• Michael Kurt Sonntag

Weltmünzenatlas – Costa Rica


Lage, Landesnatur, Bevölkerung und Religion

Die Republik Costa Rica befindet sich in Zentralamerika und grenzt im Osten an das Karibische Meer, im Südosten an Panama, im Westen an den Pazifik und im Norden an Nikaragua. Von Nordwesten nach Südosten durchziehen die Kordilleren das Land. Im Nordwesten die Cordillera de Guanacaste, in der Mitte die Cordillera Central – mit dem 3432 m hohen Vulkan Irazú – und im Südosten die Cordillera de Talamanca – mit dem 3819 m hohen Chirripó-Gipfel. Nördlich und östlich dieser Gebirge dehnt sich ein teilweise sumpfiges Tiefland aus, das etwa ein Fünftel der Fläche des Landes einnimmt. Südlich der Cordillera Central erstreckt sich ein flaches Hochbecken (1100–1500 m hoch), das durch sein Klima und seine vulkanischen Böden begünstigt ist und das Hauptsiedlungsgebiet Costa Ricas darstellt. Die karibische Küste mit ihren Lagunen und Mangrovensümpfen ist weitaus weniger gegliedert als die pazifische Küste, vor der sich noch die Halbinseln Nicoya und Osa befinden. Das Klima an der karibischen Küste ist tropisch mit hohen Niederschlagsmengen (bis 6000 mm/Jahr), während das Klima an der pazifischen Küste wechselfeucht ist und geringere Niederschläge (2000–3000 mm/Jahr) aufweist. Die Bevölkerung Costa Ricas ist fast ausschließlich weiß und meist altspanischer Abstammung. Etwa 7% aller Einwohner sind Mestizen. Hinzu kommen noch Schwarze, Asiaten und Indianer. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in dem flachen Hochbecken (auch Valle Central genannt). Rund 90% aller Einwohner sind Christen, davon 75% Katholiken. In Costa Rica ist die katholische Konfession auch Staatsreligion. Zu der größten nicht christlichen Religionsgruppe gehören die Bahais mit rund 11 500 Mitgliedern.

Kurzer Streifzug durch die Geschichte Costa Ricas

Entdeckt wurde das mittelamerikanische Land von Christoph Kolumbus im Jahr 1502. Kolumbus war es auch, der ihm den Namen Costa Rica („Reiche Küste“) gab. Ab 1563 kolonisierten die Spanier das Land. Bis 1821, dem Jahr seiner Unabhängigkeitserklärung, war Costa Rica eine Provinz des Generalkapitanats Guatemala. 1822 schloß es sich zusammen mit ganz Mittelamerika dem mexikanischen Kaiserreich Augustin de Itúrbides an. Nach dem Sturz de Iturbides (1823) erklärte es sich am 10. Mai 1823 zum eigenen Staat „Costa Rica Libre“, schloß sich dann am 4. März 1824 aber den „Vereinigten Provinzen von Zentralamerika“ an. Als diese sich zur „Bundesrepublik von Zentralamerika“ umbildeten, blieb Costa Rica Mitglied des Bundes. Im April 1840 trat es jedoch aus diesem Bund aus, nachdem dieser mehr und mehr Auflösungserscheinungen gezeigt hatte. 1848 wurde dann die Republik Costa Rica ausgerufen. Allerdings wurde diese bis zum Ende des Jahrhunderts immer wieder von inneren oder äußeren Unruhen erschüttert. Ruhe und Stabilität kehrte erst unter Präsident J. J. Rodriguez (1890–1894) ein, dem es gelang, eine demokratische Entwicklung in Costa Rica in die Wege zu leiten. Eine kurze Unterbrechung erlebte diese Demokratie während der Jahre 1917–1919, als sich F. Tinoco Granades zum Diktator aufschwang. Wirtschaftlich betrachtet, geriet Costa Rica durch seine engen Verbindungen vor allem zu den US-amerikanischen Bananenpflanzern in starke Abhängigkeit von den USA. 1948 führten innenpolitische Unruhen zum Bürgerkrieg in Costa Rica. Dieser konnte unter J. M. Figueres Ferrer – er war Präsident des Landes von 1952 bis 1958 und von 1970 bis 1974 – jedoch erfolgreich beendet und die Demokratie wieder hergestellt werden. Von da an wechselten der sozialdemokratisch gesonnene PLN und konservativ orientierte Koalitionen einander in der Regierung ab. 1978/79 unterstützte Costa Rica die nikaraguanischen Sandinisten und half ihnen, den nikaraguanischen Diktator Somoza zu stürzen. Später erwarb sich der Präsident Costa Ricas, O. Arias Sánchez (1986–1990) von der PLN, große Verdienste um den regionalen Frieden. Ihm folgte 1990 R. A. Calderón Fournnier von der konservativen PUSC im Amt. Dieser wurde 1994 von José Maria Figueres (von der PLN) abgelöst. Mit Miguel Ángel Rodriguez 1998 und Abel Pacheco 2002 kamen dann erneut Vertreter der PUSC ins Präsidentenamt. Costa Rica unterzeichnete am 28. Mai 2004 das Zentralamerikanische Freihandelsabkommen (CAFTA) zwischen den Staaten Zentralamerikas und den USA. 2006 gewann der ehemalige sozialdemokratische Präsident Arias Sánchez die Wahlen und wurde noch im selben Jahr Präsident Costa Ricas. Auf ihn folgte 2010 L. Chinchilla Miranda (ebenfalls von der PLN) als erste Präsidentin Costa Ricas. Seit dem 8. Mai 2014 regiert Präsident Louis Guillermo Solis (PLN) das Land.

Die Münzen Costa Ricas

Seit dem 24. Oktober 1896 gelten in Costa Rica 100 Céntimos = 1 Costa-Rica-Colón. Zu den Münzen, die Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt wurden, gehörten 2 Céntimos in Kupfernickel, 5, 10 und 50 Céntimos in 900er Silber und 2, 5, 10 und 20 Colones in 900er Gold. Während der Zeit der Diktatur von Tinoco Granades (1917–1919) wurde der Colón allerdings nicht mehr in 100 Céntimos, sondern in 100 Centavos unterteilt. Die Silbermünzen zu 10 und 50 Centavos brachte man nur noch in 500er Silber aus und Gold prägte man schon seit 1901 keines mehr. Ab 1920 kehrte man zur ursprünglichen Unterteilung des Colón zurück und blieb anschließend bis heute dabei. Allerdings prägte man nun keine silbernen Kursmünzen mehr, wenn man mal von den 25 Céntimos von 1924 in 650er Silber und den gegengestempelten silbernen 50 Céntimos und 1-Colón-Münzen von 1923 absieht. In den 1930ern und 1940ern brachte man stattdessen auch die höherwertigen Nominale (25 und 50 Céntimos sowie 1 und 2 Colones) in Kupfernickel aus. Nachdem man 1954 die 1 und 2 Colones aus Stahl geprägt hatte, emittierte man in den 1960ern und 1970ern alle Kursmünzen (von 5 Céntimos bis 2 Colones) wieder in Kupfernickel. In den 1980ern änderte man die Metallzusammenseztungen erneut und prägte die 25 Céntimos in Aluminium, die 50 Céntimos, 1, 2, 5, 10 und 20 Colones in Stahl. Seit dem Ende der 1990er prägt man keine Céntimos-Münzen mehr, dafür aber Kursmünzen zu 1, 2, 5, 10, 25, 50, 100 und 500 Colones. Hierbei bringt man die 1, 50 und 500 Colones aus einer Aluminium-Nickel-Bronze-Legierung und die 5, 10, 25 und 100 Colones aus mit Messing galvanisiertem Eisen aus. Für Sammler viel interessanter und bedeutender als die Kursmünzen sind natürlich die zahlreichen Gedenkausgaben Costa Ricas in Gold und Silber, die das Land bereits seit 1970 regelmäßig ausgibt. Mit diesen gedenkt es beispielsweise diverser Zentralbankjubiläen, dem 150. Jahrestag der Unabhängigkeit zentralamerikanischer Staaten, dem 25. Jahrestag der Sozialgesetzgebung in Costa Rica, dem 400. Gründungstag der Stadt Cartago, dem 100. Jahrestag der allgemeinen Schulpflicht, diversen Jubiläen bedeutender Costa-Ricaner, dem 100. Jahrestag der Nationalwährung Colón, dem 150. Jahrestag der Auffindung der Venus von Milo, dem 150. Gründungstag des San Juan de Dios Krankenhauses, den Jubiläen des Word Wildlife Fund und der UN, der Interamerikanischen Menschenrechtskonvention und nicht zuletzt den großen Entdeckern und Konquistadoren Christoph Columbus und Francisco Vásquez de Coronado. Diese Gedenkmünzen bestehen in der Regel aus 925er Silber und 900er Gold, kommen in selteneren Fällen aber auch schon in 999er Silber, 500er Gold und auch in Nickel vor. Obwohl etliche der erwähnten Kurs- und Gedenkmünzenausgaben auch bei der Casa de Moneda de Costa Rica in San José geprägt wurden, stammt das Gros der Münzen aus diversen ausländischen Münzstätten – so z. B. von der US-Mint in Philadelphia, von der Royal Canadian Mint in Ottawa, von der [British] Royal Mint, von der Casa de Moneda de Guatemala in Guatemala Stadt, von der Casa da Moeda do Brasil in Rio de Janeiro, von der Casa de Moneda de Chile in Santiago, von der Uno A Erre in Italien und von der Staatliche Münze in Stuttgart.

Quellen: Harald Möller GmbH, Espenau; Münzversand Hardelt, Kaiserslautern; Münzen & Banknoten, Dr. Bernd Steidl, Dresden. Den erwähnten Münzhandlungen sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

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