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Gedenkmünze zum 2000. Todestag des Titus Livius


Anlässlich des 2000. Todestages des berühmten römischen Geschichtsschreibers Titus Livius emittierte Italien eine 2-Euro-Gedenkmünze.

Die Bildseite zeigt das Porträt des Historiographen der augusteischen Zeit. Das Bildnis des Römers ist der 1867 von Lorenzo Larese Moretti geschaffenen Büste nachempfunden.

Bleibende Bedeutung erlangte Livius durch die Abfassung seines Anfang der 20er Jahre des 1. Jahrhunderts v. Chr. begonnenen umfangreichen Geschichtswerks, an dessen Ausarbeitung er bis zu seinem Lebensende arbeitete. Er war anders als die meisten römischen Historiker (zum Beispiel Sallust oder Tacitus) nicht selbst politisch aktiv und damit der erste bedeutende römische Historiker, der ohne politische Erfahrung Geschichte schrieb. Da er weder militärische noch öffentliche Ämter bekleidete, war es ihm möglich, sich ganz auf seine schriftstellerische Tätigkeit zu konzentrieren. In seiner Jugend hatte er die in letzten Bürgerkriegen ausklingende Endphase der Republik erlebt und legte gegenüber Pompeius eine wertschätzende und gegenüber Caesar eine sehr kritische Haltung an den Tag. Deswegen nannte ihn Augustus scherzend „Pompeianer“, ohne dass sich dadurch Livius’ Beziehungen zum Princeps verschlechterten. Schon zu Lebzeiten erlangte Livius derartigen Ruhm, dass einer seiner Bewunderer eigens von Gades anreiste, um ihn kennenzulernen. In römischen Bibliotheken standen auch Bildnisse des Historikers. 14 n. Chr. verschied Augustus, und gegen Ende seines Lebens kehrte Livius endgültig zurück nach Patavium, wo er wohl im Jahr 17 n. Chr. starb. Livius verfasste mit seinem Werk Ab urbe condita libri CXLII (lat. „Von der Gründung der Stadt (Rom) an – 142 Bücher“) eine umfassende römische Geschichte von den Anfängen mit der Gründung Roms (der Legende nach im Jahr 753 v. Chr.) bis zum Tode des Drusus im Jahre 9 v. Chr. Nur knapp ein Viertel des Werks, die Bücher 1–10 (Zeit von 753 v. Chr. bis 293 v. Chr.) und 21–45 (218 v. Chr. bis 167 v. Chr.; ab Buch 41 lückenhaft), blieb erhalten. Der Rest ist durch Inhaltsangaben (periochae), Auszüge (epitomae) und Fragmente (insbesondere ein Palimpsest-Fragment aus dem 91. Buch über die Kriege des Sertorius) teilweise bekannt.

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