• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Dominica


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Dominica ist die zweitgrößte Insel der Windward Islands, d. h. des südlichen Teils der Inseln über dem Winde. Sie liegt in der Karibik zwischen den Inseln Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden und wird im Osten vom Atlantik und im Westen vom Karibischen Meer umspült. Dominica ist vulkanischen Ursprungs. Ihr höchster Berg, der Morne Diablontis, liegt 1447 m über NN. Im Inneren ist die Insel nur schwer zugänglich, da sie zum größten Teil von tropischen Regenwäldern bedeckt ist. Ihr 69 km² großer Nationalpark Morne Trois Pitons wurde 1997 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Das Klima der Insel ist randtropisch und die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 6500 mm im Landesinneren und bei etwa 1800 mm an den Küsten. Die Temperaturmittelwerte schwanken zwischen 25 °C und 32 °C. Die Gefahr von Wirbelstürmen (Hurrikane) besteht jährlich zwischen Juni und Oktober. 90% der Bevölkerung sind Schwarze, 6% Mulatten und etwa 0,5% Weiße. Ca. 1000 Kariben (indianische Ureinwohner) leben zudem in einer sogenannten „Carib Indian Reservation“ an der Nordküste Dominicas. Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört christlichen Religionsgemeinschaften an – 61% Katholiken, 20% Protestanten und Anglikaner.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Dominicas

Dominica wurde am 3. November 1493 von Christoph Kolumbus während seiner zweiten Reise entdeckt. Da der Tag der Entdeckung ein Sonntag war, nannte er die Insel Dominica (lateinisch für Sonntag). Bewohnt wurde die Insel von den indigenen Kariben. Weil die Spanier Dominica nicht in Besitz nahmen, gelangte es 1627 an den Earl of Carlisle und England erhob Anspruch darauf. 1748 trat Großbritannien die Insel aber an Frankreich ab, das sie 1763 jedoch wieder den Briten übergab. 1768 gewährten diese der Insel dann eine eigene gesetzgeberische Versammlung. Zwischen 1783 und 1788 war Dominica noch einmal französisch, gelangte danach aber in permanenten britischen Besitz. Großbritannien erklärte die Insel 1805 zur britischen Kolonie. 1831 gewährten die Briten allen Nicht-Weißen das volle Bürgerrecht und schafften 1834 auch die Sklaverei ab. 1865 erklärten sie Dominica zur Kronkolonie, entsandten einen eigens dafür bestellten Verwalter (Sir Hesketh Bell) aber erst 1898. 1951 wurde das Wahlrecht, das sich am Vermögen der Bürger orientierte, abgeschafft und durch ein gleiches Wahlrecht ersetzt. Daraufhin entstanden politische Parteien im Land und Dominica bekam 1957 auch seinen ersten Chief Minister. 1957/58 wurde es Mitglied der Westindischen Föderation, die allerdings 1965 wieder aufgelöst wurde. Am 1. März 1967 trat es den Westindischen Assoziierten Staaten bei und erhielt bis auf die Außen- und Verteidigungspolitik, die weiterhin bei Großbritannien blieben, Autonomie. Volle Unabhängigkeit von Großbritannien bekam Dominica dann am 3. November 1978. Seit dem 8. Dezember 1978 ist es auch Mitglied der Vereinten Nationen. Darüber hinaus ist es Mitglied des Commonwealth of Nations, der Karibischen Gemeinschaft, der Organisation Ostkaribischer Staaten (Organisation of East Caribbean States, seit 1981), der Organisation Amerikanischer Staaten und der Karibischen Freihandelszone. Die parlamentarische Republik Dominica wird von einem Einkammerparlament (House of Assembly) bestehend aus 30 Mitgliedern regiert. Von diesen werden 21 Mitglieder gewählt, fünf vom Premierminister und vier von der Opposition benannt. Amtierendes Staatsoberhaupt ist Präsident Charles Savarin und amtierender Premierminister Roosevelt Skerrit (seit 2004). Zu den bedeutendsten politischen Parteien im Land zählen die Dominica Labour Party, die United Workers Party, die Independent Party und die Dominica Freedom Party.

Die Münzen Dominicas

Vor 1965 galten in Dominica 100 Cents = 1 Britisch-Westindischer Dollar. Die Münzen wurden nicht auf Dominica geprägt, sondern bei der Royal Mint in Llantrisant für den Britisch Westindischen Bund (englisch: British Caribbean Territories Eastern Group). Zu den Kursmünzen, die man ab 1955 prägte und die auch in Dominica umliefen, gehörten ½ Cent, 1 Cent und 2 Cent in Bronze, 5 Cent in Nickelmessing und 10 Cents, 25 Cents und 50 Cents in Kupfernickel. Am 6. Oktober 1965 wurde dann im gesamten Ostkaribischen Raum, also auch in Dominica, der Ostkaribische Dollar auf der Grundlange 100 Cents = 1 Ostkaribischer Dollar eingeführt und der Britisch-Westindische Dollar 1:1 gegen den Ostkaribischen eingetauscht. Die 1966 gegründeten Westindischen Assoziierten Staaten, zu denen ab 1967 auch Dominica gehörte, und die bis 1981 Bestand hatten, verwendeten allesamt den 1965 eingeführten Ostkaribischen Dollar. Neue Kursmünzen emittierten aber weder Dominica noch der neue Staatenbund. Die einzigen Münzen die Dominica zwischen 1970 und 1981 verausgabte, waren Gedenkmünzen in Kupfernickel, Silber und Gold. Damit gedachte man der Einweihung der Karibischen Entwicklungsbank (1970), dem Commonwealth of Dominica (1978) und dem Besuch von Papst Johannes Paul II. (1979). Als 1981 aus den Westindischen Assozierten Staaten die Organisation Ostkaribischer Staaten hervorging, da prägte man auch wieder Kursmünzen – und zwar 1 Cent, 2 Cents und 5 Cents in Aluminium, 10 Cents und 25 Cents in Kupfernickel und 1 Dollar in Aluminium-Nickel-Bronze. Seit 1989 bestehen auch die 1-Dollar-Münzen aus Kupfernickel und sind nicht mehr rund, sondern zehneckig. In Dominica selbst emittierte man jedoch keine Kursmünzen – diese blieben Gemeinschaftsprägungen –, sondern gab 1985 Gedenkmünzen auf den Besuch von Königin Elisabeth II. und Prinz Philip und 1988 eine Gedenkmünze auf die Vogelwelt der Karibik aus. Danach stellte man die Gedenkmünzenemission auch in Dominica ein und beteiligte sich ab da nur noch an gemeinschaftlichen Gedenkausgaben der Organisation Ostkaribischer Staaten. Die Edelmetall-Legierungen, die bei der Ausprägung der Gedenkmünzen von Dominica zur Anwendung kamen, waren 925er Silber und 900er Gold. Zum Besuch des britischen Königspaares 1985 verwendete man ausnahmsweise 22-karätiges Gold (916,67/1000). Geprägt wurden die Gedenkmünzen Dominicas bei der British Royal Mint in London bzw. Llantrisant, der Royal Canadian Mint in Ottawa und der Valcambi SA in Chiasso / Balerna.

Quellen: Abb. 1 und 3 : Münzen & Banknoten, Dr. Bernd Steidl, Dresden; Abb. 2: Beutler, Münzen und Edelmetalle, Gärtringen; Abb. 4: Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Abb. 5: Münzhandlung Schimmer, Nürnberg. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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