• K. Illing

Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg


208 Seiten, 198 Abbildungen, durchgängig farbig, Format 22 cm x 27 cm, Klebebindebroschur,

Potsdam 2016. Preis: 24,99 Euro.

ISBN: 978-3-945256--62-6

Im Jahr 1373 war es dem böhmischen König Karl I. (als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Karl IV.) gelungen, gegen Zahlung von 500 000 Gulden den Markgrafen Otto V. von Wittelsbach militärisch zu nötigen, die landesherrliche Macht über die Mark Brandenburg abzutreten. Der in Prag residierende Monarch konnte damit Brandenburg und die Niederlausitz mit dem Königreich Böhmen verbinden und damit seine Hausmacht erheblich stärken. Für Brandenburg bedeutete diese Einbettung in das Macht-, Wirtschafts- und Kulturzentrum der böhmischen Krone und des kaiserlichen Hofes in Prag einen vorübergehenden Innovationsschub und Kulturtransfer, die aber schon unter den Nachfolgern Karls I. wieder verlorengingen. Sein Sohn Sigismund verpfändete die Mark Brandenburg an seinen Vetter Jobst von Mähren (1388–1411), der die Mark Brandenburg als finanzielles Ausbeutungsobjekt betrachtete. Er verkaufte 1402 die Neumark an den Deutschen Orden. In der Mark herrschten bald unhaltbare Zustände. Das Raubrittertum blühte, besonders die bis heute berühmt-berüchtigten Quitzows taten sich hierbei hervor, aber auch die Bredows.Die Mark Brandenburg versank in Anarchie.

Anläßlich des 700. Geburtstags Kaiser Karls IV. (1316–1378) aus dem Hause Luxemburg zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte erstmals die Wirkung der Herrschaft Karls in Brandenburg. Zahlreiche Leihgaben aus Kirchen, Museen und Archiven des In- und Auslands dokumentieren nicht nur den historischen Wandel, sondern auch den kulturellen Einfluß, den der Machtwechsel mit sich brachte.

Der reich bebilderte Begleitband zur Ausstellung versammelt Aufsätze namhafter Wissenschaftler, die unter verschiedenen Blickwinkeln den Charakter der regionalen Verbindung zwischen Brandenburg und Böhmen darstellen. In einigen Beiträgen wird auch deutlich, daß der Kaiser und König Karl nicht zögerte, skrupellos militärische Gewalt einzusetzen, wenn er ein Ziel erreichen wollte. Karl war kein „Mehrer des Reiches“, sondern er vergrößerte Böhmen auf Kosten des Reiches. Kaiser Maximilian I. äußerte sich deshalb über ihn: „Zu keiner Zeit hat eine üblere Pest Deutschland heimgesucht als Karl IV.“