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Vorbericht Künker-Auktion 19.–23. März 2018


Die ersten Münzporträts der Weltgeschichte in den kommenden Künker-Auktionen

Vom 19. bis zum 23. März 2018 kommen bei Künker zur Versteigerung frühe graeco-persische Porträts, Schwergeld, Bergbau- und Ausbeuteprägungen sowie Münzen und Medaillen der Habsburger, Sammlungen Dortmund, Münster und Mainz und vieles mehr. An fünf Tagen werden 6726 Lose mit einer Gesamtschätzung von 7,357 Mio. Euro versteigert. Das Angebot reicht von der Antike bis zur Gegenwart, die Münzen stammen von allen fünf Kontinenten.

Gleich mehrere Sammlungen werden in den Künker-Auktionen aufgelöst. Darunter die Sammlung „Geschichtsfreund“ mit den frühesten Porträts der Weltgeschichte und antikem Schwergeld aus der Sammlung Link. In Katalog 305 finden sich Spezialsammlungen Habsburg, Dortmund, Münster, Mainz und die Bergbausammlung Hermann Brede. Katalog 306 bietet unter anderem den 2. Teil der Sammlung Phoibos sowie deutsche Münzen nach 1871 und russische Münzen und Medaillen.

Auktion 304: Münzen aus der Welt der Antike

Montag, 19. März 2018

Sammler griechischer Münzen dürfen sich auf eine exquisite Auswahl freuen. Zwei historisch und numismatisch hochinteressante Sammlungen beherrschen die Auktion. Die Sammlung eines Geschichtsfreundes mit den frühesten Münzporträts der Weltgeschichte und die umfangreiche Sammlung Link mit italischem Schwergeld.

Neuerungen entstehen ja immer dort, wo Kulturen aufeinander prallen. So war es auch an der sich ständig verlagernden Grenze zwischen griechischem Siedlungsgebiet und persischem Weltreich. Das Aufeinanderprallen verschiedener Auffassungen vom Individuum und der Königsherrschaft förderte die Entstehung der ersten Münzporträts. Die persischen Satrapen auf dem Gebiet der heutigen Türkei waren die ersten, die ihr Porträt auf lokale Prägungen setzten.

Anhand der zweiten Sammlung eines Geschichtsfreundes, die in der Künker Auktion 304 versteigert wird, kann die Entstehung dieser Porträts wie in einem Bilderbuch verfolgt werden. Tatsächlich haben alle Münzen zur Illustration einer wichtigen Monographie über dieses Thema gedient, nämlich für Axel Winzers Buch „Antike Portraitmünzen der Perser und Griechen aus vorhellenistischer Zeit“, das 2005 erschien.

Das Faszinierende daran ist die Tatsache, dass der Kenner der griechischen Geschichte auf Namen trifft, die er aus Herodot, Thukydides oder Xenophon kennt, auf Dareios I., auf Tissaphernes, Pharnabazos und Kyros den Jüngeren, um nur einige zu nennen.

Ein ganz anderes Interesse verfolgte der Sammler Eberhard Link. Ihn interessierte die Frühform des römischen Geldes, der Übergang vom Barrengeld zur Münze. Seine Sammlung gehört zu den umfangreichsten, die zu diesem Thema in den letzten Jahrzehnten auf den Markt gekommen sind. Vom Bruchstück eines Gusskuchens über ein Bruchstück des ausgesprochen seltenen Aes Signatum bis hin zum klassischen römischen Schwergeld der Periode vor der Münzreform des Krieges gegen Hannibal, ob aus Rom oder Etrurien, Umbrien, Picenum, Apulien und Zentralitalien, die Auswahl ist überwältigend!

Des weiteren gibt es eine signierte Dekadrachme aus Syrakus von Meistergraveur Kimon oder eine äußerst attraktive Drachme aus Paros, nicht zu vergessen eine kleine Serie von jüdischen Münzen – ebenfalls zumeist aus der Sammlung Eberhard Link, mit einigen großen Seltenheiten und einer Reihe von außergewöhnlich guten Erhaltungen.

Zum weiteren Auktionsangebot gehören auch römischen Münzen mit zahlreichen Seltenheiten, so eine ganze Reihe von spektakulären Aurei in perfekter Erhaltung von Tiberius, Vespasian, Titus, Domitian, Hadrian, Commodus, Pertinax, Septimius Severus, Saloninus, Diocletian, Licinius, Eugenius und Licinia Eudoxia, um nur einige zu nennen.

Und auch die Sammler von seltenen Denaren und interessanten Bronzemünzen dürfen sich freuen. Wir heben an dieser Stelle das immer wieder beliebte Thema „Schiffe“ heraus: einen Sesterz mit der Darstellung des Hafens von Ostia mit einer wundervollen dunkelgrünen Malachit-Patina, dessen Provenienz bis ins Jahr 1950 zurückreicht.

Schließen wir den Bericht zum Katalog antiker Münzen mit einem äußerst seltenen Doppelstater aus dem Reich der Kushan ab: Das vorzügliche Stück, das Einblick in die Glaubenswelt dieses interessanten Volkes gibt, ist mit 12.500 Euro geschätzt.

Auktion 305: Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit

Dienstag und Mittwoch, 20.-21. März 2018

Etliche Spezialsammlungen vor allem aus dem deutschsprachigen Bereich sind in Auktion 305 versammelt. Es beginnt mit mehr als 400 Losen von Münzen aus dem Reich der Habsburger. Es handelt sich fast ausschließlich um Münzen von Talergröße, zum Teil von überraschend guter Erhaltung und exquisitem Stempelschnitt. Der Kenner entdeckt auch seltene Medaillen. Das zeitliche Spektrum reicht von Sigismund dem Münzreichen, Erzherzog von Tirol, bis hin zu Kaiser Franz Joseph I.

Über ganz Altdeutschland verstreut sind die Münzen der Sammlung Hermann Brede von Bergbau und Ausbeutemünzen. Anregen ließ sich der Sammler durch einen Besuch in Clausthal Ende der 60er Jahre. Die Stücke, die er in mehr als einem halben Jahrhundert zusammentrug, werden jeden, der sich für historische Technik interessiert, begeistern. Natürlich gibt es auch die Möglichkeiten, den einen oder anderen der so wundervoll gestalteten Braunschweiger Löser zu erwerben.

Fast 70 Lose mit Münzen aus Dortmund stammen aus einer in vielen Jahrzehnten zusammengetragenen Spezialsammlung. Die ersten Stücke entstanden unter Otto III., also in den Jahren zwischen 983 und 1002, als Dortmund eine wichtige Kaiserpfalz war, die an Bedeutung mit Aachen durchaus mithalten konnte.

Spätestens seit dem 12. Jahrhundert entwickelte sich parallel eine Stadtregierung, die über ein eigenes Münzrecht verfügte. Die beiden spektakulärsten Prägungen der Sammlung wurden von der Stadt Dortmund geprägt, so ein Reichstaler aus dem Jahr 1564 und ein Reichstaler von 1698, beide mit je 50.000 Euro geschätzt.

Etwa 150 Lose mit Münzen und Medaillen von Mainz stammen aus der Sammlung Michael und Adelheid Loos. Diese Stadt, in der mit dem Erzbischof von Mainz der Kanzler und damit Regent des Deutschen Reiches während einer Sedisvakanz seinen Sitz hatte, zeichnet sich durch eine umfangreiche und numismatisch hochinteressante Münzgeschichte aus, die von frühen Brakteaten über eine Vielzahl rheinischer Goldgulden bis hin zu späten Dukaten und Talern des 18. Jahrhunderts reicht.

Knapp 120 Nummern kommen aus Münster, beginnend mit Pfennigen des Bistums aus dem 12. Jahrhundert über zahlreiche Taler und Goldprägungen aus dem 17. Jahrhundert bis hin zu Pfennigen und Armenzeichen von Domkapitel und anderen Kirchspielen, nicht zu vergessen die reiche Auswahl von Medaillen, die die Geschichte der Stadt Münster thematisieren.

Auktion 306: Goldprägungen / Deutsche Münzen ab 1871 / Russische Münzen und Medaillen

Donnerstag und Freitag, 22.-23. März 2018

Natürlich ist auch in der letzten der drei Märzauktionen viel und spektakuläres Material zu entdecken. Schließlich wird der zweite Teil der Sammlung Phoibos aufgelöst, deren erster Teil in der Auktion 298 für Spitzenergebnisse gesorgt hatte.

Das mit einer Schätzung von 100.000 Euro teuerste Stück unter den Goldmünzen ist ein 10-facher Scudi der Republik Genua aus dem Jahr 1624, der auf der Rückseite die Umschrift IN HOC SALVS MVNDI trägt. Aber auch ein fast stempelglänzender Dukat von 1610 aus der polnischen Stadt Danzig mit Porträt und Titel Sigismunds III. auf der Rückseite, geschätzt mit 20.000 Euro, wäre wohl ein Schmuckstück für jede Sammlung.

In Auktion 306 findet der Liebhaber der Münzen des Habsburger-Reiches den zweiten Teil der umfangreichen Sammlung, dessen Silbermünzen in Auktion 305 zur Versteigerung kamen. Es handelt sich um 180 Lose. Ferner kommt eine Sammlung von Goldmünzen aus Salzburg, die mehr als 100 Nummern umfasst, zum Aufruf.

Liebhaber von Flussgold-Prägungen sollten sich den Katalog genau anschauen, denn unter der Überschrift Altdeutschland sind Flussgolddukaten in feinster Erhaltung versteckt, ob Isar, Inn, Donau oder Rhein, alle großen Seltenheiten sind zu finden.

Natürlich gibt es daneben zahlreiche hoch interessante Goldprägungen aus Altdeutschland, so zum Beispiel eine Goldmedaille im Gewicht von 24 Dukaten, die 1705 mit Namen und Titel von Wilhelmine Amalie geprägt wurde, Cousine des Braunschweiger Kurfürsten und Gemahlin des deutschen Kaisers Josef I.

Der letzte Tag der Auktion beginnt mit den Münzen des Deutschen Kaiserreichs. Hier finden sich zahlreiche Raritäten. So zum Beispiel ein 20-Pfennig-Stück von 1887, der ersten Prägung von Dresden in Stempelglanz (Schätzung: 8.000 Euro). Beim Reichssilber entdeckt der Sammler alles, was selten ist, in bester Erhaltung, sei es die Gedenkprägung auf die Goldene Hochzeit des Bayerischen Königspaares oder Friedrich der Weise.

Hervorzuheben ist ferner eine äußerst seltene Materialprobe zu DDR 10 Mark 1978 „Weltraumflug“ in Silber, von der nur 16 Exemplare bekannt sind (Schätzung: 7.500 Euro).

Die Auktion endet mit knapp 300 Losen russischer Münzen. wir beschränken uns darauf, die beiden teuersten Stücke zu nennen. Von Katharina der Großen stammt eine prachtvolle Goldmedaille von 1773 auf die Restaurierung des Kremls in Moskau, die das geplante Gebäude in vielen Details zeigt (Schätzung: 80.000 Euro); von Nikolaus II. ein Imperial aus dem Jahr 1896, von dem lediglich 125 Exemplare geprägt wurden (Schätzung: 100.000 Euro).

Die Kataloge können bestellt werden bei Künker, Nobbenburgerstr. 4a, 49 076 Osnabrück; Tel: 0541 / 96 20 20; Fax: 0541 / 96 20 222; oder über E-Mail: service@kuenker.de. Außerdem können die Auktion auch online auf www.kuenker.de studiert werden.

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