• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Elfenbeinküste


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Die Elfenbeinküste (franz. République de Côte d’Ivoire) ist eine präsidiale Republik in Westafrika. Sie grenzt im Osten an Ghana, im Süden über den Golf von Guinea an den Atlantik, im Westen an Liberia und Guinea und im Norden an Mali und Burkina Faso. Die Küste des Landes ist 550 km lang und nur im Westen felsig, ansonsten ist sie recht flach und lagunenreich mit vielen Mangrovenwäldern. Auf dies Küstengebiet folgt nach Norden hin ein Regenwaldstreifen, der zwischen 150 und 300 km breit ist. Allerdings wurde der Regenwald durch Holzeinschlag und Plantagenwirtschaft gebietsweise stark gelichtet. Auf diesen Regenwald folgen dann Feuchtsavanne und anschließend Trockensavanne. Der höchste Gipfel des Landes ist der 1752 m hohe Mt. Nimba im Guinea-Hochland im Nordwesten. Alle großen Flüsse – Cavally, Sassandra, Bandama und Komoé – fließen nach Süden zum Atlantik hin. Im Süden herrscht tropisch-feuchtes Klima mit hohen Temperaturen und ganzjährigem Niederschlag (Regen bis 2300 mm pro Jahr). In nördlicher Richtung nehmen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zu und die Niederschläge ab – Regen gibt es nur noch in der Regenzeit von Juni bis Oktober (1200 bis 1400 mm). Die Bevölkerung besteht aus über 60 Volksgruppen, von denen die Baule, Agni, Kru, Malinke, Dan, Gur, Senufo und die stark gemischten Lagunenstämme die bedeutendsten und bekanntesten sind. Die Dyula wiederum wohnen nicht wie die übrigen in bestimmten Landesgebieten, sondern leben verstreut im ganzen Land. Über 25% der Bevölkerung sind Fremde – Wanderarbeiter aus Mali, Burkina Faso, Ghana, aber auch politische Flüchtlinge, Europäer, Libanesen und Syrer. 40% der Einwohner bekennen sich zum Islam, 30% zum Christentum und etwa 30% zu traditionellen afrikanischen Religionen.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte der Elfenbeinküste

Im 18. und 19. Jh. stand der Südosten der Elfenbeinküste unter dem Einfluß der Aschanti, einem Volk aus Süd-Ghana. Die Savannengebiete des Nordens wiederum gehörten zu dieser Zeit zum Einflußbereich des Mali-Reiches und seiner Nachfolger. 1843 errichteten die Franzosen ihren ersten Marinestützpunkt an der Atlanktikküste in Grand-Bassam. Zwischen 1893 und 1960 war die Elfenbeinküste französische Kolonie und als solche Teil von Französisch-Westafrika. 1958 erhielt das Land dann weitgehende innere Autonomie. Am 7. August 1960 wurde die Republik Elfenbeinküste als unabhängiger Staat ausgerufen. Hauptstadt war seit 1933 Abidjan. 1983 wurde diese jedoch nach Yamoussoukro verlegt. Von 1960 bis 1993 regierte Staatspräsident F. Houphouet-Boigny die Elfenbeinküste und machte sie mit Hilfe seiner „Demokratischen Partei der Elfenbeinküste ‒ Sammlungsbewegung Demokratischer Afrikaner“ (PDCI-RDA) zu einem Einparteienstaat mit prowestlichem Kurs. Unruhen der städtischen Bevölkerung und internationaler Druck führten dann 1990 zur Einführung eines Mehrparteiensystems und zu allgemeinen Wahlen. Da die PDCI-RDA allerdings auch 1990 die Parlamentswahlen gewann, konnte Houphouet-Boigny bis zu seinem Tod 1993 im Amt bleiben. Danach wurde der ehemalige Parlamentspräsident Henri Konan Bédié Staatspräsident. Die Wahlen von 1995, die von den Oppositionsparteien boykottiert wurden, bestätigten die PDCI-RDA und Präsident Bédié im Amt. 1999 kam es zu einem unblutigen Militärputsch, infolgedessen Robert Guei die Macht ergriff und eine Übergangsregierung bildete. Präsident Bédié floh ins Ausland und der Führer der „Volksfront der Elfenbeinküste“ (FPI), der Sozialist Laurent Gbagbo, wurde nach den Wahlen von 2000 Staatspräsident. Weil die „Republikanische Sammlungsbewegung“ (RDR) und sein muslimischer Spitzenkandidat A. Ouattara aber von der Nachwahl 2001 ausgeschlossen wurde, kam es 2002 zu einer Rebellion im Norden, bei der die Rebellen die Absetzung Gbagbos sowie Neuwahlen und Gleichberechtigung für die muslimische Bevölkerung im Norden forderten. Da die Regierung auf keine der erwähnten Forderungen einging, dehnte sich die Rebellion relativ schnell über große Teile des Staatsgebietes aus. Zwar kam es daraufhin zu einer Unterzeichnung eines Waffenstillstands, doch hielt er nicht und die Kämpfe gingen bald unvermindert weiter. 2003 folgte ein Friedensabkommen, doch blieb auch dies letztlich wirkungslos. Als die Regierungstruppen 2004 dann auch Stellungen der Rebellen im Norden des Landes angriffen, heizten sie die Situation dadurch dermaßen auf, daß es zu Kämpfen zwischen französischen Einheiten und Regierungstruppen und zu antifranzösischen Protesten und gewaltsamen Übergriffen auf Ausländer kam. Frieden sowie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen hatten ab da keine Chance mehr. Erst drei Jahre später, 2007 also, unterzeichneten die Rebellen unter Guillaume Soro und Staatspräsident Gbagbo erneut ein Friedensabkommen. Soro wurde Ende März 2007 Premierminister einer Übergangregierung. Nach den Parlamentswahlen von 2010 kam es allerdings zum Eklat. Der Verfassungsrat des Landes erkannte Amtsinhaber Gbago als Sieger an, während die Wahlkommission den Oppositionskandidaten Ouattara zum Sieger erklärte. Die Folge, beide Politiker ließen sich am 4. Dezember 2010 zum Präsidenten vereidigen. Die UNO stellte sich auf die Seite Ouattaras, woraufhin ein blutiger Machtkampf unter den beiden Präsidenten ausbrach. Im März 2011 konnten die Truppen Ouattaras die Hauptstadt einnehmen und ab da sich auch in Abidjan u. a. Orten durchsezten. Am 11. April 2011 wurde Präsident Gbagbo von Soldaten Ouattaras, die von französischen und UN-Truppen unterstützt worden waren, festgenommen und am 30. November 2011 an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag überstellt. Bereits im Mai 2011 war Präsident Ouattara vereidigt und Guillaume Soro mit der Regierungsbildung betraut worden. Ouattaras RDR gewann die Parlamentswahlen vom 11. Dezember 2011 und am 13. März 2012 wurde Jeannot Ahoussou-Kouadio von der „Demokratischen Partei der Elfenbeinküste“ (PDCI) Premierminister. Im November 2012 trat der Premierminister allerdings zurück und sein Amt übernahm Daniel Kablan Duncau. Alassane Ouattara dagegen wurde im Oktober 2015 erneut zum Präsidenten gewählt.

Die Münzen der Elfenbeinküste

Seit dem 26. Dezember 1945 galten in der Elfenbeinküste 100 Centimes = 1 CFA Franc (Franc der Französischen Kolonien in Afrika, Franc des Colonies Française de´Afrique, ab 1958: Franc de la Communauté Française d´Afrique, seit 1962: Franc de la Communauté Financière Africaine). Die Währungsparität zum Französischen Franc veränderte sich wie folgt: Ab 26. Dezember 1945: 1 CFA Franc = 1,70 Französische Francs, ab 17. Dezember 1948: 1 CFA Franc = 2 Französische Francs, ab 1. Januar 1959: 50 CFA Francs = 1 Französischer [Neuer] Franc, ab 12. Januar 1994: 100 CFA Francs = 1 Französischer Franc und seit 1. Januar 1999: 655,957 CFA Francs = 1 Euro. Nachdem die Elfenbeinküste am 7. August 1960 ein unabhängiger Staat geworden war, schloß sie sich am 1. November 1962 der Westafrikanischen Währungsunion an. Zu dieser zählten die Staaten Senegal, Mauretanien, Guinea, Mali, Burkina Faso, Benin, Niger und Togo. Ausgabeinstitut für diese gemeinsame Währung war seit 12. Mai 1962 die Zentralbank der Westafrikanischen Staaten („Banque Centrale des États de l’Afrique de l’Ouest“). Die Münzen, die also im Zahlungsverkehr der Elfenbeinküste seit 1962 umlaufen, sind die Münzen der Westafrikanischen Währungsunion. Hierzu gehören die Nominale: 1, 5, 10, 25, 50 und 100 Francs, die seit 2003 noch durch die Nominale 200 und 500 Francs ergänzt wurden. Zu den Münzmaterialien dieser Kursmünzen zählen diverse unedle Metalle wie Alumi­nium, Aluminium-Bronze, Aluminium-Nickel-Bronze, Kupfernickel, Nickel und sogar Edelstahl. Völlig aus dem Rahmen fallen dagegen die 1966 verausgabten Münzen zu 10 Francs (900er Silber), 10, 25, 50 und 100 Francs (900er Gold), die als Emittenten die Republik Elfenbeinküste nennen und einen Elefanten auf der Wertseite und das Porträt des 1. Staatspräsidenten Felix Houphouet-Boigny auf der Bildseite zeigen. Gedenkmünzen im eigenen Namen prägt die Elfenbeinküste erst seit 2006, beteiligt sich aber bereits seit 1972 an diversen gemeinschaftlichen Gedenkausgaben der Westafrikanischen Währungsunion. Mit den im eigenen Namen emittierten Gedenkmünzen gedenkt die Republik u. a. der Geschichte der Seefahrt, den Meistern der Kunst und Kultur, den Weltwundern der Antike, den Herrschern der Welt, der bedrohten Tierwelt, dem afrikanischen Großwild, den prähistorischen Tieren und diversen internationalen Sportereignissen wie Olympiaden und Fußball-Europa- oder -Weltmeisterschaften. Hergestellt wurden und werden diese Gedenkmünzen vor allem aus 925er und 999er Silber und aus 916,67er und 999,9er Gold, doch kam ausnahmsweise auch schon mal versilbertes Messing zum Einsatz. Geprägt wurden die gemeinschaftlichen Kursmünzen von der Monnaie de Paris und die Gedenkmünzen von der staatlichen Münze der Volksrepublik Korea und von der Prägeanstalt Mayer Mint GmbH in München / Karlsfeld.

Quelle: Abb. 1 und 3: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Abb. 2 und 5: Münzen am Zoo, Pollandt, Berlin; Abb. 4: Hanseatische Münzhandlung, Bremen. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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