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Bevorstehende vierte Ausgabe der „Heimische Vögel“-Serie


Die Vorder- und Rückseite der vierten Ausgabe der „Heimischen Vögel“- Goldmünzenreihe zu EUR 20, 2019. Bildquelle: Mit freundlicher Unterstützung muenzkurier.de.

Auf der vierten Ausgabe im Goldmünzen-Programm „Heimische Vögel“ steht der Wanderfalke (Falco Peregrinus) im Mittelpunkt. Er ist der größte der heimischen Falken und neben dem Fischadler, die auf der Welt am weitesten verbreitete Greifvogelart. Wanderfalken leben praktisch überall auf der Welt, außer in Antarktika und sie sind die schnellsten Lebewesen mit Spitzengeschwindigkeiten von fast 400 km/h im Sturzflug auf ihre Beute. Der auf der Münzvorderseite dargestellte Wanderfalke ist auf einem Felsvorsprung platziert, leicht nach links, jedoch den Kopf nach rechts gewendet. Links im Feld ist eine Felswand zu sehen und rechts, perspektivisch hinter dem dargestellten Wanderfalken positioniert, befindet sich ein weiterer Wanderfalke im Flug nach rechts. Die in den Felsen eingemeißelt wirkende Aufschrift liest WANDERFALKE.

Die Münzrückseite zeigt den Bundesadler im Feld, umgeben von den zwölf Sternen der Europäischen Union. Die randläufige Aufschrift liest BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND / (entgegen dem Uhrzeigersinn) 2019 20 EURO und es findet sich ein geriffelter Rand.

Portrait eines Wanderfalken. Bildquelle: Wikimedia.

Ob es sich um ein Weibchen oder Männchen, auch Terzel (daher also der Name „Tercel“ für den Toyota Kompaktklassewagen, man lernt nie aus!) genannt, handelt, ist nicht ersichtlich – aber sehr interessant. Denn obwohl sich beide Geschlechter hinsichtlich der Färbung ihrer adulten Gefieder nicht unterscheiden, so tun sie dies in ihrer Körpergröße. Das Weibchen ist bis zu 20 Prozent größer und schwerer als das Männchen, was man einen starken reversen Geschlechtsdimorphismus nennt. Mitteleuropäische, wie es heißt, ausgefärbte weibliche Wanderfalken haben eine Flügellänge zwischen 339 und 375 mm bei einem Körpergewicht zwischen 740 und 1300 g, wohingegen die ausgewachsenen männlichen Wanderfalken bei einer Flügellänge zwischen 289 und 334 mm auf ein Gewicht zwischen 550 und 750 g kommen.

Nach 1950 kam es zu einem geradezu katastrophalen Rückgang der Wanderfalken. Es wurde festgestellt, dass dies mit nie zuvor gesehenen zerbrochenen Falkeneiern im Zusammenhang stand: deren Dicke hatte um bis zu 20 Prozent abgenommen. So war der Wanderfalke bis Ende der 1970er Jahren in Dänemark, Polen, den Niederlanden, Belgien, u. a. europäischen Ländern praktisch ausgestorben. Dass dies im Zusammenhang mit der Verwendung von DDT in der Land- und Forstwirtschaft stand, wurde schließlich erkannt. Ab Anfang der 1970er Jahren wurde DDT in allen westlichen Industriestaaten verboten. Die Bestände an Wandfalken und anderen Greifvögeln begannen sich zu erholen, sodass der Wanderfalke mittlerweile auf der IUCN Liste der gefährdeten Tiere als nicht mehr gefährdet, als „stabil“, eingestuft wird. Der Wanderfalke war übrigens Vogel des Jahres 2018 der BirdLife Schweiz, eine der größten Naturschutzorganisationen der Schweiz.