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Barocke Prachtmedaillen in Hannover


Blick in die Ausstellung

Das Museum August Kestner in Hannover zeigt im Rahmen einer Sonderausstellung bis zum 7. April 2019 barocke „Prachtstücke“ aus der eigenen Sammlung.

Die künstlerische Epoche des Barock prägte Europa von etwa 1600 bis gegen 1750. Ihr Formgefühl findet Ausdruck nicht nur in der Architektur, der Malerei oder der Skulptur, sondern auch in der Münzen- und Medaillenprägung. Das Museum August Kestner besitzt neben Waffen, Fayencen, feiner Spitze und Gewebe auch eine qualitätvolle Sammlung an barocken Medaillen, die nur selten der Öffentlichkeit gezeigt werden können.

Drei jetzt in der Ausstellung präsentierte Medaillen verdienen besondere Aufmerksamkeit, nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit. Das Thema dieser drei Stücke ist das Welfenschloss Salzdahlum bei Wolfenbüttel, das „Klein-Versailles in Niedersachsen“. Das Schloss wurde wegen Baufälligkeit 1813 komplett abgerissen, so dass die Abbildungen auf den Medaillen wertvolle Quellen für dieses historische Gebäude und seinen Garten sind.

Die erste Medaille wurde 1694 auf die Einweihung der Anlage geprägt. Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714) ließ sich dieses Schloss als Sommerresidenz erbauen. Die mehrstöckige, ausgedehnte Anlage mit dem weitläufigen Barockgarten lassen sich gut auf der Medaille studieren. Auch auf die Planung des Gartens, der in offensichtlicher Konkurrenz zum Schlossgarten Herrenhausen in Hannover angelegt worden war, wurde eigens eine Medaille geprägt. Sie zeigt die drei Grazien nach antikem Vorbild und auf der Rückseite eine Fontäne in einem Garten, auf der ein Ball tanzt. Allerdings lassen sich nach heutigem Kenntnisstand weder eine Statuengruppe der drei Grazien noch eine vergleichbare Brunnenanlage für Salzdahlum nachweisen.

Medaille auf die blühende Aloe, Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, 1701

(Museum August Kestner Inv. 1926.44)

Anders ist es mit der blühenden Aloe, die im so genannten Parnass des Schlossparks stand und die laut Beischrift am 3. Oktober 1701 erblühte. Der Parnass ist in der griechischen Mythologie die Heimat der Musen in der Nähe des Apollon-Heiligtums von Delphi. Der Name Parnass wurde in der Neuzeit gerne auf Landschaftsanlagen übertragen, so auch in Salzdahlum.

Die Aloe war eigentlich eine mexikanische Agave, die nur sehr selten blüht, in Europa in einem Abstand vieler Jahre. Insofern war die Blüte der Pflanze in Salzdahlum ein denkwürdiges Ereignis, welches die Prägung einer Erinnerunsgmedaille rechtfertigte.

Im Museum August Kestner lassen sich nun bis zum April 2019 diese Medaillen und andere barocke Schönheiten bewundern.

Informationen

Museum August Kestner

Trammplatz 3

30159 Hannover

Tel.: 0511/16842730

museen-kulturgeschichte@Hannover-Stadt.de

www.museum-august-kestner.de

Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Mi 11-20 Uhr

Neujahr 13-18 Uhr

Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester geschlossen

Eintrittspreise: 5 €, erm. 4 €, freitags freier Eintritt