top of page

Andrea Pancheri: Die Medaillen der jüngeren Tiroler Linie


Andrea Pancheri: Die Medaillen der jüngeren Tiroler Linie. Leopold V., Claudia de’ Medici, Ferdinand Karl & Sigismund Franz, Absam 2021, 132 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format: 21 x 28 cm, Festeinband, ISBN: 978-3-200-07918-2, Preis: 39,00 Euro.


Das habsburgische Kaiserhaus war eine gute Adresse für Medailleure des Barock. Auf die vielfältigsten Anlässe wurden Medaillen geschaffen. Weniger bekannt sind die Medaillen und Gnadenpfennige der jüngeren Tiroler Linie, die mit Erzherzog Leopold (1586-1632) begründet wurde und bis zum Tod von Sigismund Franz (regierte 1662-1665) die Herrschaft in Tirol ausübte. Es ist das Verdienst der Autorin Andrea Pancheri, die von der jüngeren Tiroler Linie ausgegangenen Medaillen und Gnadenpfennige detailliert zu erfassen und in ihrem historischen Umfeld vorzustellen. Als Motivation dafür gibt sie den Wunsch an, „dieses numismatisch-historische Forschungsdesiderat ein für alle Mal zu beenden“. Man kann ihr uneingeschränkt bescheinigen, dass ihr das gut gelungen ist! Ihre Bemerkung zum Forschungsstand in dem Werk – „Die erste Durchsicht der numismatischen Publikationen hat bereits früh aufgezeigt, daß die Medaillen der letzten eigenständigen Tiroler Landesfürstenlinie bisher sehr stiefmütterlich behandelt wurden.” – trifft mit dem Erscheinen des vorgestellten Buches nun nicht mehr zu.

Nach einem kurzen Abriss des Forschungsstands zu den Medaillen der jüngeren Tiroler Linie, einer Erläuterung zur Methodik der Vorgehensweise sowie einer Definition und kurzen Geschichte der Medaille startet die Autorin mit den Grundsteinmedaillen, die Erzherzog Leopold in Passau, Breisach und Ensisheim veranlasst hat. Danach folgen in einzelnen Kapiteln weitere Medaillen:

– Weitere Anlassmedaillen

– Wahlspruchmedaillen

– Gnadenpfennige und ihre Empfänger

– Plaketten

– Sonstige posthume Medaillen

Abgerundet werden die Ausführungen mit dem durchnummerierten Katalog der Medaillen (damit ist auch eine gute Zitierfähigkeit vorhanden) und Kurzbiografien der Stempelschneider. Pancheri belässt es aber keineswegs bei einer lediglich nur katalogmäßigen Erfassung der Medaillen. Mit einer intensiven Recherche in den Archiven – auch in den Unterlagen der Münzstätte Hall – hat sie alle erreichbaren Informationen rund um die jeweilige Medaille ermittelt. „In diesem Zusammenhang konnten zahlreiche Irrtümer vergangener Publikationen durch akribische Archivarbeit aufgedeckt und korrigiert werden”, stellt sie fest.


Bezogen werden kann das sehr zu empfehlende Werk über folgende E-Mail-Adresse: andrea.pancheri@cnh.at

Comments


bottom of page