diese große Rarität mit 10.000,- Euro. Die Bieter wiesen ihr ihren aktuellen Marktwert zu, nämlich 80.000,- Euro.

Die Provenienz des Dickstücks kann bis ins Jahr 1889 zurückverfolgt werden. Damals versteigerte es die Frankfurter Münzhandlung Hess als Teil der Sammlung Donebauer. Ein zweites Mal kam die Münze auf den Markt, als sie die Firma L+L Hamburger 1899 als Teil der Sammlung Wunderly von Muralt anbot. Damit ist dieses Objekt gleich zweifach mit der Münzhändlerdynastie Hamburger-Schlessinger verbunden: Mark Salton, dessen Sammlung versteigert wurde, hieß eigentlich Max Schlessinger und sein Vater Felix hatte viele Jahre in Frankfurt bei der Münzhandlung Hamburger gearbeitet. Er wäre ihr Erbe gewesen, wenn sie die Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg nicht beinahe in den Bankrott getrieben hätte.


Nr. 56: Wallenstein. Albrecht, 1623-1634, Herzog von Friedland.

Doppelter Reichstaler 1627, Jitschin. Aus Sammlung Salton.

Äußerst selten. Gutes sehr schön.

Taxe: 30.000,- Euro. Zuschlag: 95.000,- Euro.


Platz 1

Auch das teuerste Stück dieses Teils der Sammlung Salton wurde auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens geprägt und illustriert, wie stark der Markt für alle Münzen ist, die mit der Geschichte dieses Landes in Verbindung gebracht werden können. Die Münze trägt Namen und Porträt Albrecht von Wallensteins als Herzog von Friedland. Der doppelte Reichstaler von 1627 war ursprünglich mit 30.000,- Euro geschätzt, um mit 95.000,- Euro zugeschlagen zu werden. Über Wallenstein müssen wir wohl nichts sagen, auch nicht darüber, dass seine Gestalt, die mehr einem modernen Unternehmer als einem frühneuzeitlichen Fürsten geglichen haben muss, immer noch die Menschen fasziniert.


Die teuersten Münzen aus Auktion 380

Kommen wir zu Auktion 380, in der spektakuläre Einzelstücke angeboten wurden, aber auch mit der Sammlung Widegren eine der bedeutendsten Sammlungen schwedischer Münzen, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind. Die Gesamtschätzung von Auktion 380 betrug 5,4 Mio. Euro. Die Zuschläge summierten sich auf 8,4 Mio. Euro.


Nr. 843: Sachsen. Friedrich August I., 1694-1733. 8 Dukaten 1725, Dresden.

Aus Sammlung Dr. Friedrich, Auktion Hess (1914), Nr. 1127. NGC MS 62+.

Äußerst selten. Vorzüglich bis Stempelglanz.

Taxe: 100.000,- Euro. Zuschlag: 150.000,- Euro.


Platz 5

Beginnen wir mit einer sächsischen Rarität, einem achtfachen Dukaten Augusts des Starken, bei dem es sich vermutlich um das einzige Exemplar in Privatbesitz handelt. Größte Seltenheit in Verbindung mit einer weit zurückreichenden Provenienz und feinster Erhaltung – wir sprechen von vorzüglich bis Stempelglanz resp. NGC MS62+ –, diese Kombination erwies sich als verführerisch. Die Münze kletterte von ihrer Schätzung mit 100.000 Euro auf einen Zuschlag von 150.000 Euro und wurde so das fünftteuerste Stück aus Katalog 380.


Nr. 340: Schweden. Erik XIV., 1560-1568. Goldgulden 1568, Stockholm.

Aus Sammlung Widegren. Äußerst selten. Kleines Loch.

Sehr schön bis vorzüglich.

Taxe: 50.000,- Euro. Zuschlag: 200.000,- Euro.


Platz 4

Das viertteuerste Stück stammt aus der Sammlung Widegren von schwedischen Münzen. Es ist eine Rarität höchster Ordnung und gleichzeitig von größter historisch-numismatischer Bedeutung. Immerhin handelt es sich um die erste reguläre Goldmünze Schwedens überhaupt. Warum Erik XIV. diese Goldmünze prägen lassen ließ, darüber rätselt die Numismatik. Vielleicht wollte er sich damit die Loyalität seines Adels erkaufen, damit der sich nicht den rebellierenden Brüdern anschloss. Wenn das so war, kamen diese Münzen zu spät. Sie erreichten Erik nur wenige Tage, bevor ihn sein Bruder gefangen setzte. Der größte Teil seiner Goldprägung wurde deshalb wieder eingeschmolzen. Nur drei Exemplare dieses Typs sind heute auf dem freien Markt erhältlich.

Das kleine Loch über dem Kopf des Königs ist alt. Denn solch kostbare Münzen wurden gerne als Zeichen der Loyalität an einer schweren Kette getragen. Die faszinierende Geschichte dieser Münze, deren Provenienz bis ins Jahr 1899 zurückverfolgt werden kann, war ihrem Käufer ein Gebot von 200.000,- Euro wert, exakt das Vierfache ihrer Schätzung von 50.000,- Euro.


Nr. 630: Österreich / Standesherren / Schlick.

Stephan, Burian, Heinrich, Hieronymus und Lorenz, 1505-1532.

Dicker dreifacher Taler 1520, Joachimstal.

Äußerst selten. Sehr schön.

Taxe: 100.000,- Euro. Zuschlag: 220.000,- Euro.


Platz 3

Ebenfalls eine historisch-numismatische Rarität höchster Ordnung, aber diesmal aus Böhmen, stellt der dicke dreifache Taler von 1520 aus dem Joachimstal dar. Er erinnert an eine der größten Münzemissionen der frühen Neuzeit. Sächsische Investoren beuteten in Zusammenarbeit mit der Adelsfamilie Schlick die gegenüber von Annaberg, auf böhmischem Boden gelegenen Silbergruben im Joachimstal aus. Herr des Landes war Ludwig II., Herrscher nicht nur von Ungarn, sondern auch von Böhmen und Kroatien. Er war chronisch pleite und deshalb froh über die Investoren, die ihm einen reichlichen Anteil an ihren Gewinnen für die Staatskasse ablieferte. Um seiner Zollbehörde die Arbeit zu erleichtern, war vertraglich vereinbart, dass alles Silber, das auf dem Silbermarkt in Leipzig verkauft werden sollte, erst einmal in Münzen ausgeprägt wurde. Deshalb entstanden so viele Joachimstaler Guldiner, dass die Händler diese Bezeichnung nicht mehr ausschrieben, sondern nur noch von Talern redeten.

Der dreifache Taler, den Künker unter Nummer 630 anbieten konnte, gehörte sicher nicht zu diesen Standardmünzen, die man als Kleinbarren für den Export schuf. Er dürfte zu Geschenkzwecken, vielleicht im Auftrag der Familie Schlick geprägt worden sein. Er ist von allergrößter Seltenheit, und das erkannten viele Sammler. So fiel der Hammer erst bei 220.000 Euro für das mit 100.000 Euro geschätzte Stück. Das trug ihm Platz drei unter den teuersten Münzen der Auktion ein.


Nr. 835: Sachsen. Christian II., Johann Georg I. und August, 1591-1611.

10 Dukaten 1611, Dresden. Auf den Tod Christians II.

Aus Auktion MMAG 7 (1948), Nr. 130. Äußerst selten. NGC MS65.

Fast Stempelglanz.

Taxe: 250.000,- Euro. Zuschlag: 340.000,- Euro.


Platz 2

340.000 Euro brachte bei einer Schätzung von 250.000 Euro ein zehnfacher Dukat aus Sachsen und erzielte damit das zweithöchste Ergebnis der Auktion. Er wurde anlässlich des Leichenbegängnisses Christians II. von Sachsen geprägt und zeigt auf der Vorderseite Christian II. von Sachsen, wahrscheinlich in seiner Prunkrüstung, die im Trauerritual eine Rolle spielte – und die uns durch einen Zufall der Überlieferung erhalten ist.

Der sicher als diplomatisches Geschenk an einen hohen Würdenträger übergebene zehnfache Dukat erzielte wohl deshalb einen so hohen Preis, weil seine Erhaltung für das beginnende 17. Jahrhundert äußerst selten ist. NGC bewertete mit MS65 und vergab einen Stern für die ungewöhnliche Schönheit des Stücks.

https://marjorie-wiki.de/wiki/Prunkgarnitur_Christian_II.von_Sachsen


Nr. 288: Großbritannien. Victoria, 1837-1901.

5 Pounds 1839, London. „Una and the Lion“.

NGC PF63 CAMEO (Top Pop).

Sehr selten. Polierte Platte.

Taxe: 100.000,- Euro. Zuschlag: 420.000,- Euro.


Platz 1

Kommen wir zur teuersten Münze der Auktion: „Una and the Lion“. Dieser Münztyp hat sich in den letzten Jahren zu einem der Lieblingsstücke des internationalen Münzenmarkts entwickelt. Die jugendliche Schönheit von Königin Victoria und die Anspielung auf ein Epos, das die unvergessene Elizabeth I. verherrlichte, vereinigte Stempelschneider William Wyon zu einem Münzbild, das heute Menschen aus der ganzen Welt bezaubert. Künker konnte eines dieser Stücke mit einer Schätzung von 100.000,- Euro anbieten. Zugeschlagen wurde es mit 420.000,- Euro.

Grund für den hohen Preis ist die hervorragende Erhaltung. NGC vergab für die Münze PF63 CAMEO. Dazu gehört diese Münze zu einem besonders seltenen Typ. Inzwischen haben nämlich die englischen Autoren Wilson und Rasmussen die verschiedenen „Unas“ unterteilt. Und so gehört die bei Künker angebotene „Una“ zu dem Typ, der durch seinen glatten Rand und die elf Blätter auf dem oberen Haarband definiert wird. Er gilt mit wohl weniger als fünf geprägten Exemplaren als die seltenste Variante, die von diesem beliebten Stück ausgegeben wurde.


Die teuersten Münzen aus Auktion 381

Nach all diesen hochpreisigen Stücken tut es ganz gut, sich Münzen anzusehen, die sich nicht nur einige wenige leisten können. Und eines steht fest: Der Spaß, den man mit ihnen hat, ist der gleiche, ob eine Münze 10, 10.000 oder 10 Millionen Euro gekostet hat.

Die Zuschläge, die in eLive Premium Auction 381 erzielt wurden, sind – im Verhältnis gesehen – ebenfalls beeindruckend. Die darin angebotene Sammlung Werther brachte bei einer Schätzung von 105.000 Euro einen Gesamtzuschlag von 242.000 Euro, und damit fast das Zweieinhalbfache!

Hier also die drei teuersten Münzen aus eLive Premium Auction 381:


Nr. 1058: Preußen. Friedrich II., 1740-1786. Doppelter Friedrichs d’or 1765 A.

Sehr selten. Sehr schön.

Taxe: 3.000,- Euro. Zuschlag: 4.900,- Euro.


Platz 3

Die drittteuerste Münze wurde ein Klassiker, nämlich der doppelte Friedrichs d’or, geprägt im Auftrag des großen Preußenkönigs im Jahr 1765 in Berlin. 1765 wurden nur wenige doppelte Friedrichs d’ors geprägt, so dass die Münze von ihrer Schätzung mit 3.000 Euro auf 4.900 Euro Zuschlag kletterte.


Nr. 1299: Sachsen. Friedrich August I., 1694-1733.

Silbermedaille 1699 von M. H. Omeis auf seine Abstammung von Herzog Widukind.

Schätzung: 500,- Euro. Zuschlag: 6.000,- Euro.


Platz 2

Die zweitteuerste Münze der Auktion zeigt, welch zentrale Rolle die Kombination von Seltenheit und herausragender Erhaltung spielt, und zwar auch und gerade für Sammler. Jeder erfahrene Münzkenner sah auf den ersten Blick, was für eine unglaubliche Perfektion die Medaille von August dem Starken aufweist, die seine Abstammung von dem sächsischen Herzog Widukind thematisiert. Unberührt, mit einer hübschen Patina ist diese Medaille der Inbegriff eines Kabinettstücks. Und das zeigte sich im Preis. Die Schätzung betrug 500,- Euro. Das Bieten endete erst bei einem Zuschlag von eindrucksvollen 6.000,- Euro, der das Stück zur zweitteuersten Münze der Auktion machte.


Nr. 1226: Frankfurt. Doppeldukat 1658

auf die Krönung Leopolds I. zum römisch-deutschen Kaiser in Frankfurt.

Sehr selten. Fast vorzüglich.

Schätzung: 3.000,- Euro. Zuschlag: 6.750 Euro.


Platz 1

Beenden wir diesen Auktionsnachbericht mit der teuersten Münze aus der eLive Premium Auction 381. Sie war – genauso wie der doppelte Friedrichs d’or von 1765 mit 3.000 Euro geschätzt. Allerdings ist die minimal gewellte, fast vorzügliche Münze sehr selten. Es handelt sich nämlich um einen Frankfurter Doppeldukat von 1658, der anlässlich der Krönung Leopolds I. zum römisch-deutschen Kaiser erinnert. Das war einem Sammler ein Gebot von 6.750 Euro wert. Vielleicht wusste dieser Sammler, dass der von ihm ersteigerte Münztyp auf einem Kupferstich von Matthäus Merian abgebildet ist, und zwar einem, der detailreich die Krönungsfeierlichkeiten darstellt, bei denen auch zu sehen ist, wie Münzen ins Volk geworfen werden. Wenn Sie es nicht glauben, schauen Sie selbst in Band 8 des Theatrum Europaeum nach.


Sie sehen also: Münzsammeln ist ein lohnendes Hobby für jeden! Jede Münze ist nicht nur Anlageobjekt, sondern ein wunderbarer Ausgangspunkt für historische Spaziergänge aller Art.


Künker

Nobbenburger Straße 4 a

49076 Osnabrück

Tel: 0541 / 962020

Fax: 0541 / 9620222


Alle Auktionsergebnisse finden Sie online auf www.kuenker.de.

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