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Buchvorstellung: Deutsche Münzbezeichnungen


Horst Ließ: Atlas der deutschen Münzbezeichnungen. Eine sprachlich-numismatische Betrachtung der aufgeprägten Münzbezeichnungen in Deutschland vor Gründung des Deutschen Reiches 1871. Halle 2018. 487 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, 21,2 x 29,7 cm, Festeinband, 73 Euro, ISBN 978-3-00-043668-0.

Der Verfasser hat in jahrelanger Recherche die auf altdeutschen Münzen aufgeprägten Nominalbezeichnungen (oft in Abkürzungen) alphabetisch von Albus bis Zehner erfasst. Jedes Nominal wird nach einheitlichen Kriterien behandelt. Eingeleitet wird jedes Nominal mit einer Abbildung und der Überschrift „Der Name in seiner allgemeinen Entwicklung“. Da geht es aber nicht nur um den Namen, sondern auch wo die Nominalbezeichnung auf Münzen erschienen ist und welche Sprach- und Abkürzungsformen dabei aufgetreten sind.

Konkret wird es dann im zweiten Gliederungspunkt „Der Name auf deutschen Münzen“. Hier wurden alle vom Verfasser ermittelten Abkürzungsformen tabellarisch zusammengestellt und mit Beispielangaben des Auftretens versehen. Das geht bis hin zur Nennung der Auktion, wo ein solches Stück angeboten worden ist. In der nach Jahrhunderten gegliederten „Anwendungszeit“ wird dann „die letzte Prägung mit Nennung des Nominals auf deutschem Gebiet“ mit der betreffenden Jahreszahl angegeben.

Das Blättern in dem Buch ruft so manches Aha-Erlebnis hervor. Hätten Sie gewusst, dass der Begriff des Fettmännchens als Abkürzung „Fet“ sogar einmal auf einer 20-Kreuzer-Münze 1719 von Jülich-Berg erschienen ist? Auch die Münzbezeichnung „Obulos“ auf hessischen Münzen im 16. und 17. Jahrhundert für den Heller dürfte vielen nicht geläufig sein. Man findet in dem voluminösen Werk viele interessante Informationen, die den Nutzen des Buchs unterstreichen.

Vermisst wurde das Nominal ASSIS der deutschen Reichsstadt Straßburg. Auf der bei jedem Nominal vorhandenen Karte ist das Umlaufsgebiet des betreffenden Nominals gekennzeichnet. Etwas unglücklich ist, dass statt POLEN auf ihnen RUSSLAND steht (das Königreich Polen [Kongresspolen] war nur durch Personalunion mit Russland verbunden).

Aufgrund der Fülle an interessanten numismatisch-historischen Informationen kann das Werk den Sammlern, die nicht nur „abhaken“ wollen, sehr empfohlen werden. Bestellt werden kann das im Eigenverlag des Verfassers erschienene Buch über muenzatlas@web.de