• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Falkland-Inseln


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Die Falkland-Inseln (englisch Falkland Islands, spanisch Islas Malvinas) liegen im Südatlantik etwa 600 km östlich von Argentinien. Sie bestehen aus zwei Hauptinseln (Ost- und Westfalkland) und rund 200 kleineren Inseln und sind Teil des britischen Überseegebiets. Ost- und Westfalkland werden durch einen 20 km breiten Sund – den sogenannten Falkland-Sund – voneinander getrennt. Im nördlichen Teil werden beide Inseln von Hügelketten durchzogen, die von West nach Ost verlaufen. Die höchste Erhebung auf der Westinsel bildet der Mount Adam mit 700 m über NN und die höchste Erhebung auf der Ostinsel der Mount Usborne mit 705 m über NN. Das Klima ist hochozeanisch und nebelreich mit milden Wintern und kühlen Sommern. Zu den Haupterwerbszweigen auf den Falkland-Inseln zählen die Schafzucht, die Fischerei und in zunehmendem Maße auch der Tourismus. Die Bevölkerung der Falkland-Inseln stammt größtenteils von Einwanderern aus Nordengland und Schottland ab, die in den 1830ern einreisten. In den 1840ern gesellten sich noch etliche Einwanderer aus St. Helena und Chile dazu. Nach dem Ende des Falkland-Kriegs (1982) wanderten dann noch Neuseeländer ein. Zwei Drittel der Bevölkerung wohnen in der Hauptstadt Stanley auf Ostfalkland. Der Rest verteilt sich auf Port Howard, dem Hauptort von West-Falkland und vielen kleinen bis sehr kleinen Siedlungen über ganz Falkland. Die größte Religionsgemeinschaft bilden die protestantischen Christen (Anglikaner). In Stanley existiert außer der anglikanischen Christchurch Cathedral aber auch noch eine katholische Kirche und eine katholische Gemeinde.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte der Falklandinseln

Britischen Angaben zufolge wurden die Falkland-Inseln 1592 vom englischen Kapitän John Davis entdeckt. Nach argentinischen Angaben geschah dies bereits 1520 durch Mitglieder der Magalhães-Expedition. 1690 landete der Brite John Strong auf den Inseln und benannte den Sund zwischen den Inseln „Falkland Channel“, nach dem Politiker und Schatzmeister der Marine, Anthony Cary 5. Viscount Falkland. Der Name Falkland wurde später auch für die Inseln übernommen. 1764 gründeten die Franzosen auf Ostfalkland Port Louis und 1765/66 schufen die Engländer die Siedlung Port Egmont auf Westfalkland. Zwischen 1767 und 1770 wurden sie von den Spaniern verdrängt, die die Falkland-Inseln als Teil ihres Kolonialreichs in Südamerika betrachteten. 1811 gab Spanien die Inseln auf bzw. entzog ihnen den Unterhalt. Diese wurden 1820 von der La-Plata-Konföderation (Argentinien) in Besitz genommen. Aus strategischen Gründen besetzten die Briten die Falklandinseln 1833 und machten sie zur Kronkolonie. In der Folge wiesen sie alle weiteren Besitzansprüche Argentiniens erfolgreich ab. Am 8. Dezember 1914 kam es zwischen der britischen und der deutschen Marine bei den Falkland-Inseln zur Schlacht, als das deutsche Kreuzergeschwader unter Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee in den Atlantik Richtung Deutschland durchbrechen wollte. Der überlegene britische Flottenverband unter Vizeadmiral Sir Frederik Doveton Sturdee verhinderte dies und vernichtete nahezu das gesamte Kreuzergeschwader. Zu einem Krieg auf den Falkland-Inseln selbst kam es allerdings erst im April 1982, nachdem Argentinien, das sich in der Rechtsnachfolge Spaniens sah, die Falkland-Inseln militärisch besetzte und damit den Falkland-Krieg auslöste. Großbritannien entsandte Truppen und eroberte die Inseln bis zum 14. Juni 1982 zurück. Von den mehr als 1000 Toten, die dieser kurze aber sehr blutige Krieg gefordert hatte, waren 900 Soldaten und davon wiederum 649 Argentinier. 1985 wurde das britische Überseegebiet „Falkland Islands and Dependencies“, zu dem auch Süd-Georgien und die Süd-Sandwichinseln gehörten, aufgelöst und in die separaten Überseegebiete „Falkland Islands“ und „South Georgia and South Sandwich Islands“ geteilt. Nun gab es seit dem britischen Sieg auf den Falkland-Inseln zwar keinen weiteren Krieg mehr mit Argentinien, doch schwelen die politischen Spannungen zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich latent weiter, zumal sich Argentinien nach wie vor in der Rechtsnachfolge Spaniens sieht und seit einiger Zeit auch etwa 60 Mrd. Faß (barrel) Öl auf den Falkland-Inseln vermutet werden. Nachdem die argentinische Regierung vor der UN behauptet hatte, daß keine Inselgruppe britisch sein könne, die 14000 km von Großbritannien entfernt sei und daß die Inseln ein Teil des Südatlantiks und Argentiniens seien, kündigte die Regierung der Falkland-Inseln 2012 ein Referendum für Anfang 2013 über den künftigen politischen Status der Inseln an. Im Referendum von 10. und 11. März 2013 stimmten dann 99,8% der Bewohner für einen Verbleib bei Großbritannien. Die Regierung Argentiniens unter Präsidentin Kirchner erkannte dies Referendum nicht an und bezeichnete es als „Parodie“. Der britische Premier David Cameron bekräftigte den Wert des Referendums und erklärte, daß Argentinien dies anerkennen müsse. Und die britische Regierung teilte umgehend ihre Bereitschaft mit, die Inseln im Ernstfall zu verteidigen.

Staatsoberhaupt der Falkland-Inseln ist die britische Monarchin Elisabeth II., die in Abwesenheit von einem Gouverneur vertreten wird. Amtierender Gouverneur ist seit dem 29. April 2014 Colin Roberts.

Die Münzen der Falkland-Inseln

Auf den Falkland-Inseln gelten 100 (New) Pence = 1 Falkland-Pfund (Falkland Islands Pound). Zwischen diesem und dem britischen Pfund Sterling herrscht Währungsparität, d. h. 1 Falkland-Pfund = 1 Pfund Sterling. Zu den Kursmünzen ohne Gedenkcharakter (reine Umlaufmünzen also), die die Falkland-Inseln ab 1974 emittierten, gehörten die Nominale ½ Penny, 1 Penny und 2 Pence in Bronze sowie 5, 10, 20 und 50 Pence in Kupfernickel. Diese entsprachen in Legierung, Gewicht, Durchmesser und Form genau den britischen Dezimalwährungs-Umlaufmünzen (dort ab 1971). Ebenfalls genau den britischen Parametern entsprachen die ½-, 1-, 2- und 5-Pfund-Münzen in 22karätigem Gold, mit dem Corriedale-Marschschaf auf der Rückseite, die die Falkland-Inseln nur 1974 prägten. Allerdings waren dies keine regulären Kursmünzen, da ihre Auflagen dafür zu klein waren und sie allesamt nur in PP hergestellt wurden. Ab 1987 verausgabte man dann erstmals auch Umlaufmünzen zu 1 Pfund in Kupfernickel, die dieselben Parameter aufwiesen, wie die britischen 1-Pfund-Münzen. 1998 wurden die Gewichte der 5-, 10- und 50-Pence-Stücke gesenkt und ihre Durchmesser verringert, da die technischen Parameter dieser Nominale auch im Vereinigten Königreich geändert worden waren. Ab 2003/04, als man erneut reine Umlaufmünzen emittierte, brachte man 1 Penny und 2 Pence nicht mehr aus Bronze, sondern nur noch aus mit Kupfer galvanisiertem Eisen aus, wie in Großbritannien auch. Darüber hinaus erweiterte man das Repertoire der Kursmünzen noch um eine 2-Pfund-Münze aus unedlem Bimetall und folgte auch hier den Parametern der britischen 2-Pfund-Umlaufmünzen. Doch bei Sammlern bekannt und beliebt sind die Falkland-Inseln vor allem wegen ihren umfangreichen Gedenkmünzemissionen in Kupfernickel, Silber und Gold seit 1977. Betrachtet man die Fülle an Gedenkmünzen etwas eindringlicher, so fällt auf, daß das Gros der Kupfernickel-Ausgaben bis 2005 auf 50-Pence-Stücke entfiel, von denen es aber immer auch 925er Silberabschläge und bisweilen auch Piedfortabschläge in 925er Silber und Goldabschläge in 916,67er Gold gab. Allerdings entsprachen die Parameter dieser 50 Pence nicht denen der Kursmünzen, sondern waren in Kupfernickel und Silber mit 28,28 g und 38,61 mm deutlich größer und schwerer als die regulären Kursmünzen zu 50 Pence – in Gold wogen sie sogar 39,94 g. Auch waren sie rund und nicht siebeneckig wie die Umlaufmünzen. Zwischen 1996 und 2000 hatte man bei einzelnen Gedenkserien aber auch 2-Pfund-Münzen herausgegeben, die genau dieselben Parameter aufwiesen wie die 50-Pence-Gedenkstücke und von denen ebenfalls Sterlingsilberabschläge geprägt. Parallel dazu produzierten die Falkland-Inseln noch Gedenkausgaben in diversen Pfund-Nominalen, die es nur in Silber oder in Gold und nicht in Kupfernickel gab. Hierbei kamen 500er, 925er und 999er Silber und 583,33er, 916,67er und 999er Gold zum Einsatz. Ab 2005/06 lauteten die Nominale der Kupfernickelausgaben allerdings auf die fiktive Währung Crown, die in denselben Parametern wie die 50-Pence-Gedenkmünzen geprägt wurden und von denen auch Abschläge in 925er Silber existieren. Zusätzlich zu den 1-Crown-Stücken in Kupfernickel oder Silber verausgabte man noch Crown-Münzen in 999,9er Gold zu einer Unze oder in Unzenbruchteilen.

Quellen: Abb. 1 und 2: Münzzentrum Dürr, Niederwürschnitz; Abb. 3, 4 und 5: Münzen & Banknoten, Dr. Bernd Steidl, Dresden. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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