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Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege


Bei unseren „Sammlertipps Münzreinigung und Münzpflege“ setzen wir unsere Beschäftigung mit Münzmetallen fort. Wir orientieren uns wieder am „Handbuch zur Münzpflege“ (4. Auflage Regenstauf 2015, 13,50 Euro) von Wolfgang J. Mehlhausen.

9.11 Zinn (Sn)

Zinn wurde sehr selten für Münzen, aber sehr häufig bei Medaillen verwendet, weil es ein sehr weiches Metall ist. Dieses Metall mit der chemischen Bezeichnung Sn (lat. „Stannum“) bereitet nicht nur Sammlern, sondern auch Museen große Probleme. Zinn kommt in verschiedenen Modifikationen vor. Unter Umständen können Medaillen und Gegenstände aus Zinn von der sogenannten Zinnpest befallen sein. Hier handelt es sich um eine Umwandlung der Modifikation eines Metalls: das uns bekannte „metallische“ β-Zinn verwandelt sich unter bestimmten Bedingungen in α-Zinn, das ein graues Pulver darstellt. Zinnkrüge und Teller können ebenso wie Medaillen langsam, aber sicher zu Staub zerfallen. Dieser Prozess ist weder aufzuhalten noch umzukehren.

Die Behandlung von Zinnmedaillen erfordert viel Geschick und Erfahrung, doch wird dies in der Praxis kaum erforderlich sein.

9.12 Blei (Pb)

Plombe aus Blei für Geldsäcke

Blei ist ein kaum gebräuchliches Metall für die Münzprägung, weil es sehr weich ist und sehr schnell anläuft. Auch die Giftigkeit dieses Metalls war schon lange bekannt, wenngleich man noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wasserleitungen aus diesem gut formbaren Metall fertigte. Bis heute wird Blei gern zur Herstellung von Plomben benutzt. Die Nationalbank Polens liefert beispielsweise ihre Goldmünzen an den Großhandel in plombierten Schachteln aus. Die DDR versah einige ihrer PP-Münzen in Etuis mit solchen Plomben. Gelegentlich fand Blei auch Verwendung bei der Medaillenprägung.

Sein chemisches Symbol ist Pb (lat. „Plumbum“). Blei kann von „Bleifraß“ befallen sein, hier wandelt sich das Blei unter Einwirkung von Kohlendioxid und Feuchtigkeit zum weißen Bleikarbonat.

Die Reinigung von Bleigegenständen ist nicht einfach, aber praktisch bedeutungslos für Münzsammler.

9.13 Aluminium (Al)

Aluminium ist ein Leichtmetall mit chemischem Symbol Al, das erst im 20. Jahrhundert seinen Siegeszug bei den Münzen angetreten hat. Der Name „Leichtmetall“ weist darauf hin, dass das spezifische Gewicht mit nur 2,7 g/cm3 recht gering ist. Aluminium ist eigentlich ein sehr unedles Metall, doch es überzieht sich sehr schnell mit einer hauchdünnen, aber sehr dichten Schicht von Aluminiumoxid. Und diese Schicht verhindert eine weitere Oxydation des Metalls. Aus diesem Grund ist es beispielsweise viel widerstandsfähiger gegen Säureangriffe als edlere Metalle.

Viele Aluminiummünzen treffen wir wegen dieses „Selbstschutzes“ auch heute noch in meist idealem Zustand an, sprich: prägefrisch. Wegen seiner Widerstandsfähigkeit, verbunden mit dem geringen Gewicht, gibt es kaum einen Bereich der Technik, in dem man es nicht einsetzt.

Es wurde übrigens erst 1828 in reiner metallischer Form dargestellt und ist somit ein „moderner Werkstoff“. Im 19. Jahrhundert war es anfangs teurer als Silber, daher entstanden seinerzeit auch Medaillen aus Aluminium. Erst im 20. Jahrhundert trat es seinen Siegeszug in der Technik an. Mit dem gewachsenen Umweltbewusstsein entstanden Vorbehalte gegen dieses an sich umweltfreundliche Material. Zur Aluminiumproduktion werden große Energiemengen benötigt, deren Erzeugung umweltbelastend ist. Tatsächlich ist es unvertretbar, Frühstücksbrote in Aluminiumfolie einzuwickeln, die dann noch vor dem Mittag im Müll landet.

In Deutschland wurde es erstmals 1916–1918 für Pfennige vermünzt (mit 1% Kupfer), in gleicher Legierung gelangten 50-Pfennig-Stücke ab 1919 bis 1922 in den Verkehr („Sich regen bringt Segen“), auch die Inflationsmünzen zu 3, 200 und 500 Mark von 1922/1923 bestanden aus dieser Legierung. Ab 1939 gab es dann statt der Nickelstücke zu 50 Pfennig reine Aluminiummünzen. Alle Kleinmünzen der DDR bis 2 Mark, mit Ausnahme der ab 1969 ausgegebenen 20-Pfennig-Stücke, bestehen aus Aluminium (mit 3% Magnesium), dieses Metall gab dem DDR-Hartgeld den spöttischen Beinamen „Alu-Chips“.

Die Reihe wird fortgesetzt mit „9.14 Magnesium“