• Michael Kurt Sonntag

Eine der frühesten Elektronmünzen von Kyzikos


Das Bildmotiv der frühesten kyzikenischen Elektronmünzen war der Thunfischkopf, also ein hervorgehobenes Detail des Stadtwappens von Kyzikos, einem Thunfisch (vgl. auch Hans von Fritze: Die Elektronprägung von Kyzikos. Berlin 1912). Sowohl der Stater als auch die Nominale zu 1/6, 1/24 und 1/48 Stater trugen auf ihren Vorderseiten einen nach links gewandten Thunfischkopf. Auf dem 1/24- und dem 1/48-Stater gab es diesen im Gegensatz zu den Köpfen auf den größeren Nominalen jedoch auch mit offenem Maul.

Kyzikos (Mysien): Myshemihekte [1/24 Stater] (um 600–550 v. Chr.), Elektron, 0,64 g, Ø [Breite] um 7 mm

Quelle: MA-Shops, Künker am Dom, Oktober 2018

Anders als auf dem 1/24- und dem 1/48-Stater zeigt sich auf dem ganzen und dem Sechstel-Stater über dem Thunfischkopf noch das Wappen von Kyzikos – ein schräg nach rechts aufwärts schwimmender kleiner Thunfisch als Beizeichen. Ein Beizeichen, das auf den kleinsten Nominalen vermutlich aus Platzgründen fehlt.

Was die Rückseiten dieser ganz frühen Elektronmünzen angeht, so ist „das Incusum [laut Fritze, S. 2] mehr oder weniger scharf umrissen und zeigt im Inneren meist unregelmäßige oder gar keine Teilung und verschieden hohe Fläche, vereinzelt auch bereits die später typische Windmühlenflügelform. Die ganze Behandlung ist roh.“ Diese Klassifizierung von Fritzes Elektronmünzen der Gruppe I lässt sich am Beispiel der Rückseite der abgebildeten Myshemihekte sehr gut nachvollziehen. Schließlich ist sie ausgesprochen unregelmäßig, weist keine Teilung auf, geht unterschiedlich tief und wirkt insgesamt betrachtet überaus roh. Geprägt wurde die abgebildete Myshemihekte um 600–550 v. Chr. in Kyzikos.

Roter Thunfisch oder Blauflossen-Thunfisch (lat. Thunnus thynnus). Dieser wird bis zu 4,5 m lang und bis zu 600 kg schwer. Er lebt im Atlantik und im Mittelmeer, ist in letzterem aber fast ausgerottet. Quelle: Wikipedia