• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas - Honduras

Aktualisiert: Aug 5


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Honduras, amtlich República de Honduras, ist ein mittelamerikanischer Staat, der im Osten und Süden an Nikaragua, im Südwesten an El Salvador und im Nordwesten an Guatemala grenzt, im Norden vom Karibischen Meer und im Südwesten vom Pazifik umspült wird. Am Pazifik hat Honduras entlang der Fonseca-Bucht eine 124 km lange Küste. An der 644 km langen Karibik-Küste erstreckt sich eine breite Ebene mit großen Lagunen. Mit Ausnahme etlicher Flußtäler ist Honduras Gebirgsland mit Vulkanen, das im Westen mit dem Cerro Las Minas in der Montaña de Celaque bis auf 2849 m über NN aufsteigt. Auf Höhen von etwa 900–1400 m liegen Hochebenen mit fruchtbaren Vulkanböden. Das Klima ist tropisch und wird vom Nordostpassat beeinflußt. Im Tiefland ist es feuchtheiß und in den höheren Lagen sind gemäßigte Temperaturen vorherrschend. Der Regenwald des tropischen Tielands geht mit steigender Höhe in Berg- und Nebelwald über. In den trockeneren Arealen findet sich dagegen Trockenwald und -busch und im Nordosten, in der Mosquita, Sumpfpalmen und Kiefern. Im Sommer gibt es übrigens häufig Hurrikane. 90% der Bevölkerung sind Mestizen. Etwa 7% sind indianischer Abstammung – Nachkommen der Maya, Suma, Jicaque, Paya etc. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Nachfahren von Sklaven, die entweder aus Afrika stammen (Negros) oder aber bereits mit Indianern vermischt waren und von den Antillen eingeführt wurden (Garifuan, Morenos, Black Caribs). Die meisten Menschen leben im Nordwesten und im Süden des Landes. Mehr als 95% der Bevölkerung sind Christen (davon rund 80% Katholiken). Beim indianischen Bevölkerungsteil findet man allerdings auch noch Elemente traditioneller indianischer Religionen.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte von Honduras

1502 entdeckte Christoph Kolumbus die Küste von Honduras. Ab 1523 wurde das Land, das ursprünglich Siedlungsgebiet der Maya war, dann für Spanien erobert und in Besitz genommen. 1790 wurde Honduras eine Provinz des Generalkapitanats Guatemala und 1824 Mitglied der Zentralamerikanischen Konföderation („Provincias Unidas del Centro de América“). 1838 trat es jedoch aus der erwähnten Konföderation wieder aus und bezeichnete sich seit dem 26. Oktober 1838 als Freier Souveräner Unabhängiger Staat Honduras. Die amtliche Titulatur „Republica de Honduras“ (Republik Honduras) trug das Land jedoch erst seit dem 28. September 1865. Die Hauptstadt Comayagua wurde 1880 nach Tegucigalpa verlegt. 1896 schlossen sich Honduras, El Salvador, Nikaragua, Guatemala und Costa Rica zur „República Mayor de Centro América“ zusammen, allerdings hatte diese Große Zentralamerikanische Republik nur kurzen Bestand. Im 20. Jahrhundert kam es zu mehrfachen militärischen Interventionen der USA in Honduras und zur wirtschaftlichen Abhängigkeit des Landes von den USA. Interne Machtkämpfe, ein Bürgerkrieg und kriegerische Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern (wie beispielsweise der Fußballkrieg mit El Salvador von 1969/1970) schwächten Honduras und machten es zum ärmsten Land in Zentralamerika. Aufgrund der Militärputsche von 1972, 1975 und 1978 wurde Honduras während der 1970er von der Armee regiert. Erst 1981 kehrte das Land zum Parlamentarismus zurück. Unter Ronald Reagan verstärkten die USA ihre militärische Präsenz in Honduras und bildeten dort ab 1982 die Contras – die Gegner der in Nikaragua regierenden Sandinisten – aus. Diese blieben in Honduras, bis die Sandinisten im Februar 1990 durch Wahlen in Nikaragua aus der Macht gedrängt worden waren. 1992 wurde der Grenzstreit zwischen Honduras und El Salvador, der bereits seit 1969 schwelte, beigelegt. Innenpolitisch suchten die Präsidenten Callejas Romero (1990-1993), C. R. Reina (1994–1997) und C. Flores Facussé (1998–2002) das hochverschuldete Land durch Sparen wirtschaftlich und sozial zu stabilisieren. Zudem unterstellte C. F. Facussé das Militär durch eine Verfassungsreform (1999) schließlich ziviler Kontrolle. Unter Präsident R. Maduro (2002–2006) wurde die Gewalt und Kriminalität der „maras“ (massiv bewaffnete Jugendbanden) gnadenlos bekämpft. Sein Nachfolger M. Zelaya (ab 2006), der im Wahlkampf von 2005 damit gepunktet hatte, eine gemäßigtere Politik gegenüber den „maras“ zu führen, wurde 2009 vom Militär abgesetzt und ins ausländische Exil gebracht, nachdem er u. a. versucht hatte, die Verfassung dahingehend zu ändern, dem Präsidenten nach einer ersten eine zweite Amtszeit zu ermöglichen. Da der folgende Interimspräsident des Parlaments, außenpolitisch nicht anerkannt wurde und die OAS die Mitgliedschaft von Honduras im Juli 2009 aufhob, kehrte M. Zelaya im September 2009 nach Honduras zurück und bekam Asyl in der Botschaft Brasiliens. Weil P. Lobo Sosa die Präsidentschaftswahl vom November 2009 aber gewonnen hatte und ab Januar 2010 auch regierte, ging M. Zelaya wieder ins Exil. Doch im Mai 2011 unterzeichneten Präsident Lobo Sosa und M. Zelaya ein Versöhnungsabkommen in Kolumbien, woraufhin Zelaya nach Honduras zurückkehren konnte und die OAS Honduras wieder als Mitglied aufnahm. Amtierender Präsident ist seit 2014 Juan Orlando Hernández.

Honduras ist laut Verfassung von 1982, die bereits mehrfach revidiert wurde, eine präsidiale Republik. Oberhaupt des Staates, der Armee und Regierungschef ist ein auf vier Jahre direkt gewählter Präsident, der nicht wiedergewählt werden kann. Der aus 128 Abgeordneten bestehende Nationalkongreß, der für vier Jahre gewählt wird, bildet die Legislative. Zu den einflußreichsten Parteien gehören die „Partido Nacional“ (PN) und die „Partido Liberal“ (PL).

Die Münzen von Honduras

In Honduras galten seit 1871: 100 Centavos = 8 Reales = 1 Peso. Zu den verausgabten Münzen zählten seit den frühen 1880ern ½ Centavo und 1 Centavo in Bronze, 5, 10, 25 und 50 Centavos sowie 1 Peso in 900er Silber, 1, 5, 10 und 20 Pesos in 900er Gold. Am 3. April 1926 führte man dann auf der Grundlage 100 Centavos = 1 Lempira die bis heute gültige Währung ein. Die Währungsbezeichnung Lempira leitet sich übrigens vom Namen des Indianerhäuptlings Lempira (1497–1538) ab, der den ersten spanischen Erobern von Honduras entschlossen und tapfer Widerstand leistete. Die Münznominale, die man ab Anfang der 1930er emittierte, lauteten auf 1 und 2 Centavos (Bronze), 5 und 10 Centavos (Kupfernickel), 20 und 50 Centavos (900er Silber) und 1 Lempira (900er Silber). Goldmünzen gab es in der neuen Währung keine mehr und auch die Silberemissionen wurden bis 1959 nach und nach eingestellt – letzte silberne Lempira 1937, letztes 50-Centavo-Silberstück 1951 und letzte 20-Centavo-Silbermünze 1958. 1-Lempira-Münzen wurden danach überhaupt keine mehr geprägt und die 20 und 50 Centavos, die es ab 1967 erst wieder gab, bestanden aus Kupfernickel. 1974 änderte man dann auch die Metallzusammensetzung der 1, 2, 5 und 10 Centavos. Die 1 und 2 Centavos prägte man aus mit Kupfer plattiertem oder galvanisiertem Eisen und die 5 und 10 Centavos brachte man aus Messing aus. Ab 1991 wurden die 20 und 50 Centavos aus mit Nickel galvanisiertem Eisen hergestellt. Seit 2010 prägt man auch die 5 und 10 Centavos aus mit Messing galvanisiertem Eisen. Infolgedessen besteht die Gesamtheit der Kursmünzen, die von 2010 bis heute umlaufen, nur noch aus Eisen, das entweder mit Kupfer, Messing oder mit Nickel galvanisiert ist. Da Honduras ein recht armes Land ist, produzierte es zwar nur eine bescheidene Reihe an Gedenkmünzen und das auch nur in größeren Zeitintervallen, doch bestanden und bestehen diese Prägungen dennoch nahezu alle aus 925er Silber und etliche auch aus 900er oder 999er Gold. Mit diesen Münzen gedachte es zweimal der FAO (1973 und 1994), dem 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas, dem 200. Geburtstag des Feldherrn, Nationalhelden und Präsidenten Francisco Morazán Quesada (1792–1842), dem 50-jährigen Jubiläum der Zentralbank des Landes sowie dem 200. Geburtstag des Staatspräsidenten José Trinidad Cabañas Fiallos (1805–1871). Die einzigen unedlen Prägungen unter den Gedenkmünzen sind die auf die FAO, die genaugenommen, aufgrund ihrer hohen Auflage und ihrer geringen Nominalwerte auch als Kurmünzen mit Gedenkcharakter definiert werden können. Hergestellt wurden die Münzen von Honduras u. a. bei der Franklin Mint, der British Royal Mint, der Royal Canadian Mint, der Münze von Mexiko Stadt, der Casa de Moneda de Chile S. A. Santiago und der Sherritt Gordon Ltd, Fort Saskatchewan.

Quellen: Abb. 1 und 2: MA-Shops, Beutler Münzen und Edelmetalle GmbH, Gärtringen; Abb. 3 und 4: MA-Shops, Comptoire des Monnaies (F); Abb. 5: MA-Shops, Dr. Bernd Steidl, Münzen & Banknoten, Dresden.

Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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