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Buchvorstellung „Mühlhausen - Reichsstadt und Geld“


Michael Rothmann und Helge Wittmann (Hrsg.): Reichsstadt und Geld. 5. Tagung des Mühlhäuser Arbeitskreises für Reichsstadtgeschichte. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2018. 397 S., farbig bebildert, 17,5 x 24,4 cm, Hardcover, 29,95 Euro, ISBN 978-3-7319-0651-3.

Es gibt verschiedene Zeitschriften, die die Geschichte Mühlhausens und des Eichsfelds aufarbeiten und es gibt einen „Mühlhäuser Arbeitskreis für Reichsstadtgeschichte“, der im Frühjahr 2017 zum fünften Mal tagte und das Thema „Reichsstadt und Geld“ behandelte. Der von M. Rothmann und H. Wittmann herausgegebene Tagungsband liegt nun vor, er enthält eine Fülle geldgeschichtlicher Beiträge:

M. Rothmann: Reichsstadt und Geld - Einführende Bemerkungen. – E. Isenmann: Reichsstadt und Steuern im Spätmittelalter. – H.-J. Gilomen: Anleihen im Finanzhaushalt schweizerischer Reichsstädte
insbesondere durch den Rentenverkauf. – L. Buchholzer-Remy: „Les bons comptes font les bons amis“.
Geldsachen zwischen Städten im Elsass des 15. Jahrhunderts. – D. Kuhn: Die lübische Währungsunion. – E. Timpener Auf das Reich gemünzt? Die Münzpolitik der Stadt Deventer
im späten Mittelalter. – Th. Schilp: Krieg, Verschuldung und Stadtpolitik: Die Reichsstadt Dortmund im Umfeld der ,Großen Fehde‘ (1388/1389). – St. Sonderegger: Städtisches Geld regiert auf dem Land. Die Territorialpolitik der Reichsstadt St. Gallen im Vergleich mit Zürich. – Chr. Hagen: Zwischen Privilegierung und Vertreibung. Die Ratspolitik
gegenüber Juden in Konstanz und Esslingen während des 15. Jahrhunderts. – J. Mandry: Die Palmarumspende der thüringischen Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen und ihre Bedeutung für das jeweilige Stadtgefüge in Spätmittelalter und Reformationszeit. – G. Zeilinger: Rechnung, Schrift, Serie. Der Überlieferungsbeginn der Windsheimer Stadtrechnungen 1393/94 und Möglichkeiten ihrer Analyse. – P. Lauerwald: Zwei große Mühlhäuser Münzschatzfunde. Numismatische und geldgeschichtliche Aspekte. – M. Sünder: Die Münzfunde von Mühlhausen 1990 und 1947 und Eigenrieden 1994. Versuche, die Verbergenden namhaft zu machen. – M. Kluge: Der König ist Kunde: Repräsentation und Kredit auf dem Konzil von Konstanz. – A. Schloms: Reichsstadt unter kaiserlicher Kommission.
Reichsständische Schuldentilgung in der Frühen Neuzeit. – H.-W. Hahn: Reichsstädtische Schulden und Mediatisierung. – G. Fouquet: „Reichsstadt und Geld“, eine Zusammenfassung.

Auf einzelne Beiträge einzugehen, verbietet sich hier. Aber so viel zusammenfassend: Es geht vordringlich um Geld-, nicht um Münzgeschichte, es geht um Reichsstädte, für die Markt- und Geldwirtschaft zu ihrer Existenzgrundlage gehören. Die Bandbreite der Themen des vorliegenden Bandes spiegelt das wider, sie reicht von den Zahlungsmodalitäten zwischen Herrscher und Reichsstädten über die königliche und reichsstädtische Geld-, Steuer- und Abgabenpolitik, die Münzprägung, den Geld-und Kreditverkehr, das Rechnungswesen bis hin zum Stiftungswesen für Notleidende; von reichsstädtischem Reichtum bis zu strukturell defizitären öffentlichen Haushalten.

Der Band ist zu empfehlen für Wirtschaftshistoriker und auch Numismatiker, für die etliche Beiträge sogar sehr wichtig sind; auch Mittelaltersammler sollten an diesem Buch nicht einfach vorbeigehen, der äußerst günstige Preis macht dies zudem einfach.