• Sebastian Wieschowski

Empörung in Simbabwe wegen Prägung von Ersatzmünzen durch South African Mint


In Simbabwe hat eine Großbestellung von sechs Millionen Umlaufmünzen zu 50 Cent für einen handfesten Skandal gesorgt: Eine Rechnung der „South African Mint“ war in sozialen Netzwerken aufgetaucht und hat den Zorn vieler Menschen in Simbabwe entfacht, denn das Land ist arm und soll nun etwa 384.000 US-Dollar an die südafrikanische Prägestätte für Münzen mit einem Nennwert von etwa drei Millionen US-Dollar zahlen.

Mit den so genannten „bond coins“, also Anleihemünzen, sollte eigentlich die chronische Geldknappheit in Simbabwe bekämpft werden. Doch viele Beobachter stellen nun unangenehme Fragen: Weil Umlaufmünzen in dieser Größenordnung wohl kaum den Bargeldverkehr in Simbabwe stabilisieren können, ist anzunehmen, dass die Regierung von Simbabwe öfter in Südafrika frische Münzen herstellen lässt. Zudem ist fraglich, warum die Prägungen nicht im eigenen Land vorgenommen werden. Die South African Mint gilt als Hochleistungsprägestätte, welche eine hohe Qualität liefert, die aber auch ihren Preis hat.

In Simbabwe ist wegen einer anhaltenden Währungskrise seit November 2016 eine Art Ersatzwährung in Form von „bond notes“ auf Basis von US-Dollars im Umlauf. Die Zentralbank geht davon aus, dass etwa 170 Millionen US-Dollar in Form dieser Ersatznoten im Umlauf sind, 300 Millionen sollen zusätzlich in den Bargeldverkehr gepumpt werden. Eine Summe von etwa drei Millionen US-Dollar in Form von Münzen wirkt im direkten Vergleich wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Regierung von Simbabwe hält sich zu dem Skandal bedeckt, denn in dem Land halten sich seit Jahren hartnäckige Gerüchte, nach denen die Umlaufmünzen nur der erste Schritt auf dem Weg zur Wiedereinführung des instabilen Simbabwe-Dollar sein könnten. Wie das Internetportal „Daily News“ berichtet, sei der zuständige Direktor der Zentralbank nach einem ersten erfolgreichen Anruf der Redaktion nicht mehr erreichbar gewesen. Währenddessen gehen die Behörden aggressiv gegen die „Whistleblower“ vor, welch die Original-Rechnung der South African Mint ins Internet gestellt hatten. Ein 32-jähriger Kurierfahrer wurde bereits vor Gericht gestellt.

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