• Sebastian Wieschowski

Somalia: Das Heimatland der "African Wildlife"-Serie will seine Währung neu erfinden


Somalia ist in der Numismatik vor allem als das Herkunftsland des „Somalia Elephant“ aus der „African Wildlife“ Serie bekannt. Das Motiv wird als Anlagemünze in Silber und Gold seit 2004 geprägt und erfreut sich großer Beliebtheit, sodass das somalische Staatswappen sowie die Währungsbezeichnung „Schilling“ in fast jeder Weltmünzensammlung zu finden sind. Doch hinter dem Glanz der Edelmetallmünzen verbirgt sich ein bitterarmes und kriegsgebeuteltes Land, welches in den kommenden Monaten mit einer neuen Währung einen Neustart wagen will.

Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Internationale Währungsfonds (IWF) nun seine Zustimmung in Aussicht gestellt, das Land mit einem Zuschuss zu unterstützen, um die neue Währung vor Ende diesen Jahres zu drucken. Denn die somalische Regierung braucht für die Währungsreform nach eigenen Berechnungen etwa 100 Millionen Dollar, davon entfällt etwa die Hälfte direkt auf den Druck des neuen Geldes und die andere Hälfte soll als Währungsreserve zur Stabilisierung in der direkten Folgezeit der Einführung des neuen Geldes dienen.

Wie das Magazin „Voice of America“ berichtet, hatte die Regierung von Somalia die Währungsreform bereits sorgfältig vorbereitet, es fehlte lediglich das nötige Kleingeld zur Herstellung von neuen Banknoten sowie Münzen. Nun hat Somalia offenbar alle Voraussetzungen erfüllt, um die Auszahlung zu erhalten. Die somalische Zentralbank befindet sich seit 1991 in einem dauerhaften Chaos-Zustand. Die alte Währung des Landes ist fast verschwunden oder abgenutzt und wurde durch US-Dollar oder privat gedruckte Banknoten ersetzt. Inzwischen ist nur noch eine 1000-Schilling-Banknote im Umlauf, die jedoch dem Gegenwert einer Tasse Tee entspricht. Mit einer neuen Münze in gleichem Nennwert soll Somalia geldpolitisch in eine bessere Zukunft aufbrechen. Banknoten sollen einen Gegenwert von bis zu 20.000 Schilling haben.

Die Pläne der somalischen Regierung sehen vor, die neue Währung im zweiten Quartal des nächsten Jahres auf den Markt zu bringen. Bis dahin müssen jedoch noch viele Probleme beseitigt werden. Allen voran: Wie kann sichergestellt werden, dass die Zentralbank nicht massenhaft gefälschte Alt-Banknoten erhält und gegen „echte“ Scheine und Münzen tauscht? Immerhin sollen 10 Prozent oder 20 Prozent des gesamten Umlaufgeldes nicht echt sein.

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