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Joachim Zeitz: Badische Medaillen. Schaumünzen dokumentieren dreihundert Jahre oberrheinische Geschi


608 Seiten, 1569 farbige Abbildungen und 171 S/W-Abbildungen, Format 24 cm x 31,5 cm. Festeinband mit Schutzumschlag, Petersberg 2018.

Jedem, der sich mit der Numismatik Badens beschäftigt, ist der Name Joachim Zeitz ein Begriff. Von ihm stammen die beiden Bände „Die Medaillen des Hauses Baden“ (der erste Band zusammen mit Friedrich Wielandt), und gemeinsam mit Lisa Zeitz hat er den Prachtband „Napoleons Medaillen“ verfasst. Man hat also hohe Erwartungen, wenn man das neue, gewichtige Werk von Joachim Zeitz in die Hände nimmt (eine Hand reicht da nicht). Und diese Erwartungen erfüllen sich in vollem Umfang!

Der Katalog der 522 Medaillen von Ortschaften und Herrschaften ist alphabetisch von Altenheim am Rhein bis Zimmern geordnet, hinzu kommt noch der Katalog der 69 Medaillen nach Wallfahrten und Bruderschaften von Ettenheimmünster bis Zell am Harmersbach.

Die Medaillen werden in ausgezeichneter Qualität abgebildet, häufig zusätzlich mit Vergrößerungen und herausgehobenen Details. Neben den numismatischen Parametern werden bei jeder Medaille auch Standorte und Vorkommen in Auktionen aufgeführt, vor allem aber sind in vielfältiger Weise Hintergrundinformationen verschiedenster Art beigefügt worden. Das Werk ist daher nicht nur ein Medaillenkatalog, sondern auch ein badisches Geschichtsbuch im weitesten Sinne. Zur Medaille auf die Schändung der kurfürstlichen Grablege 1693 in Heidelberg liefert der Autor z. B. eine Übersetzung der anschaulichen Beschreibung von Gerard van Loon von 1736 mit der Schilderung der zügellosen Barbarei der Franzosen. Diese Hintergrundinformationen runden die Darstellungen auf den Medaillen ab. Joachim Zeitz schreibt dazu in seinem Vorwort: „Ohne Beschäftigung mit den Hintergründen hat die Medaille zwar ihren Metallwert und ihre Bedeutung als ästhetisches Objekt, doch sie ist wie ein Buch, das nicht aufgeschlagen wird. … Das vorliegende Buch soll die Botschaften der Medaillen entschlüsseln, die Geschichte ihrer Anlässe wieder ins Gedächtnis rufen und die Schönheit und Eigenart dieser Kunstform feiern.“

Da die Kenntnisse der lateinischen Sprache heute kaum noch vorhanden sind, ist es sehr zu begrüßen, dass der Autor alle lateinischen Beschriftungen der Medaillen ins Deutsche übersetzt hat. Die lateinischen Texte erscheinen in roter Farbe, die Übersetzungen in blauer.

Abgerundet wird das vorbildliche Werk mit einem Anhang, in dem ein Künstlerverzeichnis mit den zugewiesenen Medaillen, ein Ortsregister, ein Glossar sowie Münzkabinette und Privatsammlungen zusammengestellt sind. Eine kleine Korrektur muss man auf Seite 185 vornehmen. Hieronymus Magdeburger war kein Münzmeister in Dresden, sondern Medailleur und Stempelschneider.

Das Gebiet der badischen Medaillen wurde mit diesem Werk derart präzise und umfassend dargestellt, dass man ihm eine Art Ewigkeitsnutzen bescheinigen kann.