• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Fidschi


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Der Inselstaat Fidschi, amtlich Republik der Fidschi-Inseln (englisch Republic of the Fiji Islands, fidschianisch Na Matanitu ko Viti), liegt im Südwestpazifik zwischen Melanesien und Polynesien, gehört aber zum größten Teil zu Melanesien. Zu Fid­schi zählen 332 Inseln, von denen nur 105 bewohnt sind. Ebenfalls dazu gehört die Insel Rotuma als Außengebiet mit Sonderstatus. Die größeren Inseln Viti Levu, Vanua Levu und Taveuni setzen sich aus alten Gesteinen zusammen, auf denen bis zu 1324 m hohe junge Vulkankegel ruhen. Die kleineren Inseln dagegen bestehen vorwiegend aus Korallenkalk. Auf den Seiten der Inseln, die dem feuchten Passatwind ausgesetzt sind, regnet es häufig und wächst tropischer Regenwald. Auf den dem Wind abgekehrten Inselseiten herrscht Savanne und Grasland vor. Hier wird Viehzucht betrieben. Die flachen und dichtbesiedelten Küstenräume säumen Mangrovenwälder. Das Klima auf den Fidschi-Inseln ist tropisch-maritim. Die Temperaturen, die im Jahresmittel 25°C erreichen, schwanken nur wenig. Etwa 57% der Bevölkerung sind ethnisch-sprachlich betrachtet Melanesier, stehen kulturell jedoch den Polynesiern nahe. Rund 38% der Einwohner sind Inder und Nachfahren der Zuckerrohrarbeiter, die die Briten zwischen 1879 und 1916 ins Land brachten. Außerdem leben auf Fidschi noch Europäer und Chinesen. Die Bevölkerung Rotumas dagegen besteht nur aus Polynesiern. Mehr als 64% aller Einwohner sind Christen (vor allem Methodisten), etwa 28% Hindus und rund 6% Muslime.

Kurzer Streifzug durch die ­Geschichte der Fidschi-Inseln

Die Fischi-Inseln wurden 1643 vom niederländischen Seefahrer Abel Janszoon Tasman entdeckt. Kapitän James Cook besuchte sie 1774 und Jules Dumont d’Urville erforschte sie 1827. Die Inseln kamen nach der Abdankung des fidschianischen Königs Cakobau (10. Oktober 1874) in britischen Besitz. Da 1875 etwa ein Drittel der Bevölkerung einer Masernepidemie zum Opfer gefallen war, holten die Briten zischen 1879 und 1916 Zehntausende Inder nach Fidschi als Zuckerrohrarbeiter. 1965/66 erhielten die Inseln weitgehende innere Autonomie. Am 10. Oktober 1970 erhielten sie dann im Rahmen des Commonwealth auch die staatliche Unabhängigkeit als parlamentarische Monarchie. Weil es zwischen der melanesischen Bevölkerungsmehrheit und den Indern jedoch schon lange ethnische Spannungen gab, kam es 1987 zu einem Putsch unter Oberstleutnant Sitiveni Rabuka und zur Bildung einer Militärregierung. Diese rief am 28. September 1987 (andere Quellen sprechen von Oktober 1987) die Republik aus, woraufhin Fidschi aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde. Nachdem der Putschist Rabuka 1992 Pemierminister und der ehemalige Premier Mara Staatsoberhaupt geworden waren, wurde Fidschi 1997 wieder ins Commonwealth aufgenommen. Als die Parlamentswahlen von 1999 jedoch zugunsten der Inder ausgingen und der indisch-stämmige Premierminister die Regierung bildete, verübten melanesische Rebellen im Mai 2000 einen Staatsstreich und stürzten die gewählte Regierung. Neuer Staatspräsident wurde ab Juli 2000 der Melanesier Ratu Josefa Iloilo und Pemierminister der Zivilregierung war Laisenia Qarase. Nach den Wahlen vom Mai 2006 kam es allerdings zu einem Machtkampf zwischen dem Premier Qarase und dem Armeechef Josaia Voreqe Bainimarama. Letzterer putschte im Dezember 2006 und ließ sich 2007 als Premier einsetzen. Als das Oberste Gericht seine Einsetzung für verfassungswidrig erklärte, setzte Präsident Iloilo die Verfassung kurzer Hand außer Kraft, entließ die Obersten Richter und machte Bainimarama erneut zum Premier. Doch diese innenpolitischen Entwicklungen blieben nicht ohne außenpolitische Folgen. Im Juli 2009 wurde Fidschi nämlich aus dem Forum der Pazifischen Inseln ausgeschlossen und im September 2009 erfolgte dann auch noch der Ausschluß aus dem Commonwealth. Zwar war Präsident Iloilo Ende Juli 2009 zurückgetreten und hatte die Amtsgeschäfte an den Vizepräsidenten Ratu Epeli Nailatikau übergeben, doch konnte der bereits erwähnte Ausschluß aus dem Commonwealth dadurch auch nicht mehr abgewendet werden, zumal Bainimarama weiterhin Premier blieb. Allerdings übernahm Bainimarama in der Folge die Initiative zur Erarbeitung einer neuen Verfassung. Eine damit betraute Kommission legte 2012 einen Verfassungsentwurf vor, der aber von der Regierung abgelehnt und verworfen wurde. Die Arbeit an der Verfassung wurde also wiederaufgenommen und ein Jahr später ein erneuter Entwurf vorgelegt. Da dieser die Zustimmung der Regierung fand, unterzeichnete Präsident Nailatikau am 6. September 2013 auch die neue Verfassung, die dann einen Tag später auch in Kraft trat. Dieser Verfassung entsprechend bleibt Fidschi eine Republik und wird der Präsident, der Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Armee ist, vom Parlament auf 3 Jahre ernannt. Eine zweite Amtszeit ist danach ebenfalls möglich. Das Parlament wiederum besteht aus 50 Abgeordneten, ist ein Einkammerparlament und wird für vier Jahre gewählt. Allerdings werden die Mandate nun nicht mehr, wie bei der alten Verfassung von 1998, nach verschiedenen Bevölkerunsgruppen aufgeteilt. Die Regierung und der Premier sind dem Parlament verantwortlich. Darüber hinaus erfolgte 2013 auch eine Neuregistrierung der folgenden politischen Parteien: die melanesisch-nationalistische Social Democratic Liberal Party (SODELPA), die von Indern beherrschte Fiji Labour Party (FLP), die ebenfalls indisch dominierte National Federation Party (NFP) und die People’s Democratic Party (PDP), die den Gewerkschaften nahe steht.

Die Münzen der Fidschi-Inseln

Auf den Fidschi-Inseln galten vor 1969: 12 Pence = 1 Shilling, 2 Shillings = 1 Florin, 20 Shillings = 1 Pfund (Pound). Seit dem 13. Januar 1969 gelten: 100 Cents = 1 Fidschi-Dollar (Fijan Dollar). Die alte Pfund-Währung wurde auf der Grundlage 1 Pfund = 2 Fidschi-Dollars eingetauscht. Zu den Kursmünzen, die man in der neuen Währung emittierte, gehörten 1- und 2-Cent in Bronze, 5, 10, 20 und 50 Cents in Kupfernickel und 1 Dollar ebenfalls in Kupfernickel. 1976 fertigte man zudem von allen Nominalen auch Abschläge in Sterlingsilber an, jedoch dienten diese nicht dem Zahlungsverkehr, sondern waren nur für Sammler in strenger Limitierung und in PP hergestellt worden.

Quellen: Abb. 1 und 3: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Abb. 2: Auktion und Münzhandel Dr. Christoph Stadler, Bremen;

Abb. 4: Münzen-Frank, Nürnberg; Abb. 5: Briefmarken Strasser GmbH, Salzburg (A). Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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