• Sebastian Wieschowski

Geldmuseen und Münzkabinette als Ausflugsziel: Die heiligen Hallen der Numismatik sind im Sommer ein


Nach über zwei Jahren voller Umbauarbeiten und Erweiterungen war es im Dezember 2016 soweit: Das neue Geldmuseum der Bundesbank wurde für die Öffentlichkeit freigegeben. Abstrakte Themen wie Bargeld, Buchgeld, Geldpolitik und Geld werden lebhaft dargestellt, beispielsweise mit einem fiktiven Besuch in einer Bankfiliale. In besonderer Erinnerung dürfte der "Banknotenschwarm" bleiben – hierbei handelt es sich um eine Glaswand mit 174 Geldscheinen aus 229 Ländern und Gebieten der Welt.

Sehenswert ist auch das Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), welches die Entwicklung des Geldwesens in Österreich von den Anfängen bis heute darstellt. Die Ausstellung befindet sich im imposanten Hauptsitz der Österreichischen Nationalbank. Neben der Dauerausstellung „Geld in Österreich“ werden wechselnde Sonderausstellungen eingerichtet. Besucher können die größte Goldmünze Europas besichtigen und ein Erinnerungsfoto mit einem echten XXL-Goldbarren machen.

Zuletzt war das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin unfreiwillig in die Schlagzeilen geraten - doch auch ohne die 100-Kilo-Goldmünze, die bei einem spektakulären Einbruch aus dem Museum gestohlen wurde, ist die Sammlung ein Muss für alle Berlin-Besucher mit numismatischem Interesse. Von den Anfängen des Münzgeldes im 7. Jahrhundert vor Christus bis zu den Euros des 21. Jahrhunderts werden Exponate gezeigt, insgesamt beherbergt die Sammlung rund eine halbe Million Objekte.

Münzkabinette gelten als die heiligen Hallen der Numismatik, sie sind Ausstellungsstätte und Wissenschaftsinstitut in einem. Einziger Wermutstropfen für Münzfreunde in Deutschland: Das beliebte Münzkabinett in Dresden ist bis auf Weiteres geschlossen, weil viele Exponate plötzlich weiß-milchige Ablagerungen aufwiesen (die Zeitschrift „Münzen & Sammeln“ berichtete darüber in Ausgabe 5/2017).

Zu den schönsten Sammlungen weltweit zählt auch das Wiener Münzkabinett. Es baut auf der kaiserlich-habsburgischen Münzsammlung auf und umfasst Münzen ab dem Jahr 1547. Es zählt mit rund 600.000 Objekten heute zu den fünf größten und bedeutendsten Münzsammlungen der Welt. Es befindet sich im Kunsthistorischen Museum in Wien und ist in drei Säle gegliedert: Nach einem Überblick zur Geschichte und Entwicklung der Medaille von ihren Anfängen um 1400 in Italien bis zum 20. Jahrhundert wird die Geschichte des Münz- und Papiergeldes behandelt. Im dritten Saal werden wechselnde Sonderausstellungen präsentiert, aktuell steht dieser Bereich ganz im Zeichen der Medaillenprägung Maria Theresias.

  • Bode-Museum, Besuchereingang Am Kupfergraben, 10117 Berlin

  • Münzkabinett im Kunsthistorischen Museum, 2. Stock, Maria Theresien-Platz, 1010 Wien

  • Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, Wilhelm-Epstein-Straße 14, 60431 Frankfurt am Main

  • Geldmuseum der OeNB, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien

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