• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Gabun


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Gabun, amtlich République Gabonaise, ist ein Staat im westlichen Zentralafrika, der im Norden an Äquatorialguinea und Kamerun, im Osten und Süden an die Republik Kongo und im Westen über den Golf von Guinea an den Atlantik grenzt. Während der gut 200 km breite Küstenstreifen im Süden eine hafenlose Nehrung bildet, bietet er im Norden mit dem weit ins Meer hinausragenden Kap Lopez und dem Ästuar des Gabun gute Hafenmöglichkeiten. Im Landesinneren erstreckt sich ein Bergland, das bis über 1000 m aufragt und Einzugsgebiet vieler Flüsse ist. Der längste Fluß des Landes ist der Ogowe mit 1200 km Länge. Im Unterschied zur Küstenregion, in der vor allem Mangrovenwald und Savanne vorkommen, wird das Bergland von tropischem Regenwald – dieser ist inzwischen arg zerstört – sowie Berg- und Galeriewäldern bedeckt. Das Klima ist äquatorial-tropisch feucht, doch hat Gabun eine Regen- und eine Trockenzeit. Letztere dauert von Mitte Mai bis Oktober. Während der Regenzeit fallen im Schnitt zwischen 1000 und 3000 mm Niederschlag je nach Region. Die Bevölkerungsmehrheit Gabuns stellen die rund 40 bantusprachischen Völker. Außer ihnen gibt es noch etwa 1,5% Pygmäen und ca. 60 000 Franzosen. 85% aller Einwohner leben in Städten. Zu den größten Städten zählen Libreville, Port-Gentil und Franceville. Mehr als 60% der Bevölkerung sind Christen (vor allem Katholiken), gut 5% Muslime. Der Rest sind Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Gabuns

Gabun, genauer gesagt seine Küste, wurde 1472 von den Portugiesen entdeckt und 1484/85 erkundet. Seinen Namen erhielt das Land nach dem Gabun-Fluß, den die Portugiesen bei seiner Entdeckung Gabão („Matrosenmütze“) genannt haben sollen. Später nutzen sie das Land u. a. für den Sklavenhandel. In den Jahrhunderten danach wurde es auch von britischen, niederländischen und französischen Seefahrern genutzt. Ab 1839 gelangte Gabun in den Besitz der Franzosen, die dann als Kolonialmacht 1849 die Siedlung Libreville für freigelassene Sklaven gründeten. Als man am 15. Januar 1910 aus mehreren Kolonien Französisch-Äquatorialafrika schuf, war auch Gabun ein Teil davon. 1958 erhielt Gabun zusammen mit den Kolonien Mittelkongo, Zentralafrika und Tschad innere Autonomie und am 17. August 1960 die Unabhängigkeit. Doch das souveräne Land kappte seine Verbindungen zum ehemaligen Mutterland nicht, sondern blieb in der Französischen Gemeinschaft dieser inzwischen unabhängigen Staaten und unterhielt auch weiterhin enge Beziehungen zu Frankreich. Seit 1960 gehörte es der „Äquatorialafrikanischen Zoll- und Wirtschaftsunion“ und seit 1973 der „Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft“ an.

Nachdem die Gabunische Republik von 1961 bis 1967 vom Präsidenten Gabriel Léon Mba regiert worden war, übernahm 1967 Präsident Albert Bernard Bongo die Amtsgeschäfte. Dieser gründete 1968 ein Einparteiensystem auf der Grundlage des PDG (Parti Démocratique Gabonais) und ließ sich in den Jahrzehnten danach immer wieder im Amt bestätigen. 1991 nahm das Land eine neue Verfassung an, die Gabun in eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem umwandelte und so etablierten sich neben der PDG noch drei weitere einflußreiche Parteien – die RPG (Rassemblement pour le Gabon), die UGDD (Union Gabonais pour la Démocratie et le Développement) und die UPG (Union du Peuple Gabonais). Doch als es 1993 zur Präsidentschaftswahl kam, wurde Bongo trotz Gegenkandidat erneut zum Präsidenten gewählt. Weil dieser Wahlausgang sehr umstritten war, schlugen die Wogen der innenpolitischen Entrüstung schon bald so hoch, daß erst die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen Regierung und Opposition (1994 in Paris) diese wieder glätten konnte. Bongo aber konnte die Kontrolle über das politische System mit Hilfe einer „divide et impera“-Strategie schnell wieder erringen und so auch die Präsidentschaftswahlen von 1998 und 2005 erneut für sich entscheiden. Sein politischer Arm reichte sogar über seinen Tod (Juni 2009) hinaus, denn als es Ende August 2009 zu Präsidentschaftswahlen kam, wurde sein Sohn, Ali Ben Bongo, zum Präsidenten gewählt und trotz angemeldeter Zweifel der Opposition und Ausschreitungen in weiten Teilen des Landes auch im Amt vereidigt. Laut Verfassung von 1991 dauert die Amtszeit des Präsidenten 7 Jahre und seine Wiederwahl ist unbegrenzt möglich.

Die Münzen Gabuns

Vor Dezember 1945 galten in Gabun 100 Centimes = 1 Französischer Franc (Franc Française). Ab dem 26. Dezember 1945 entsprachen 100 Centimes = 1 CFA Franc (Franc der Französischen Kolonien in Afrika, Franc des Colonies Française d’Afrique – seit 1958 Franc de la Communauté Française d’Afrique und seit 22. November 1972 Franc de la Coopération Financière en Afrique Centrale genannt. Vom 12. Januar 1994 bis zum 31. Dezember 1998 waren 100 CFA Francs = 1 Französischer Franc. Seit 1. Januar 1999 entsprechen 655,957 CFA Francs = 1 Euro. Interessant und bemerkenswert ist, daß die Gabunische Republik zwischen 1960 und 1971 keine Kursmünzen emittierte, sondern nur Goldmünzen in relativ kleinen Auflagen (max. 4000 bis 10 000 Ex. in PP) herausgab. Mit diesen gedachte sie beispielsweise der Unabhängigkeit des Landes, der amerikanischen Mondlandung (20. Juli 1969) oder dem Staatsbesuch des französischen Präsidenten Pompidou (11. Februar 1971). Als Kursmünzen benutzte man in dieser Zeit die Gepräge der Äquatorialafrikanischen Staaten, da Gabun ab 1960 zu diesem Währungsgebiet gehörte. Zwischen 1971 und 1985 emittierte man dann auch in Gabun mehrere Millionen Kursmünzen zu 100 Francs. Seit 1973 kam das Gros der Umlaufmünzen zu 1, 5, 10, 25, 50 und 500 Francs aber aus der „Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft“, der auch die Gabunische Republik angehörte. Um die Münzausgaben der einzelnen Mitgliedstaaten auseinanderzuhalten – dies galt vor allem für die Nominale zu 50 und 500 Francs –, hatte man 1976 Kennbuchstaben eingeführt. Hiernach waren die Ausgaben von Tschad mit A, die Zentralafrikas (Oubanguis) mit B, die des Kongo (Brazzaville) mit C, die Gabuns mit D und die Kameruns mit E gekennzeichnet. Diese Praxis gab man im Kongo (Brazzaville) 1984, in Gabun und Kamerun 1986, in Zentralafrika (Oubangui) 1990 und im Tschad 1991 jedoch wieder auf und emittierte alle Nominale fortan ohne Kennbuchstaben. 2006 schuf man dann völlig neue Umlaufmünzen – Münzen, die den Nominalwert nun nicht mehr nur in Francs stehen hatten, sondern auch in FCFA (Francs CFA) angaben und die alle, d. h. von 1 FCFA bis zu 500 FCFA optisch gleich aussahen, wenn man einmal von der Randgestaltung und der Materialzusammensetzung (Farbe) absieht. Die einzigen Münzen, die man ab 2012 noch in Gabun emittierte, waren Siberbarrenmünzen (Motiv südafrikanischer Springbock) in diversen Stückelungen, mit und ohne Vergoldung, sowie Gedenkmünzen in Gold und Silber. Auch auf diesen lautete der Nominalwert nun in Francs CFA. Die Feinheit der gabunesischen Edelmetallmünzen beläuft sich beim Gold auf 900er und 999,99er und beim Silber auf 999er und 999,9er. Geprägt wurden die Münzen Gabuns bei der Monnaie de Paris, der Mayer Mint GmbH in Karlsfeld und der Universal Mint Pty Ltd. in Cape Town.

Quellen: MA-Shops, OGN Numismatique (F); MA-Shops, Comptoir des Monnaies (F); MA-Shops, Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; MA-Shops, Münzen am Zoo, Pollandt, Berlin; MA-Shops, Münz- und Edelmetallhandel, Andreas Fenzl GmbH, Göttingen. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

#Münzen #Gabun #Afrika