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Vorbericht Künker-Auktion 18.–21. Juni 2018


F. R. Künker GmbH & Co. KG,

Auktionen 307 bis 310 vom 18. bis 21. Juni 2018 in Osnabrück

Drei große Spezialsammlungen in den Sommer-Auktionen von Künker

Wie jedes Jahr präsentiert Künker kurz vor der Sommerpause seine Sommer-Auktionen. Dieses Mal sind es gleich vier Kataloge, in denen die 4557 Lose mit einer Gesamtschätzung von 5,7 Mio. Euro aufgelistet sind. Es werden drei große Spezialsammlungen aufgelöst. Den Anfang in Auktion 307 macht die Sammlung Genaert von Münzen der südlichen Niederlande. Es folgt Auktion 308 mit Münzen und Medaillen der Welfen aus der Sammlung Friedrich Popken. In Katalog 309 wird die die Sammlung Gunther Wiegrebe mit Prägungen aus Lippe angeboten.

Daneben findet der Sammler wie immer eine großartige Auswahl von Münzen und Medaillen aus Altdeutschland, aus Deutschland nach 1871 und aus aller Welt. Katalog 310 bietet neben Goldprägungen aus aller Welt eine große Serie moderner chinesischer Münzen und russische Prägungen.

Auktion 307: Die Sammlung Genaert – Ausländische Münzen und Medaillen

Künker beschreibt sich gerne als „Das Haus für geprägte Geschichte“. Was das bedeutet, illustriert die umfangreiche Sammlung Genaert, die sich auf die Münzen der südlichen Niederlande konzentriert.

Der Sammler dokumentiert mit knapp 1000 Losen die Geschichte dieser reichen, aber zerrissenen Landschaft, die heute zwischen Belgien, Luxemburg, Frankreich und Deutschland geteilt ist. Dabei erstreckt sich der Zeitraum von der keltischen Antike bis zur französischen Revolution. Die Reichhaltigkeit des Materials dürfte selbst diejenigen überraschen, die wissen, daß Brabant und Flandern das Wirtschaftszentrum des frühen Europa war.

Wir begegnen all den wichtigen Städten und Fürsten aus Brabant, Flandern, dem Hennegau und den umliegenden Gebieten. Von Karl dem Kühnen bis Maria Theresia, von den großartigen Goldmünzen des 100jährigen Krieges bis zu den Belagerungsprägungen des 80jährigen Krieges. Die Schätzungen reichen von 50 Euro bis 10 000 Euro.

Münzen des Auslands

Es folgen die Münzen des Auslands mit interessanten Prägungen aus aller Welt. Vor allem aus Polen und Siebenbürgen stammen einige große Raritäten, darunter ein sehr schöner Reichstaler 1627 aus Bromberg des Königs Sigismund III. von Polen. Auf dessen Vorderseite ist das bekrönte Monogramm des Herrschers im Lorbeerkranz zu sehen (Nr. 1186, Taxe: 35 000 Euro). Aus Siebenbürgen stammt eine sechseckige Reichstalerklippe von Michael Apafi aus dem Jahr 1663 (Nr. 1267, Taxe: 30 000 Euro).

Kommen wir zu den überseeischen Gebieten. Hier ragt ein Reales de a ocho von 1758 heraus. Die Münze, die unter Ferdinand VI. im heute chilenischen Santiago entstand, ist so bemerkenswert, da es sich um ein ungewöhnlich gut erhaltenes Stück handelt, bei dem der ganze Stempel auf dem Schrötling zu sehen ist (Nr. 1272, Taxe: 25 000 Euro).

Der Katalog schließt mit rund 100 Losen von Münzen und Medaillen der Habsburger. Wer sich für dieses Gebiet interessiert, darf sich auf zahlreiche Höhepunkte freuen, so auf den ersten Guldiner von 1486 in fast vorzüglich (Nr. 1289, Taxe: 15 000 Euro), auf einen perfekten Konventionstaler von 1790 in Stempelglanz (Nr. 1351, Taxe: 15 000 Euro) und auf die seltene Gedenkprägung Franz Josephs anläßlich der Eröffnung des Carl-Ludwig-Hauses auf der Raxalpe von 1877 (Nr. 1364, Taxe: 7500 Euro).

Auktion 308: Münzen und Medaillen der Welfen aus der Sammlung Friedrich Popken – deutsche Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit.

Am Beginn von Auktion 308 stehen 461 Lose aus der Sammlung Friedrich Popken mit Münzen und Medaillen der Welfen. Der Name dieses Sammlers ist vielen Münzbegeisterten vertraut. Er steht für hohe Qualität, gekoppelt mit großem Geschichtsbewußtsein. Und so bietet auch dieser Teil der Sammlung einen Überblick über das Geschick der Welfen, jenes so wichtigen Herrschergeschlechts, das die deutsche und britische Geschichte bis heute beeinflußt .

Zeitlich deckt die Auktion den Rahmen vom Hochmittelalter bis zum Tod Wilhelms im Jahr 1884 ab, als die Preußen einem Bruder des herrschenden Kaisers die Regentschaft über das reiche Gebiet zuschanzten.

Numismatische Höhepunkte gibt es viele, so zum Beispiel einen Pfaffenfeind-Goldgulden von 1622 aus Lippstadt in gutem sehr schön (Nr. 2076, Taxe: 15 000 Euro), einen Reichstaler von 1702 in fast Stempelglanz mit der Darstellung des berühmten physikalischen Experiments Ottos von Guericke (Nr. 2127, Taxe: 10 000 Euro), einen doppelten Reichstaler, geprägt in Zellerfeld 1641 auf den Tod Georgs von Braunschweig-Calenberg-Hannover (Nr. 2306, Taxe: 20 000 Euro) oder die wunderbare, perfekt erhaltene Goldmedaille zu 50 Dukaten auf die unglückliche Wilhelmine Amalie.

Münzen und Medaillen aus Altdeutschland

Der Nachmittag des 19. Junis 2018 ist den Münzen und Medaillen aus Altdeutschland gewidmet. Auch hier hat Künker einiges an Seltenheiten zu bieten. Besonders schön ist die Reihe von seltenen Talern, darunter Bremen aus dem Jahr 1602 (Nr. 2762, Taxe: 15 000 Euro), Erfurt aus dem Jahr 1633 mit Städteansicht (Nr. 2779, Taxe: 10 000 Euro), Freiburg ohne Jahr auf die Friedensschlüsse von Rastatt und Baden im Jahr 1714 (Nr. 2789, Taxe: 10 000 Euro), Henneberg von 1696 aus der Ausbeute der Grube von Ilmenau (Nr. 2812, Taxe: 15 000 Euro), Öttingen aus dem Jahr 1624 (Nr. 2954, Taxe: 10 000 Euro), Albrecht von Wallenstein aus dem Jahr 1627 (Nr. 3187, Taxe: 15 000 Euro) und Württemberg aus dem Jahr 1631 (Nr. 3210, Taxe: 12 500 Euro).

Wer das Besondere liebt, der findet eine reiche Auswahl von doppelten und dreifachen Talern: So einen in nur zwei Exemplaren bekannten doppelten Reichstaler aus Halberstadt 1663 (Nr. 2799, Taxe: 10 000 Euro), einen doppelten hessischen Wilhelmstaler 1789 aus Kassel (Nr. 2818, Taxe: 12 500 Euro) eine ganze Serie von Unikaten und äußerst seltenen Zwei- und Dreifachtalern von Philipp II. von Pommern-Stettin aus dem Jahr 1613 und 1617 (Nr. 2977–2979, Taxen: 30 000 / 15 000 / 10 000 Euro) und abschließend einen doppelten Reichstaler 1663 der Grafschaft Regenstein (Nr. 3022, Taxe: 17 500 Euro).

Das teuerste Stück der Abteilung Altdeutschland ist ein doppelter Konventionstaler aus Sachsen von 1780, der als Fleißprämie ausgegeben werden sollte und von dem lediglich 20 Stücke geprägt worden sind (Nr. 3062, Taxe: 35 000 Euro).

Auktion 309: Die Sammlung Gunther Wiegrebe: Münzen und Medaillen der Grafen und Fürsten zu Lippe / deutsche Münzen ab 1871

Gunther Wiegrebe stammte aus Barntrup, einer Stadt mit 9000 Einwohnern im Kreis Lippe. Dieser ist aus dem ehemaligen Fürstentum hervorgegangen und hat noch heute eine administrative Sonderstellung. Man sagt den Bewohnern von Lippe ein großes Traditionsbewußtsein nach. So ist es nicht verwunderlich, daß sich Gunther Wiegrebe entschied, die väterliche Münzsammlung von Prägungen aus Lippe fortzuführen. Aus der kleinen wurde eine große Sammlung. Diese wird am 20. Juni 2018 angeboten.

Der größte Teil der Sammlung besteht aus Münzen und Medaillen der Grafen bzw. Fürsten von Lippe. Der Zeitraum erstreckt sich von den mittelalterlichen Prägungen Hermanns II. (1197–1229) bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Mitbieten kann jeder: Die Schätzungen beginnen bereits bei 50 Euro.

Für die großen Seltenheiten muß man natürlich mehr ausgeben. So ist ein sehr seltener 2/3 Taler mit der Jahreszahl 1683 in sehr schön mit 5000 Euro geschätzt, genauso wie ein sehr seltener Dukat von 1711 aus Detmold in vorzüglich. Er wurde von Friedrich Adolf (1697–1718) geprägt, genauso wie die beiden teuersten, mit je 6000 Euro taxierten Lose der Sammlung, eine achteckige 1 1/4fache Reichstalerklippe von 1715 in vorzüglich und ein Reichstaler von 1716 mit prachtvollem Porträt, ebenfalls in vorzüglich.

Deutsche Münzen ab 1871

Ein umfangreicher Teil der Sammlung Gunther Wiegrebe beschäftigt sich mit Altdeutschland und Münzen des deutschen Kaiserreichs. Damit sind wir beim zweiten Teil des Katalogs angekommen, in dem die deutschen Münzen, die nach der Reichsgründung 1871 geprägt wurden, angeboten werden. Ob Silber oder Gold, es sind zahlreiche Seltenheiten in prächtigen Erhaltungen zu finden, hierunter die bayerische „Goldene Hochzeit“ von 1918 (Taxe: 30 000 Euro) und „Friedrich der Weise“ von 1917 (50 000 Euro).

Auktion 310: Chinesische Münzen / Goldprägungen aus aller Welt / Russische Münzen und Medaillen

Den Abschluß bildet Auktion 310 mit einer Partie moderner chinesischer Münzen. Der Kenner entdeckt zahlreiche Raritäten, die nur in geringen Auflagen geprägt wurden, so z. B. das Set von 5 mal 100 Yuan 1992 „Erfindungen und Entdeckungen des Altertums“ mit einer Auflage von 1000 Exemplaren (Nr. 6027, Taxe: 15 000 Euro) oder die ebenfalls in einer Auflage von 1000 Stück geprägten 100 Yuan von 1995, die auf der Wertseite die Pagode der Sechs Harmonien in Hangzhou zeigen (Nr. 6044, Taxe: 7500 Euro).

Bei den Goldprägungen aus aller Welt häufen sich die Kostbarkeiten. Ein herausragendes Stück ist die fast vorzüglich Triple Unite des englischen Königs Karl I., geprägt 1644 in Oxford (Nr. 6144, Taxe: 50 000 Euro).

Sammler der Casa Savoia werden sich über eine prachtvoll erhaltene Goldmedaille zu 15 Dukaten freuen. Sie wurde anläßlich der Vermählung von Maria Theresia mit Karl Ludwig von Bourbon produziert und zeigt die Porträts der Brauteltern und des Brautpaars (Nr. 6161, Taxe: 25 000 Euro).

Ein Blick nach Übersee lohnt sich. Wir nennen als Beispiel das berühmte „Adelaide Pound“ von 1852, die erste Goldmünze Australiens (Nr. 6217, Taxe: 20 000 Euro).

Das Habsburger-Reich ist mit einer Fülle von Kostbarkeiten vertreten. Beginnen wir mit einem breiten Real d’or, geprägt 1487 für Maximilian I. in Dordrecht (Nr. 6268, Taxe: 20 000 Euro). Ein weiterer Höhepunkt ist ein doppelter Dukat von 1727 im Namen Leopolds I. aus der Ausbeute der Gruben in Eule (Böhmen) (Nr. 6279, Taxe: 25 000 Euro). Das mit einer Schätzung von 50 000 Euro am höchsten taxierte Stück der Partie ist ein vierfacher Dukat von Maria Theresia in fast vorzüglich, der 1779 in Karlsburg entstand.

Auch bei den Standesfürsten gibt es Raritäten. Wir nennen den fünffachen Dukaten von Franz von Dietrichstein, Erzbischof von Olmütz (Nr. 6400, Taxe: 20 000 Euro) und den fünffachen Dukaten von Christoph Widmann, Kardinal von Ortenburg, geprägt 1656 in St. Veit (Nr. 6419, Taxe: 20 000 Euro).

Und damit kommen wir zu den altdeutschen Goldraritäten. Gleich auf der ersten Seite springt einem ein äußerst seltener Dukat des Markgrafen Wilhelm von Baden-Baden in die Augen (Nr. 6425, Taxe: 30 000 Euro). Von größter Seltenheit ist der exquisit erhaltene Goldgulden Wilhelms IV. und Ludwigs von Bayern (1516–1545) in vorzüglich bis Stempelglanz (Nr. 6443, Taxe: 15 000 Euro).

Von A wie Augsburg bis W wie Würzburg jagt eine begehrenswerte Münze oder Medaille die nächste. Ob Preußen mit einer Goldmedaille zu 5 Dukaten von 1741 auf die Huldigung Friedrichs II. durch die schlesischen Stände (Nr. 6519, Taxe: 15 000 Euro), ob Hohenlohe mit einem vorzüglichen Dukaten von 1610 (Nr. 6607, Taxe: 20 000 Euro), ob Passau mit einem doppelten Dukaten von 1701 (Nr. 6645, Taxe: 20 000 Euro) oder Pommern mit einem Goldgulden nach der Landesvereinigung von 1478 (Nr. 6652, Taxe: 25 000 Euro), die Raritäten kommen aus allen deutschen Gebieten.

Beschließen wir die Vorschau mit einem Blick auf die 143 Lose aus Rußland. Natürlich gibt es auch hier viel zu sehen, so das Titelbild, ein fünffacher Rubel Elisabeths aus Moskau von 1758 in gutem vorzüglich (Nr. 7014, Taxe: 12 500 Euro) oder eine Goldmedaille zu 12 Dukaten von 1831, verliehen für wissenschaftliche Arbeiten (Nr. 7065, Taxe: 20 000 Euro).

Die Kataloge können bestellt werden bei Künker, Nobbenburgerstraße 4a, 49 076 Osnabrück; Tel: 0541 / 96 20 20; Fax: 0541 / 96 20 222; oder über E-mail: service@kuenker.de. Außerdem können die Auktionen auch online auf www.kuenker.de studiert werden.

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