• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – El Salvador


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Die Republik El Salvador (República de El Salvador) ist der kleinste Staat Zentralamerikas. Er grenzt im Norden und Osten an Honduras, im Süden an den Pazifischen Ozean und im Westen an Guatemala. El Salvador, das wegen seiner fruchtbaren Hügel- und Gebirgslandschaft auch „Gartenrepublik“ genannt wird, erstreckt sich größtenteils auf einem 400 bis 500 m hohem Plateau, das im Norden wie im Süden von je einem parallel zur Küste verlaufenden Gebirgszug begrenzt wird. Der höchste Gipfel im Norden erreicht 2730 m über NN und im Süden 2381 m über NN (Vulkan Santa Ana). Das erwähnte Plateau wiederum wird vom Rio Lempa durchflossen und weist zahlreiche Grasfluren und Seen auf. Das Klima ist wechselfeucht tropisch und die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 26,8 °C. Ab 500 m Höhe nehmen die Temperaturen natürlich spürbar ab. Die größten Regenmengen fallen zwischen Mai und Oktober. Da etliche der zahlreichen Vulkane noch aktiv sind, ereignen sich bisweilen auch schwere Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche. Doch auch verheerende Hurrikane treten immer wieder mal auf. Etwa 90% der Bevölkerung sind Mestizen und 10% Indios und Weiße. El Salvador ist das am dichtesten besiedelte Land Zentralamerikas, daher ist der Auswanderungsdruck in die Nachbarländer, vor allem aber in die USA, hoch. Rund 95% aller El Salvadorianer sind Christen und davon etwa 70% Katholiken. Unter den Protestanten sind besonders die Anhänger der Pfingstkirchen verbreitet.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte El Salvadors

Das Gebiet El Salvadors, das in etwa dem des Reiches Cuzcatlán entsprach, wurde 1524/25 von Pedro de Alvarado (1486 bis 1541) für Spanien in Besitz genommen und unterworfen. Die Provinz San Salvador, die man daraus bildete, war zunächst eine Alcaldia mayor primero und dann zwischen 1786 und 1821 Bestandteil des Generalkapitanats Guatemala der spanischen Kolonien. Von 1823 bis 1841 gehörte sie zur Konföderation mittelamerikanischer Staaten („Provincias Unidas del Centro de América“). Nach dem Zerfall dieser Konföderation erklärte sich die ehemalige Provinz 1841 zur unabhängigen Republik del Salvador (República del Salvador). Die Bezeichnung El Salvador, genauer gesagt República de El Salvador, trägt das Land erst seit 1912. Doch diese Republik war, politisch betrachtet, zwischen den rivalisierenden Gruppen der Liberalen und der Konservativen hin- und hergerissen. Ökonomisch wuchs der Einfluß der USA bis zur Weltwirtschaftskrise von 1929 beständig an und der Kaffeeanbau entwickelte sich zur Kaffeemonokultur. Die starken sozialen Gegensätze und Widersprüche führten zu Bauernunruhen unter Farabundo Marti (Führer der KP) und schließlich 1931 zur Machtübernahme durch General M. Hernández Martínez, der El Salvador bis 1944 als Diktator regierte. Zwar leitete er eine Reformpolitik ein, die auch nach seinem Sturz durch die nachfolgende Militärregierung weitergeführt wurde, doch konnten trotz allem keine grundlegenden Verbesserungen erreicht werden. So wuchsen die sozialen Spannungen weiter und entluden sich zum Teil im sogenannten „Fußballkrieg“ gegen Honduras 1969. Zehn Jahre später stürzte das Militär Präsident C. H. Romero (1977–1979) und übernahm die Macht. Was folgte, war ein Bürgerkrieg, in dem die Regierungstruppen, von den USA unterstützt, gegen die linksgerichtete Nationale Befreiungsfront Farabundo Marti (FMLN) kämpften. Ein Bürgerkrieg, der erst durch die Vermittlung der UNO, der OAS und der katholischen Kirche zu einem Friedensabkommen führte (16.1. 1992) und der erst im Dezember 1992 für beendet erklärt wurde. Seine Bilanz: 75 000 bis 80 000 Tote und 500 000 Vertriebene und Flüchtlinge. Aufgrund des Friedensabkommens wurde der Waffenstillstand bis 1995 durch UN-Friedenstruppen überwacht, die Guerilla wieder ins bürgerliche Leben eingegliedert, die Armee verringert und eine Landreform durchgeführt. Die Wahlen von 1994 gewann die Republikanisch-nationalistische Allianz (ARENA) und ihr Präsident A. Calderón Sol; zweitstärkste Kraft wurde die inzwischen zur Partei umgeformte FMLN. Letzere gewann 2000 und 2003 auch die Parlamentswahlen. 2009 siegte die FMLN und ihr Präsidentschaftskandidat M. Funes Cartagena auch bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, zumal die Finanzkrise von 2008/09 dem Land einen Linksruck beschert hatte. 2012 verlor die FMLN ihren Status als stärkste Partei allerdings wieder an die ARENA. Außenpolitisch wurde 1992 der noch aus dem 19. Jahrthundert stammende Grenzkonflikt mit Honduras durch ein Urteil des internationalen Gerichtshofs in Den Haag vorläufig beigelegt und die Grenze zu Honduras dann 2006 endgültig kartiert. Der Verfassung von 1983 entsprechend, ist El Salvador eine präsidiale Republik, in der ein auf fünf Jahre direkt gewählter Präsident auch Staatsoberhaupt und Regierungschef ist. Das aus 84 Abgeordneten bestehende Abgeordnetenhaus wird auf drei Jahre gewählt. Für alle Bürger ab 18 besteht Wahlpflicht. Zu den einflußreichsten Parteien im Lande gehören: die FMLN, die ARENA, die Große Allianz der nationalen Einheit (GANA) und die Nationale Koalition (CN).

Die Münzen El Salvadors

Ab 1841 galten in der Republik del Salvador 100 Centavos = 8 Reales = 1 Peso. Zu den Münzen, die man zwischen 1889 und 1914 ausgegeben hat, gehörten die Nominale 1, 3, 5, 10, 25 und 50 Centavos und 1 Peso. Während die 1 und 3 Centavos aus Kupfernickel geprägt wurden, prägte man die 5, 10 und 25 Centavos aus 835er Silber und die 50 Centavos und 1 Peso aus 900er Silber. Am 11. September 1919 kam es dann zu einer Währungsumstellung auf der Grundlage 1 Peso = 1 Colón Salvador und die neue Währung lautete auf 100 Centavos = 1 Colón Salvador. 2 Colones galten zudem 1 US-Dollar. Zu den Münznominalen, die man zwischen 1940 und 1974/75 prägte, zählten 1, 2, 3, 5, 10, 25 und 50 Centavos. Hierbei bestanden alle Nominale mit Ausnahme der 25 Centavos von 1943 und 1944 aus unedlen Metallen bzw. unedlen Metall-Legierungen (Kupfernickel, Bronze, Messing, Kupfernickel-Zink, Nickel) – die erwähnten 25 Centavos dagegen bestanden aus 900er Silber. Ab 1975 prägte man die kleinen Nominale 2 und 3 Centavos nicht mehr und änderte auch die Metall-Legierungen der 1, 5, 10 und 25 Centavos. Statt Kupfernickel bevorzugte man nun Messing oder Eisen mit Nickel oder Kupfernickel plattiert oder galvanisiert. Von 1984 an emittierte man erstmalig auch 1-Colón-Münzen in Kupfernickel. Im Prinzip blieb man während der 1990er auch bei diesen Legierungen, brachte die 5-, 10- und 25-Centavos- sowie 1-Colón-Münzen in den Jahren 1987, 1988 und 2000 allerdings nur in Stahl aus. Übrigens, das höchste jemals für den Umlauf geschaffene Nominal war die 5-Colones-Münze in Kupfernickel der Jahre 1996 und 1997. Doch El Salvador emittierte bereits seit 1925 auch Gedenkmünzen. Mit diesen gedachte die Republik u. a. dem 400. Jahrestag der Gründung von San Salvador, dem 120. Todestag von José M. Delgado, der 150-jährigen Unabhängigkeit der mittelamerikanischen Staaten, der 18. Tagung der Notenbankdirektoren der interamerikanischen Banken, dem Friedensvertrag zwischen Regierung und FMLN, dem 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas sowie der Christlichen Jahrtausendwende. Hergestellt wurden diese Gedenkmünzen vor allem aus 900er und 999er Silber und aus 900er und 916,67er Gold, doch kam ausnahmsweise auch schon galvanisiertes Eisen zum Einsatz. Die Prägung der Münzen erfolgte bei Heaton in Birmingham, der Central American Mint in San Salvador, den US-Münzstätten Philadelphia, Denver und San Francisco, der [British] Royal Mint, der Royal Canadian Mint, der Monnaie de Paris, der Monnaie Royal de Belgique, der Mint of Norway, der Uno A Erre in Italien, der Casa de Moneda de Mexico, der Sherritt Gordon Ltd. in Kanada und der Württembergischen Münzprägeanstalt Dr. Ising GmbH in Heubach.

Am 1. Januar 2001 stellte man die Währung auf der Grundlage 8,75 Colones = 1 US-Dollar jedoch erneut um. Die neue Währung lautete nun auf 100 Centavos = 1 US-Dollar. Weil der US-Dollar 2001 aber die neue Währungseinheit wurde, wurden seither alle nationalen Münzen und Banknoten El Salvadors einbehalten und durch die Geldzeichen der USA ersetzt. Aus numismatischer Sicht existiert El Salvador seit 2001 somit nicht mehr.

Quellen: Abb. 1: Auktionen und Münzhandel Dr. Christoph Stadler e. K.; Abb. 2: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Abb. 3: Münzzentrum Dürr, Niederwüschnitz; Abb. 4: Münzen & Banknoten Dr. Bernd Steidl, Dresden. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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