• Gerd Dethlefs

Münzfreunde Minden und Umgebung e.V. (MWN)


Am 10. September 2016 feierten die Münzfreunde Minden in einem Festakt im Mindener Museum ihr 60-jähriges Bestehen (Programm s. NNB 9/2016, S. 363–364): 1956 hatte sich nach dem ers­ten Nordwestdeutschen Münzsammlertreffen ein Ortsverein der westfälischen Münzfreunde gegründet. Im Rahmen der Feierstunde wurde vor rund 40 Gästen auch der 52. Mindener Geschichts­taler vorgestellt, der an die Einrichtung der Mindener Bezirksregierung vor 200 Jahren erinnert (vorgestellt im NNB 9/2016, S. 363 f.). Der 53. Mindener Geschichtstaler, der dem 60. Geburtstag des Münzvereins und dem 80. Geburtstag seines nun 25 Jahre amtierenden Vorsitzenden Albert Kruse, gilt, ist eben vorgestellt im NNB 9/2016, S. 363 f. Dass der Verein zugleich mit dem Nordwestdeutschen Münzsammlertreffen entstand, zeigt ein Hauptbetätigungsfeld an: bis 2010 und erneut 2015 richtete der Verein das Treffen aus, das 1973 mit 211 Teilnehmern seinen stärksten Zulauf hatte und ab 1986 jährlich zwischen 60 und 110 Münzfreunde versammelte – seit 1993 heißt es das „Norddeutsche“. Es wurde Vorbild auch für die Süddeutschen (seit 1965) und die Mitteldeutschen (ab 1993) Sammlertreffen. Organisiert von Klaus Marowsky (1925–2005) und dann von Albert Kruse (* 1936) mit einem Team tüchtiger Mitglieder, kamen die inhaltlichen Impulse von Peter Berghaus (1919–2012), der befreundete, international bekannte Numismatiker für die Abendvorträge zu gewinnen wusste. Die Geschichte der Sammlertreffen und auch der sie begleitenden Medaillen ist in der Festschrift „Minda Numismatica 2005“ und in dem Buch „Medaillen zur Mindener Stadtgeschichte“ (2014) und natürlich in den regelmäßig erschienenen Berichten des NNB nachzulesen. Seit 1972 gaben die Münzfreunde die Mindener Geschichtstaler in Kooperation mit der Volksbank heraus, die Finanzierung und Vertrieb übernahm: Die Münzfreunde sorgten für eine anspruchsvolle künstlerische Gestaltung, die ausnahmslos Mindener Künstlern anvertraut wurde und mittlerweise 53 Prägungen umfasst – eine metallene Stadtchronik, wie sie in dieser Qualität keine andere deutsche Stadt besitzt. Ein weiteres erfolgreiches Produkt ist die Schriftenreihe, die seit 1974 32 Bände zählt und neben Texten Mindener Münzfreunde wie Gerhard Gottschewski (1905–1994) und neben Begleitpublikationen zu den Geschichtstalern auch erweiterte Referate der Münzsammlertreffen bot. Überblicksdarstellungen und Kataloge von Peter Berghaus, Walter Kühn und Edwin Eggert und Fundbeschreibungen von Berghaus und Peter Ilisch werden bleibenden Wert haben. Die Festschriften der westfälischen Münzfreunde erschienen hier 1988 und 2001 in Ermangelung einer eigenen Schriftenreihe. Dem Verein gebührt für sein Wirken großer Dank: und es ist zu wünschen, dass er weiterhin junge und aktive Mitglieder gewinnt und segensreich arbeitet!

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