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Der Gesamtzuschlag der Künker Herbst-Auktion: 13,4 Mio. Euro

In der letzten Septemberwoche veranstaltete Künker seine Herbst-Auktion. Zahlreiche Spezialsammlungen kamen unter den Hammer. Das Ergebnis: Die über 4.000 Katalognummern kletterten von ihrer Schätzung mit 7,2 Mio. auf 13.4 Mio. Euro und übertrafen die Erwartungen um 85%. Wir stellen die Spitzenreiter der Auktionen vor.


Traditionell sind die Künker Herbst-Auktionen besonders umfangreich. 2023 musste sich das Osnabrücker Auktionshaus sogar entscheiden, das Material in zwei Teile aufzugliedern. Der erste Teil mit den Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit wurde in der letzten Septemberwoche versteigert. Zahlreiche Spezialsammlungen kamen dabei unter den Hammer. Wir stellen Ihnen in diesem Nachbericht die spektakulärsten Ergebnisse vor.


Zuerst dürfen Sie sich darüber freuen, dass deutsche Münzen im Verhältnis immer noch erschwinglich bleiben. Wir präsentieren die drei höchsten Ergebnisse der Sammlung Memmesheimer von Trierer Münzen und der Sammlung Loos von Münzen des hessischen Raumes. Es folgen einige spektakuläre Ergebnisse aus dem ersten Teil der Sammlung Beuth, die in einer Kooperation mit der Münzhandlung Laurens Schulman angeboten wurde. Gleich drei Rekorde sind hier zu vermelden. Den Abschluss machen die teuersten Münzen, der gesamten Auktionswoche.


Die Sammlung Prof. Alois Memmesheimer: Trier

Die gute Nachricht zuerst: Im Verhältnis zu anderen Gebieten der Numismatik sind deutsche Münzen und Medaillen immer noch verhältnismäßig günstig, vor allem wenn es dem Sammler mehr um Seltenheit als um eine phänomenale Erhaltung geht. Selbst die teuersten drei Münzen der Sammlung Trier blieben im vier- und unteren fünfstelligen Bereich.


Platz 3:

Nr. 5273. Trier. Karl Kaspar von der Leyen, 1652-1676. Reichstaler 1657, Koblenz. Ausbeute der Vilmarer Gruben. Sehr selten. Fast vorzüglich. Taxe: 10.000 Euro. Zuschlag: 8.500 Euro.



Platz 2:

Nr. 5272. Trier. Lothar von Metternich, 1599-1623. Doppelte Reichstalerklippe 1617, Koblenz. Ausbeute der Vilmarer Gruben. Sehr selten. Sehr schön. Taxe: 10.000 Euro. Zuschlag: 12.000 Euro.


Platz 1:

Nr. 5270. Trier. Lothar von Metternich, 1599-1623. Reichstaler 1607, Trier. Äußerst selten. Taxe: 15.000 Euro. Zuschlag: 22.000 Euro.



Die Sammlung Loos: Münzen des hessischen Raumes:

Die Sammlung Loos von Münzen des hessischen Raums bot zahlreiche außergewöhnliche Lose im Talergewicht. Vor allem die seltenen und numismatisch bedeutenden Stücke brachten hervorragende Preise. Gesamthaft gesehen stiegen die Zuschläge im Katalog 392 gegenüber der Schätzung um 85%, was exakt dem Durchschnitt der Steigerung hinsichtlich der gesamten Auktion entspricht. Wir zeigen Ihnen drei beeindruckende Stücke, bei denen es sich entweder um Unika bzw. das einzige Exemplar in Privatbesitz handelt oder um Doppeltaler bzw. den ersten Taler des wichtigen Münzstands Frankfurt.



Platz 3:

Nr. 2028. Hessen-Darmstadt. Ernst Ludwig, 1678-1739. Reichstaler 1715, Darmstadt. Vermutlich einziges Exemplar in Privatbesitz. Fast vorzüglich. Taxe: 7.500 Euro. Zuschlag: 26.000 Euro.


Platz 2:

Nr. 2215. Frankfurt. Taler o. J. (1547). Der älteste Taler der Stadt Frankfurt. Äußerst selten. Aus Sammlung Vogel, Auktion Hess 188 (1927), Nr. 2638. Sehr schön bis vorzüglich. Taxe: 20.000 Euro. Zuschlag: 40.000 Euro.


Platz 1:

Nr. 2484. Friedberg. Johann Eberhard von Kronberg, 1577-1617. Doppelter Reichstaler 1593, Friedberg. Vermutlich Unikum. Aus Sammlung Fleischel, Auktion Cahn 23 (1909), Nr. 376. Winzige Henkelspur. Sehr schön. Taxe: 20.000 Euro. Zuschlag: 42.000 Euro.


Die Sammlung Lodewijk S. Beuth: Münzen der Niederlande

Bei der Sammlung Lodewijk S. Beuth, die Künker in Zusammenarbeit mit der Münzhandlung Laurens Schulman B. V. versteigert, handelt es sich um die umfassendste und qualitativ beste Sammlung niederländischer Münzen, die seit fast einem halben Jahrhundert auf den Markt kam. Die Preise, die während der Versteigerung des ersten Teils aufgerufen wurden, tragen dieser Tatsache Rechnung. Zehn Lose erreichten den sechsstelligen Bereich. Wir stellen sie alle in einem eigenen Nachbericht vor. Darüber hinaus wurden 88 Lose im fünfstelligen Bereich zugeschlagen. Die Gesamtschätzung betrug etwas über 2 Mio. Euro. Der Gesamtzuschlag lautete 5,2 Mio. Euro, also mehr als das Zweieinhalbfache der Schätzung.


Im Rahmen der Auktion gab es einige Rekorde. So wurde mit 200.000 Euro die bislang teuerste Münze des Königreichs der Niederlande verkauft. Mit 120.000 Euro brachte es eine Probe in Silber zum 10 Cents-Stück (Dubbeltje) von 1818 zur teuersten Probe des Königreichs der Niederlande. Und die bislang teuerste Münze der Niederlande aus unedlem Metall ist eine Probe zum Cent von 1817 und wurde ebenfalls mit 120.000 Euro zugeschlagen. Als Vergleichsbasis für diese Rekorde haben wir das Coinarchive herangezogen.


Die teuerste Münze des Königreichs der Niederlande:

Nr. 3465. Wilhelm III., 1849-1890. 2 Dukaten 1867, Utrecht. Nur 8 Exemplare bekannt. Erworben 1985 bei Jacques Schulman. Taxe: 40.000 Euro. Zuschlag: 200.000 Euro.


Die teuerste Probe des Königreichs der Niederlande:

Nr. 3302. Wilhelm I., 1813-1840. Probe in Silber zu 10 Cents (Dubbeltje) 1818, Utrecht. Nur 60 Exemplare geprägt. Erworben 1954 aus Sammlung Menso. Polierte Platte. Taxe: 25.000 Euro. Zuschlag: 120.000 Euro.


Die teuerste niederländische Münze aus unedlem Material:

Nr. 3325. Wilhelm I., 1813-1840. Probe in Kupfer zum Cent 1817, Utrecht. Nur wenige Exemplare geprägt. Erworben 1998 aus Sammlung van der Wiel. Erstabschlag, fast Stempelglanz. Taxe: 25.000 Euro. Zuschlag: 120.000 Euro.


Die teuersten Münzen der Künker-Herbst Auktionen 2023

Schließen wir mit den teuersten Münzen, die in den Künker Herbst-Auktionen versteigert wurden. Wie zu erwarten, ist kein einziges deutsches Stück darunter, dafür aber zwei Lose aus Russland und zwei aus den Niederlanden. Gesamthaft kletterten die über 4.000 Katalognummern von ihrer Schätzung mit 7,2 Mio. auf 13.4 Mio. Euro und übertrafen damit die Erwartungen um 85%.


Platz 4:

Nr. 4637. Russland. Peter I., 1682-1725. Rubel 1707, Moskau, Münzhof Kadashevsky. Sehr selten. Exemplar der Sammlung Hutten-Czapski (mit Sammlerpunze). Gutes sehr schön. Taxe: 150.000 Euro. Zuschlag: 170.000 Euro.


Platz 3:

Nr. 3111. Niederlande. Ludwig Napoleon. 20 Gulden 1808, Utrecht. Äußerst selten. Erworben 1992 bei Auktion Coin Investment. Taxe: 40.000 Euro. Zuschlag: 180.000 Euro.


Platz 2:

Nr. 3465. Niederlande. Wilhelm III., 1849-1890. 2 Dukaten 1867, Utrecht. Nur 8 Exemplare bekannt. Erworben 1985 bei Jacques Schulman. Taxe: 40.000 Euro. Zuschlag: 200.000 Euro.


Platz 1:

Nr. 458. Russland. Nikolaus I., 1825-1855. 12 Rubel Platin 1841, St. Petersburg. Nur 75 Exemplare geprägt. Aus Sammlung Maître Robert Schuman. Taxe: 50.000 Euro. Zuschlag: 220.000 Euro.


Auch wenn wir Ihnen in diesem Nachbericht ausschließlich Münzen im Hochpreissektor präsentiert haben, gab es in allen Auktionen viele Stücke, die sich jeder Sammler hätte leisten können. Überzeugen Sie sich selbst anhand der Ergebnislisten.

Für weitere Fragen wenden Sie sich an


Künker

Nobbenburger Straße 4 a

49076 Osnabrück

Tel: 0541 / 962020

Fax: 0541 / 9620222


Alle Auktionsergebnisse finden Sie online auf www.kuenker.de.

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